Nach Großbrand in Traunreuter Straße

Feuer in Waldkraiburg: Polizei schließt Brandstiftung nicht aus – „Ermittlungen dauern an“

Nachlöscharbeiten am Haus in der Traunreuter Straße in Waldkraiburg: Ein Bagger reißt die Reste des Dachstuhls ab, damit die Feuerwehr an Glutnester kommt.
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Nachlöscharbeiten am Haus in der Traunreuter Straße in Waldkraiburg: Ein Bagger reißt die Reste des Dachstuhls ab, damit die Feuerwehr an Glutnester kommt.
  • Hans Grundner
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Ein Großbrand in einem Gebäude in der Traunreuter Straße hat am Dienstag (22. September) gegen 12.45 Uhr ein Großaufgebot der Feuerwehren in Atem gehalten. Bis am Folgetag kämpften die Einsatzkräfte gegen den immer wieder aufflammenden Brand. Die Kripo kann jedoch noch keinen Ermittlungserfolg bekannt geben.

Update 22. Oktober:

„Die Ermittlungen dauern an“

Waldkraiburg – Einen Monat nach dem Brand eines Farbenhandels im Gewerbegebiet in Waldkraiburg steht die Brandursache noch immer nicht fest. Es werde weiter in alle Richtungen ermittelt, teilt ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Rosenheim auf Anfrage mit. Auch eine Brandstiftung wird demnach noch immer nicht endgültig ausgeschlossen. „Die Ermittlungen dauern an.“

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Schadenssumme nach oben korrigiert

Unter anderen hatte ein Gutachter des Landeskriminalamtes die Brandstelle in der Traunreuter Straße untersucht. Ebenso war ein Sachverständiger der Versicherung vor Ort.

Die Schadenssumme wurde mittlerweile nach oben korrigiert. Sie liegt nach Aussagen der Polizei „mit Sicherheit“ im mittleren sechsstelligen Bereich. Die genaue Höhe hängt davon ab, ob das Gebäude, das bei dem Großfeuer am 22. September schwer beschädigt worden war, abgerissen werden muss.

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Update 23. September, 17.48 Uhr

Kripo Mühldorf startet Zeugenaufruf

Waldkraiburg – Das Großfeuer, das am Dienstag (22. September) ein Wohn- und Geschäftshaus in der Traunreuter Straße zerstörte, hat die Einsatzkräfte der Feuerwehr noch bis zum darauf folgenden Mittwoch in Atem gehalten. Gegen 7 Uhr wurden sie erneut zum Nachlöschen gerufen, so der Waldkraiburger Kommandant Bernhard Vietze. Die Ursache des Feuers, das zu einem Schaden in sechsstelliger Höhe führte, ist nach wie vor unklar. Auch Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen. Die Mühldorfer Kripo hat deshalb einen Zeugenaufruf gestartet.

Wer hat am Dienstag, 22. September, zwischen 12.15 und 12.45 Uhr im Gewerbegebiet Waldkraiburg verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen, die mit dem Brand in der Traunreuter Straße in Verbindung stehen könnten? Die Polizei ruft mögliche Zeugen auf, sich bei der Kripo, Telefon 08631/36730, oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Zeugenaufruf der Polizei

Die Feuerwehrleute in Stadt und Landkreis sind nach dem Brandanschlag vor einem halben Jahr in Waldkraiburg einiges gewöhnt. Das Feuer, das am Dienstag im Gewerbegebiet ausbrach, stellte sie erneut vor enorme Herausforderungen. Dazu gehört nicht zuletzt die unübersichtliche Situation am Brandort.

Gasflaschen im Gebäude: Die Gefahr für die Feuerwehr war groß

Nicht nur Farben waren in dem Gelände gelagert, „auch Gasflaschen standen unter Brand“, so Kommandant Vietze. Das Gefährdungspotenzial für die Feuerwehrleute sei „sehr hoch“ gewesen. „Wir hatten Glück, dass da nichts explodiert ist.“ „Glück“ – das Wort fällt öfter in seiner Einsatzbilanz. Zum Glück habe sich die enorme Rauchentwicklung nicht im Umfeld verbreitet, sondern sei schnell nach oben abgezogen. Eine Gefährdung der Wohnbevölkerung durch giftige Gase und Dämpfe wurde dadurch vermieden.

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Nur vier Personen erlitten leichte Verletzungen, beklagten Atemwegsbeschwerden und wurden ambulant versorgt, wie die Polizei am Mittwoch meldete. Mit der Erstalarmierung seien die Feuerwehren zu einem Schuppenbrand gerufen worden, so Vietze. Einsatzleiter Sven Riedl korrigierte die Alarmstufen schnell nach oben. Dass das Wohn- und Geschäftshaus nicht mehr zu retten sei, war laut Vietze schon beim Eintreffen der Rettungskräfte klar. Nicht nur der Anbau und der Gartenschuppen standen da schon in Flammen, auch der Dachstuhl habe bereits voll gebrannt.

Zweimal flammt das Feuer wieder auf

Rund 150 Rettungskräfte, Feuerwehren aus allen Stadtteilen, aus Aschau, Kraiburg und Mühldorf, sowie das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz waren im Einsatz. Über zwei Drehleitern und zahlreiche Atemschutz-Trupps wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht. Ein Bagger öffnete den Dachstuhl, um Glutnester ablöschen zu können. Gegen 21 Uhr schien der Einsatz beendet.

Doch um 22 Uhr musste die Waldkraiburger Wehr erneut anrücken, weil in einem Raum des Hauses Feuer ausbrach. Ein weiterer Kleinbrand war am Mittwoch kurz vor 7 Uhr zu löschen. Trotz Schaumteppichs und Starkregens war er zwischen Schuppen und Gebäude-Anbau, dort wo der Brand vermutlich ausgebrochen war, aufgeflammt. Allein die Waldkraiburger Feuerwehr, die mit 54 Mann im Einsatz war, brachte es laut ihrem Kommandanten auf 500 Einsatzstunden.

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Die Brandermittler von der Kripo konnten am Mittwoch noch keine Aussagen zur Brandursache machen konnten. Der hohe Zerstörungsgrad erschert ihre Aufgabe. Speziell geschulte Beamte der Spurensicherung unterstützen die Kripo. Zudem wurden laut Polizeipräsidium Rosenheim Sachverständige des Landeskriminalamtes angefordert.

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Die Erstmeldung vom 22. September

Waldkraiburg – Dass das Wohn- und Geschäftshaus, in dem sich unter anderen ein Farbenhandel befindet, schwer beschädigt wurde, konnten sie nicht verhindern. Die Traunreuter und die angrenzende Neutraublinger Straße wurden weiträumig abgesperrt.

Bei Ausbruch des Feuers mehrere Menschen im Haus

Über die Katastrophen-Warnapp Katwarn wurde die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen, Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten und das Gebiet weiträumig zu umfahren. Nach ersten Informationen am Brandort sollen sich bei Ausbruch des Feuers mehrere Personen in dem Haus aufgehalten haben, unter anderem der Besitzer des Gebäudes. Es habe allerdings keine Verletzten gegeben. 

Der Dachtstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses in Waldkraiburg steht in Flammen.

„Ich war im Haus, ich habe mich im Keller umgezogen“, sagt Hans Schödl und schüttelt den Kopf. Fassungslos steht er vor seinem brennenden Gebäude und beobachtet das Großaufgebot der Feuerwehren, das alles tut, um ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude zu verhindern.

Besitzer muss ansehen, wie sein Haus abbrennt

Das Wohn- und Geschäftshaus des 79-Jährigen können sie nicht mehr retten. Lichterloh brennt der Dachstuhl und eine riesige Rauchwolke steigt über dem Industriegebiet auf. Nach ersten vorläufigen Schätzungen sei von einem Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich auszugehen, so ein Polizeisprecher.

Gegen 12.45 Uhr hatte ein Nachbar einen Notruf abgesetzt. Peter Pribil, der Leiter der Baywa-Filiale, war von einem Kunden auf den Brand aufmerksam gemacht geworden und nach eigenen Worten sofort über die Straße zum Brandort gelaufen. Im hinteren Bereich, einem Anbau sei, so sein Eindruck, das Feuer ausgebrochen. Die Brandursache ist bislang unbekannt. Der Kripo ist vor Ort und hat mit den Ermittlungen begonnen.

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