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Prozess in Traunstein

„Tat hat mein Leben zerstört“: Opfer der Messerattacke von Waldkraiburg sagt unter Tränen aus

Lebensgefährliche Verletzungen erlitt einen 34-Jährige nach einer Messerattacke. Sie kam mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus.
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Lebensgefährliche Verletzungen erlitt einen 34-Jährige nach einer Messerattacke. Sie kam mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Emotional war die Aussage am Landgericht, immer wieder ist die 34-jährige Frau bei ihrer Aussage in Tränen ausgebrochen. Sie muss mit den Folgen eines Messersichts leben, den ihr eine ehemalige Freundin zugefügt hat.

Waldkraiburg/Traunstein – „Die Tat hat mein Leben zerstört – körperlich und psychisch“, sagte die 34-Jährige zu einem früheren Zeitpunkt gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Im Februar vergangenen Jahres eskalierte der Streit zwischen den beiden ehemaligen Freundinnnen, die 34-Jährige überlebte die Messserattacke in den Bauch nur knapp.

Diese Woche schilderte die Geschädigte vor dem Landgericht das Geschehen aus ihrer Sicht im Prozess der siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Christina Braune. Immer wieder brach sie dabei in Tränen aus. Im Wesentlichen bestätigte sie die Vorwürfe von Staatsanwältin Stephanie Windhorst. Für das Verfahren entscheidend war: Die Nebenklägerin lehnte eine Aussöhnung mit der Angeklagten ab.

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Beim nächsten Fortsetzungstermin am Montag, 30. Mai, um 9.15 Uhr werden Nachbarn berichten, was sie möglicherweise im Vorfeld des als gefährliche Körperverletzung angeklagten Falles sowie am Nachmittag des 24. Februar 2021, dem Tattag, beobachtet haben. Die 34-Jährige hatte durch den Messerstich in den Bauch schwere Darmverletzungen erlitten. Die beiden Frauen verband ursprünglich eine gute Freundschaft.

Kleinkrieg mit privaten Zwistigkeiten

Nach etwa sechs Jahren endete diese –¨wegen Bildern auf Facebook. Es folgte ein regelrechter Kleinkrieg mit privaten Zwistigkeiten und gegenseitigen Vorwürfen, bei denen es auch eine Anzeige beim Jugendamt wegen angeblicher Vernachlässigung von Kindern ging. Den negativen Höhepunkt bildete der körperliche Angriff der 38-Jährigen auf die vier Jahre jüngere Kontrahentin.

Um Grundsätzliches zu klären, war die 34-Jährige mit ihrem Lebensgefährten an jenem Nachmittag am Haus der Angeklagten erschienen. Während der lauten Debatte im Garten holte die 38-Jährige aus ihrer Handtasche ein aufklappbares Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge und stach bei dem „dynamischen Geschehen“, wie es die Verteidiger nannten, unvermittelt zu. Als sie gesehen hatte, was sie angerichtet hatte, verständigte die 38-Jährige selbst sofort per Notruf Polizei und Rettungskräfte.

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Der Stich in den Bauch hatte den Dünndarm an drei Stellen eröffnet. Viel Blut trat in den Bauchraum aus. Im Klinikum München-Großhadern mussten Ärzte bei einer Notoperation ein 30 Zentimeter langes Teilstück des Dünndarms entfernen. Wie gefährlich der Stich war – dazu wird der Rechtsmediziner Dr. Fritz Priemer aus Wonneberg zu späterer Zeit ein Gutachten erstatten.

Einen Schadensersatzanspruch des Opfers haben die Verteidiger bereits im Auftrag ihrer Mandantin „dem Grunde nach“ anerkannt. Zur Höhe des Schmerzensgeldes für die 34-Jährige mit Nebenklagevertreterin Kerstin Zinke aus Traunreut zur Seite wurde bisher allerdings noch nichts bekannt.

Keine Tötungsabsicht

Über ihre Verteidiger, Sewarion Kirkitadse aus München und Hubertus Werner aus Landshut, hatte die Angeklagte am zweiten Verhandlungstag die Tat einräumen lassen, ausdrücklich aber eine Tötungsabsicht verneint. Ziel der Verteidiger ist eine Strafe bis maximal zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

Die Anwälte hatten vor diesem Hintergrund in einem Rechtsgespräch ein Geständnis der Angeklagten, eine Entschuldigung und eine Schadenswiedergutmachung angeboten. Weder Staatsanwältin Stephanie Windhorst noch die Siebte Strafkammer sahen dafür bislang eine Möglichkeit aufgrund der Aktenlage.

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Ein wirksamer und für beide Seiten akzeptabler Täter-Opfer-Ausgleich könnte gemäß Vorsitzender Richterin Christina Braune ein wichtiger strafmindernder Aspekt für die 38-Jährige werden.

Die Hauptverhandlung geht nach Montag, 30. Mai, mit zwei so genannten „Schiebeterminen“ am 13. Juni und am 4. Juli zur Einhaltung der gesetzlichen Fortsetzungsfristen erst am 18. Juli weiter, gefolgt vom 25. Juli und 1. August.

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