Geht Tradition des „Firstbaum-Klopfa“ in Kraiburg verloren

Hans Unterforsthuber(links) beim „Firstbaum-Klopfa“ zur Feier des 300-jährigen Bestehens des Zimmerervereins in Kraiburg. Mehling
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Hans Unterforsthuber(links) beim „Firstbaum-Klopfa“ zur Feier des 300-jährigen Bestehens des Zimmerervereins in Kraiburg. Mehling

Der Zimmererverein Kraiburg und Umgebung hat mit dem Tod von Hans Unterforsthuber eines seiner bekanntesten Mitglieder verloren. Der Verstorbene, bekannt als „Weißn Hansl“, war seit 53 Jahren Mitglied beim Zimmererverein und ließ auch den alten Brauch des „Firstbaum-Klopfa“ wieder aufleben.

Kraiburg – Zunächst war Sepp Ober von Hundberg sein Partner, dann übte er diese Tradition mit Sepp Brandl z’Birmberg aus.

Dabei klopfen die beiden Zimmerer mit jeweils zwei Zimmererhackl verschiedene Rhythmen auf dem Firstbaum und teilten auf diese Weise in früheren Jahren der Umgebung mit, dass der Dachstuhl auf dem Gehöft oder Haus fertig aufgestellt ist. Mit diesem zur Schau gestellten „Firstbaum-Klopfa“ waren Hans Unterforsthuber und sein Kollege vielfach die Attraktion von großen Festen und Veranstaltungen, etwa beim 300-jährigen Gründungsfest des Zimmerervereins in Kraiburg, beim 350-jährigen Gründungsfest der Zimmererleute in Bad Tölz oder der Feier 550 Jahre Zimmererleute Deggendorf.

Aber auch der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel verfolgte begeistert das „Firstbaum-Klopfa“ bei einer Handwerksmesse in München. Der Zimmererstecken und der Zimmererhut stecken nun zur letzten Wanderung am Grab von Hans Unterforsthuber. Der Zimmererverein hofft, dass sich jemand findet, der den Brauch im Sinne des „Weißn Hansl“ fortsetzt. ng

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