Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


SELBSTSTÄNDIG MIT DEM EIGENEN FRISEURGESCHÄFT

Gegen Corona-Trend: Junge Frisörmeisterin erfüllt sich in Waldkraiburg Traum vom eigenen Laden

Dolna Visa gehört zu den ersten Kundinnen im neuen Salon von Lisa Hertling. Mitten in der Corona-Pandemie hat sich die junge Friseur-Meisterin ihren Traum vom eigenen Geschäft wahrgemacht.
+
Dolna Visa gehört zu den ersten Kundinnen im neuen Salon von Lisa Hertling. Mitten in der Corona-Pandemie hat sich die junge Friseur-Meisterin ihren Traum vom eigenen Geschäft wahrgemacht.
  • VonUrsula Huckemeyer
    schließen

Die junge Frisörmeisterin Lisa Hertling hat sich in Waldkraiburg den großen Traum vom eigenen Laden erfüllt. Dazu gehört viel Mut. Denn Zahlen und Erfahrungen von Handwerkskammer und Innung bestätigen, wie riskant das in Corona-Zeiten ist.

Waldkraiburg – Für sie sieht die Zukunft einfach rosig aus, hat sich Lisa Hertling doch ihren großen Traum vom eigenen Frisörgeschäft erfüllt. Die 20-Jährige wagte trotz Pandemie den Sprung in die Selbstständigkeit. Gegen den Trend: Denn laut Auskunft von Marco Wenz von der Handwerkskammer für München und Oberbayern haben im Vorjahr nicht weniger als zehn Frisörläden im Landkreis dicht gemacht.

„Corona kann meinen schönsten Traum nicht zerstören. Das lasse ich nicht zu“, betont die Friseurmeisterin ganz selbstbewusst und ergänzt: „In jeder Krise steckt bekannterweise auch eine Chance“. Und eine Chance sieht die Garserin bereits in ihrem Standort in der Berliner Straße. Eine Top-Lage wie sie annimmt. „Als ich von dem leeren Geschäft erfuhr, war mir sofort klar, da muss ich hin.“

Zuversichtlich durch die Krise

Nach einigen Wochen Renovierungszeit glänzt der Salon nun mit einer pastellfarbenen Rosenwand und mit lackierten Werkbänken, die zu Friseurtischen umfunktioniert wurden. Am 17. Mai sind bereits die ersten Kunden gestylt worden. Lisa Hertling ist zuversichtlich, die Krise erfolgreich zu bewältigen.

Corona hat Zahl der Läden im Landkreis dezimiert

Nach einigen Wochen Renovierungszeit glänzt der Salon nun mit einer pastellfarbenen Rosenwand und mit lackierten Werkbänken, die zu Friseurtischen umfunktioniert wurden. Seit Mitte Mai stylt sie dort ihre Kunden. Und: Lisa Hertling ist zuversichtlich, die Krise erfolgreich zu bewältigen.

Zehn Betriebsaufgaben allein im Jahr 2020 und 2021 schon wieder vier

Das ist nicht selbstverständlich. Denn die Krise hat auch das Friseurhandwerk schwer getroffen. Zehn Jahre lang war die Zahl der Betriebe im Landkreis stetig gestiegen, von 121 auf zuletzt 142 im Jahr 2019. Das geht aus einer Statistik der Handwerkskammer für München und Oberbayern hervor, die gleichzeitig für 2020 zehn Abgänge meldet. „Das ist viel. Vermutlich liegt es an Corona. Mir fällt jedenfalls kein anderer Grund ein“, sagt Marco Wenz, Statistiker bei der Handwerkskammer. So viele Betriebsaufgaben gab es zwar auch früher in einzelnen Jahren, doch diesen standen mindestens ebenso viele Zugänge gegenüber. Doch 2020 wagten sich nur vier Friseure an die Selbständigkeit. Und heuer stehen bislang zwei Zugängen doppelt so viele Abgänge gegenüber.

Innungsobermeisterin: Eine mutige Entscheidung

„Mutig ist es schon, in diesen Zeiten einen Frisörladen zu eröffnen“ glaubt Helga Wimmer, Obermeisterin der Friseurinnung Altötting/Mühldorf. Sie spricht von verschiedenen Betrieben, die aufgrund von Umsatzeinbußen rote Zahlen schreiben würden. Schließlich gäbe es schon monatelang weder Hochzeiten noch andere große Feste, die in normalen Zeiten den Frisören immer gute gefüllte Auftragsbücher beschert hätten. Außerdem würde das Geschäft mit der Schwarzarbeit nach wie vor florieren.

Lesen Sie auch: Ende der Zettelwirtschaft: Landkreis Mühldorf setzt in der Corona-Krise auf die Luca-App

Helga Wimmer berichtet von einer jungen Frau die vergangenen September in Altötting ein Frisörgeschäft aufmachte. Im Dezember kann dann der Lockdown. „Nur durch Unterstützung der Eltern konnte die Altöttingerin das Schlimmste verhindern“, erzählt die Obermeisterin.

Die ganze Familie steht hinter ihr

Von derlei dunklen Gedanken will die junge Geschäftsfrau in Waldkraiburg aber nichts wissen. „Freilich“, so gibt sie zu, seien ihre Großeltern anfangs schon etwas skeptisch gewesen, als sie von ihrem Vorhaben erfuhren. Aber jetzt stünden Oma und Opa und überhaupt die ganze Familie felsenfest hinter Lisa. „Sie stärken mir gemeinsam mit meinem Freund Joshua den Rücken.“

Lesen Sie auch: Außengastronomie bald offen: Trotzdem zieht Waldkraiburger Gastronom die Notbremse

Die junge Frisörmeisterin, vom Sternzeichen her eine Löwin, möchte sich mit Schwung und Elan durch die Krise beißen. Dass Corona miese Stimmung verbreitet, lässt Lisa Hertling einfach nicht zu. Und Salonhund „Murphy“ tut sein Übriges, damit weder Kunden noch Angestellte das Lächeln verlieren.

In Waldkraiburg ist Zahl der Betriebe fast konstant geblieben, anders im Landkreis

134 Friseurbetriebe gibt es aktuell im Landkreis Mühldorf, davon 25 in der Stadt Waldkraiburg.

Während sich die Zahl der Geschäfte in Waldkraiburg im vergangenen Jahrzehnt nahezu nicht verändert hat, gab es im Landkreis Mühldorf deutliche Veränderungen. Von 121 im Jahr 2010 stieg die Zahl bis 2019 auf 142 an und ging während der Corona-Pandemie wieder zurück. Das geht aus Statistiken der Handwerkskammer hervor.hg

Mehr zum Thema

Kommentare