Im Finken- und Meisenweg

Gefahren im Erdreich? In Waldkraiburg rückt die Kampfmittelsondierung an

Zu einer ersten Klärung der Kampfmittelsondierung haben sich Sven-Oliver Lorenz (von links), Stefan Lukasiewicz, Jens Widmann und Simone Unterhuber im Föhrenwinkel getroffen.
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Zu einer ersten Klärung der Kampfmittelsondierung haben sich Sven-Oliver Lorenz (von links), Stefan Lukasiewicz, Jens Widmann und Simone Unterhuber im Föhrenwinkel getroffen.
  • Hans Rath
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Schon seit vielen Jahren ist eine Straßenmaßnahme im Waldkraiburger Föhrenwinkel im Gespräch. Aber aus verschiedenen Gründen hatt sich die Erneuerung des Finken- und Meisenwegs immer wieder verzögert. Jetzt aber soll es losgehen. Doch bevor tatsächlich die Bagger rollen, muss noch eine Sache geklärt werden.

Waldkraiburg – Schon seit vielen Jahren ist eine Straßenmaßnahme im Föhrenwinkel im Gespräch. Aus verschiedenen Gründen hatte sich die Erneuerung des Finken- und Meisenwegs immer wieder verzögert. Jetzt soll es aber losgehen. Doch bevor tatsächlich die Bagger rollen, muss noch eine Sache geklärt werden.

Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse sollen erneuert werden, die Straße bekommt eine neue Asphaltdecke. Um Überraschungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu vermeiden, braucht es erst einmal eine Kampfmittelsondierung.

Elektromagnetische Impulse im Einsatz

Die Planung für die Sondierung übernimmt das Ingenieurbüro Behringer, die Firma Geoson ermittelt, ob in dem zu bearbeitenden Bereich Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Eventuell anfallende Bombenfunde würde die Firma HRS beseitigen und die Firma Swietelsky übernimmt die sich anschließenden Straßenarbeiten.

Zu einer ersten Klärung dieses Arbeitseinsatzes trafen sich nun Simone Unterhuber, die mit der Bauleitung in der Firma Swietelsky betraut ist, Stefan Lukasiewicz vom Planungsbüro Behringer und Jens Widmann sowie Sven-Oliver Lorenz, die die Firma Geoson vertreten.

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Mittels des TDEM-Verfahrens (Time Domain Elektro Magnetik) spürt die Firma Geoson Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Diese Methode wird speziell für die Metallkörper- und Kampfmittelortung im Vorfeld von Baumaßnahmen eingesetzt. Mit elektromagnetischen Impulsen eines Messgeräts lassen sich im Boden versteckte Metalle auffinden.

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Dazu wird über das zu untersuchende Gebiet ein Raster gelegt und anschließend das Messgerät über die entsprechende Fläche geschoben.

Jens Widmann erklärt: „Ertönt ein akustisches Signal, liegt Metall im Boden. Anhand der Signalstärke lässt sich auf die Metallgröße schließen“.

Jens Widmann erklärt: „Ertönt ein akustisches Signal, liegt Metall im Boden. Anhand der Signalstärke lässt sich auf die Metallgröße schließen“. Natürlich sei nicht jedes akustische Signal sofort der Hinweis auf eine Fliegerbombe. Jens Widmann weiter: „Wir haben auch schon einmal eine drei Tonnen schwere Achse einer Lokomotive gefunden, eine Badewanne oder ein Fahrrad.“

Im Boden ist ohnehin viel Metall zu finden. Ungewöhnlich ist das nicht. „Es ist normal, dass etwa 90 Prozent Schrott gefunden wird, zum Beispiel Eisenrohre, Kronkorken oder Ähnliches“, sagt Sven-Oliver Lorenz. Die Messungen seien bei jeder Witterung durchführbar. Nur bei Tiefschnee könnten keine Markierungen angebracht werden.

Bomben meist nicht tiefer als fünf Meter

Die Methode sei zuverlässig und so würden Bomben auch entdeckt werden, wenn sie nur einen halben Meter von einem Gullydeckel entfernt liegen. Sei der Abstand allerdings gering, werde es schwierig. Dann helfe nur die Erfahrung, um zu entscheiden, ob es sich um eine Fliegerbombe oder um den Gullydeckel handle.

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Bis zu einer Bodentiefe von fünf Metern ließen sich Metallgegenstände entdecken. Aus Erfahrung könne die Firma sagen, dass Bomben nicht tiefer lägen. Weiter in den Boden vorgedrungen seien die Bomben nur dann, wenn sie in einem weichen Flussbett oder um Geländeaufschüttungen aufgeschlagen seien.

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