Mutter von Bischof Albuin aus Gallizien

Gallizier auf Spuren ihrer Vorfahren

Aschau - Normalerweise machen sich gläubige Aschauer zum wallfahren auf. Vor rund sechs Wochen erhielt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ernst Doleschal aber einen Anruf aus Kärnten, genauer aus der Pfarrei Gallizien. Sie unternimmt am heutigen Freitag eine Fahrt nach Altötting und möchte bei dieser Gelegenheit auch in Aschau vorbeischauen, da hier der Bischof Albuin von Brixen gewirkt hat, der Ende des 11. Jahrhundert als Seliger verehrt wurde. Dessen Mutter stammt eben aus dem Ort Gallizien.

Ernst Doleschal räumt ein, dass man in Aschau einigermaßen überrascht über diesen Anruf gewesen sei, da über diese Verbindung eigentlich nichts bekannt gewesen sei. Ein Blick in das Aschauer Heimatbuch brachte Klarheit: Bischof Albuin von Brixen gehörte zum weitverzweigten Familienkreis der Aribonen. Sie waren am Ende des zehnten und im ersten Drittel des elften Jahrhunderts in Aschau, Thann und auf dem Tödtenberg begütert. Durch Schenkungen sowie durch Kauf- und Tauschgeschäfte gelang es ihm, die Besitzungen der Brixener Diözese wesentlich zu vermehren. Das alles ist durch Urkunden im Staatsarchiv von Wien belegt.

Heute Mittag wird die Gruppe aus Gallizien in Aschau erwartet. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, werden sie die Pfarrkirche besichtigen und zudem Infos zum Papst, zu Bischof Albuin und der Gegend bekommen. Diakon Egon Jobst recheriere derzeit die vorhandenen Informationen. Ernst Doleschal hat auch erfahren, dass die Gallizier einen eigenen Geschichtsprofessor mitbringen: "Mal schauen, was der zu erzählen hat". Zum Abendessen wird die Gruppe aus Gallizien aber bereits in Altötting erwartet. Mal schauen, ob sich aus diesem Kontakt mehr zwischen den beiden Gemeinden entwickelt. hsc

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