Fußballer suchen neuen Chef

Abteilungsleiter Marcus Dickow will sein Amt nach elf Jahren im März 2021 niederlegen.
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Abteilungsleiter Marcus Dickow will sein Amt nach elf Jahren im März 2021 niederlegen.

Waldkraiburg – Mit gut 300 Mitgliedern sucht eine der größten Sparten und damit eines der Flaggschiffe des VfL Waldkraiburg einen neuen Kapitän.

Nach elf Jahren im Amt wird Marcus Dickow sich nicht mehr zur Wahl stellen. Seine berufliche Situation lässt ein ehrenamtliches Engagement nicht weiter zu. Dickow wird allerdings dem Verein als Beiratsmitglied weiterhin unterstützend zur Verfügung stehen. Die aktuell missliche sportliche Situation der Ersten Mannschaft, die nach 21 Jahren Zugehörigkeit in der Bezirksliga voraussichtlich wieder den Gang in die Kreisliga antreten muss, hat nichts mit seinem Rückzug zu tun.

Stück Geschichtegeht zu Ende

„Auf- und Abstieg gehören beim Sport einfach dazu. Dass es in dieser außergewöhnlichen (Corona-)Saison uns erwischen wird, ist zwar sehr schade, aber sicher kein Beinbruch“ so der noch amtierende Boss der VfL-Fußballer.

Mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur geht ein Stück Familiengeschichte in der Abteilung Fußball zu Ende. Schon der Großvater von Marcus Dickow, Hans Pöschmann, führte von 1968 bis 1973 die Sparte. Seinem Vater Günther Beck (1988 bis 1994) folgte sein Onkel Axel Pöschmann für weitere zehn Jahre bis 2004. Seit 2010 ist nun Dickow erfolgreich im Amt. Schon vor der Corona-Krise suchte man vergeblich nach einem Nachfolger. In Zeiten von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ist es schwierig bis unmöglich die Suche zu intensivieren. Die Zeit jedoch drängt: Ende März ist mit einem Jahr Verspätung die Jahresversammlung der Fußballer geplant. Mit mehr als 300 Mitgliedern droht eine der größten Abteilungen des VfL ohne Führung da zu stehen.

Die Situation bereitet auch den restlichen Mitgliedern der Abteilungsführung, die zum großen Teil schon viele Jahre ihre Ämter engagiert ausüben, Sorgen. Das Problem ist auch dem Vorsitzenden des VfL-Hauptvereins Kai Röpke kein Unbekanntes. „Es handelt sich nicht um ein spezielles Problem der Fußballer, auch in anderen Sparten wird es immer problematischer, jemanden für das Ehrenamt zu begeistern. Menschen zu finden, die für ihren Verein Verantwortung übernehmen, wird bei uns wie überall immer schwieriger!“

Sozialer Kontaktin den Vereinen

Dabei verweist er aus eigener Erfahrung auch darauf, dass es sich durchaus lohnt, sich für andere zu engagieren. „Gerade in der momentanen Zeit wird es nach Ende der Beschränkungen wichtig sein, für Kinder und Jugendliche gleichermaßen, wie auch für Erwachsene, im Sport und seinen Vereinen wieder die sozialen Kontakte pflegen zu können. Dafür brauchen wir Mitstreiter, die es wagen neue Wege zu gehen und sich einzubringen,“ motiviert Röpke. feu

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