Die Fusion ist beschlossene Sache

OVB
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Die Vorstände der beiden Clubs ziehen an einem Strang und wollen auch im neuen Verein Verantwortung übernehmen: Ayhan Tastan, Mustafa Karatepe und Hakan Kilic.

Waldkraiburg - Der FC Türkspor und der FC Ayyildiz, die beiden Waldkraiburger Fußballclubs mit türkischen Wurzeln, tun sich zusammen. Die Fusion der beiden Vereine ist bereits beschlossene Sache.

Unter dem neuen Namen "FC Waldkraiburg" sollen ab der nächsten Saison drei Mannschaften in den Spielbetrieb geschickt werden.

Viele Jahre lang konnten die Vereine nicht zueinander kommen, eine Fusion war im Gespräch, scheiterte aber aus unterschiedlichen Gründen. Jetzt haben sich die Vorstandschaften der beiden Clubs in vielen Gesprächen aufeinander zubewegt. Auch beim Namen haben sie sich auf einen gemeinsamen Nenner verständigen können - "FC Waldkraiburg". Was liegt näher?, fragen die Vorsitzenden Mustafa Karatepe und Hakan Kilic, die beide schon über 30 Jahre in der Stadt leben. Während bei Ayyildiz noch mehrheitlich türkische Spieler kicken, ist Türkspor schon seit vielen Jahren ein Waldkraiburger Vielvölker-Club. Auch Deutsche, Italiener, Griechen, Afrikaner und sogar Japaner liefen und laufen für die Mannschaften auf.

Nur das Logo mit türkischer Fahne erinnert noch an die türkischen Wurzeln. Der ältere der beiden Vereine, der 1987 gegründete Türkspor, ist bereits im Vereinsregister unter dem neuen Namen eingetragen. Der im Jahr 2000 gegründete FC Ayyildiz wird sich diesem Verein anschließen, erklärt Ayyildiz-Vorstand Kilic.

Drei Mannschaften werden gemeldet

So sei es vereinbart und auch von den Mitgliedern der beiden Vereine bereits abgesegnet. Ein Termin für die Gründungsversammlung steht zwar noch nicht. Aber über die Besetzung der wichtigsten Posten in der künftigen Vorstandschaft sei man sich einig, so die Vertreter der Vereine in einem Gespräch mit der Zeitung. Mustafa Karatepe soll den Vorsitz übernehmen, Hakan Kilic Zweiter Vorsitzender werden, Ayhan Tastan Fußball-Abteilungsleiter. Die weiteren Posten sollen je zur Hälfte Ayyildiz- und Türkspor-Mitglieder besetzen. Noch gibt es zwei Vereinsheime. Im nächsten Jahr will man sich aber auf eines einigen. 60 Mitglieder bringt Türkspor in die Fusion ein, 75 Ayyildiz.

Bisher hatten die beiden Vereine je zwei Mannschaften gemeldet, ab Herbst sollen es insgesamt drei sein, eine davon vielleicht sogar in der Kreisklasse. Für Ayyildiz ist der Aufstieg über die Relegation noch möglich. Klappt das nicht, werden in der nächsten Saison zwei A-Klassenmannschaften in zwei verschiedenen Gruppen sowie eine in der C-Klasse antreten. Es bleibt bei den zwei Trainern Cem Özgümüs und Toni Weichert, die Mannschaften werden aber neu formiert. Karatepe: "Wir sind ein Verein."

Jugendmannschaften wird es vorerst nicht geben. Türkspor hatte das vor einigen Jahren versucht. Die Teams wurden wieder abgemeldet, so Karatepe, weil es an Trainingsplätzen fehlte.

Daran hat sich nichts geändert: Plätze sind knapp in der Stadt. Die Fusion werde da allenfalls eine gewisse Erleichterung bringen, meint Dietmar Heller, Sportreferent des Stadtrates. Das Zusammengehen der Vereine werde bei der Stadt grundsätzlich begrüßt.

Was die Benutzung der Plätze angeht, kündigt Heller für die neue Saison nach einem Gespräch von Bürgermeister und Vertretern der Stadt mit den Fußballvereinen eine Änderung an: Den Teams des VfL sollen in Zukunft die Plätze am Jahnstadion für das Training vorbehalten sein, der Sportplatz an der Lisztstraße den Mannschaften des FC Waldkraiburg zur Verfügung stehen. Nach der Flutlichtanlage, die dort installiert wurde, braucht es dafür noch einen strapazierfähigen Rasen und bewegliche Tore, um den Platz ausgeglichen zu belasten. In der Spielpause im Sommer soll laut Heller dafür gesorgt werden. Spiele, so ist es zugesagt, dürfe der FC weiter im Jahnstadion austragen.

Diskussion um Trainingsplätze

Mustafa Karatepe und seine Kollegen sind über diese Regelung nicht glücklich. "Wir möchten auch weiter im Jahnstadion trainieren", sagt der Vorsitzende, dort wo Türkspor 25 Jahre trainiert habe. Er hofft, dass darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und es nach der Fusion weitere Gespräche gibt. Der neue Verein sehe sich nicht als Konkurrenz zum VfL, sei vielmehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Verein und für die Unterstützung durch die Stadt.

Überschattet wird das Verhältnis zwischen den Fußballclubs derzeit von Vorfällen bei einem A-Klassen-Spiel zwischen der 2. Mannschaft des VfL und Ayyildiz am letzten April-Wochenende. Während Vertreter des VfL einzelnen Spielern und Betreuern des Gegners Beleidigungen und tätliche Angriffe vorwerfen, weist Vorstand Kilic diese Darstellung als überzogen zurück. Ein Ayyildiz-Spieler habe zurecht Rot wegen Unsportlichkeit gesehen, sei dafür zwei Wochen gesperrt und vereinsintern bestraft worden. Entzündet hat sich der Disput laut Kilic nach einer schweren Verletzung eines Ayyildiz-Spielers. In den nächsten Tagen werde es ein Gespräch mit Vertretern der 2. VfL-Mannschaft geben, um die Wogen zu glätten.

Um sich ein abschließendes Urteil über die Vorfälle bilden zu können, fehlen dem Sportreferenten noch immer einige Informationen, vor allem der Schiedsrichterbericht. Grundsätzlich stellt Heller fest, dass die Stadt von einem Verein mit dem Namen "FC Waldkraiburg" natürlich erwarte, dass er sich seiner Verantwortung als Aushängeschild der Stadt bewusst ist und "Spieler, Betreuer und Zuschauer sich vernünftig verhalten".

Am Sonntag, 10. Juni, wollen die Verantwortlichen des "FC Waldkraiburg" die Pläne bei einer Info-Veranstaltung für Mitglieder und Interessierte von 14 bis 16 Uhr in der Schenkerhalle offiziell vorstellen. Auch der Bürgermeister und andere Vertreter der Stadt werden dazu eingeladen.

hg

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