Gedichte und Kurzgeschichten

Für Bairisch muss sich keiner genieren: Autorin aus Jettenbach schreibt seit 30 Jahren Bücher

Annemarie Köllerer ist auf ihre zahlreichen Publikationen ziemlich stolz.
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Annemarie Köllerer ist auf ihre zahlreichen Publikationen ziemlich stolz.
  • vonUrsula Huckemeyer
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Eine Melange, Block und einen Stift, mehr braucht Annemarie Köllerer nicht, wenn sie gemütlich in einem Salzburger Kaffeehaus sitzt und an ihren bayerischen Gedichten und Kurzgeschichten feilt. Die Jettenbacher Mundartautorin schreibt seit 30 Jahren Bücher.

Jettenbach Annemarie Köllerer hat so manche Stunden in schmucken Kaffeehäusern verbracht, und zwar immer mit der Intention, Seite um Seite ihrer kleinen Geschenkbücher zu füllen, die von der Verlagsanstalt Bayerland in Dachau heraus gebracht werden.

In den Sommermonaten gerne in Salzburg

„Mein Mann und ich verbringen die Sommermonate oft und gerne in Salzburg“, verrät Annemarie Köllerer. Sie schwärmt vom Kunst- und Kulturangebot der Mozartstadt und von der Inspiration an allen Ecken und Enden für ihre Geschichten. Aber auch in ihrem Haus in Jettenbach fühlt sich die Autorin pudelwohl und gibt zu: „Ich bin einfach wahnsinnig gerne daheim.“

Daheim geht es rund beim Schreiben

Und daheim ging es all die Jahre im Hinblick auf das Schreiben richtig rund. Bevor sich die gelernte Industriekauffrau ans Bücherschreiben machte, verfasste sie für den Münchner Merkur unter der Rubrik „Bayerische Heimat“ unzählige Beiträge. Der Wendelstein Kalender veröffentlichte darüber hinaus lange Zeit Geschichten und Gedichte aus Köllerers Feder.

Die dichterische Ader hat sie vom Großvater

Die dichterische Ader, so die Vermutung der Autorin, stamme wahrscheinlich von ihrem Großvater Matthias. „Er hat über Gott und die Welt gedichtet“, berichtet die Jettenbacherin, die im Jahre 1992 ihr erstes Geschenkbücherl mit dem Titel „Weihnachten spürn“ der Öffentlichkeit präsentierte.

13 Bücher veröffentlicht, dazu drei E-Books

Mittlerweile blickt die im Sternzeichen Skorpion geborene Autorin auf 13 Buch-Publikationen zurück. Sie arbeitete auch an zahlreichen Anthologien mit und brachte drei E-Books im Eigenverlag heraus. Die Liebe zu ihrer Heimat und zum bayerischen Dialekt dominieren in den vielen Gedichten und Geschichten der Schreiberin, die nicht verstehen kann, dass bayerische Eltern ihren Kindern den Dialekt oftmals gar nicht mehr beibringen wollen.

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„Unsere Regionalsprache ist doch so warm und eigentlich überall beliebt. Wer Bairisch spricht, muss sich bestimmt nicht genieren.“ Das sieht auch Annemaries Gatte Erich so. Er ist überhaupt sehr stolz auf seine bessere Hälfte und offenbart: „Meine Frau braucht nur ein passendes Stichwort zu bekommen, schon sprudeln aus ihr die Ideen für ein neues Gedicht oder für eine kleine Geschichte nur so heraus.“

Leichtfüßig, spitzbübisch, hintersinnig

Die Texte in den Köllerer-Geschenkbüchern kommen leichtfüßig, spitzbübisch und manchmal auch hintersinnig daher. Das Anliegen der Jettenbacherin ist es seit jeher, die Leser mit ihren Geschichten zu erfreuen.

Gerade die jüngste Ausgabe mit dem Titel „Verkorkste Weihnachten“ soll wie ein Antidepressivum auf die Leser einwirken. Die Autorin bezieht sich auf die Corona-Krise und bedauert: „Unser aller Leben ist momentan ziemlich anstrengend. Die Pandemie kratzt an der Seele.“

Ein Weihnachtsbuch zum Abschied?

Quasi als Gegenpart dazu dient das pfiffige Weihnachtsbuch, das Annemarie Köllerer mit anderen Heimatschriftstellern verfasste. Für sie bedeutet dieses Büchlein aber noch etwas Zusätzliches: Die Jettenbacherin will sich mit diesem Band nämlich nach knapp drei Jahrzehnten als Autorin zurückziehen. Zumindest sieht es im Moment danach aus.

Doch dann holt Annemarie Köllerer aus einer Schublade noch ein Blatt Papier hervor. Es steht ein von ihr verfasstes Märchen drauf. Dabei geht es um Krankheit, Geduld und Hoffnung. „Das Soziale ist auch mein Ding, schließlich habe ich vor vielen Jahren für längere Zeit im Kloster Au gearbeitet und dort Kinder mit Handicap unterstützt“, so Köllerer.

Arbeit im Franziskushaus hat sie geprägt

Sie bezeichnet auch im Nachhinein diese Tätigkeit im heutigen Franziskushaus als sehr prägend für ihr ganzes Leben. Ob eines Tages überraschenderweise doch noch ein „Jettenbacher-Märchenbuch“ aus dem Hut gezaubert wird, bleibt derzeit offen.

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