Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Entlastung für Ordnungsamt und Polizei

Fünf Jahre Sicherheitswacht: Wie Ehrenamtler für ein gutes Gefühl in Waldkraiburg sorgen

Einsatztraining bei der Sicherheitswacht: Ani Pitsch (2.v.l.), Jürgen Zabelt (Mitte) und Lucy Scholtes (2.v.r.) nehmen die Personalien von Michael Drobilitsch (links) und Thorsten Scholtes (rechts) auf.Eschenfelder
+
Einsatztraining bei der Sicherheitswacht: Ani Pitsch (2.v.l.), Jürgen Zabelt (Mitte) und Lucy Scholtes (2.v.r.) nehmen die Personalien von Michael Drobilitsch (links) und Thorsten Scholtes (rechts) auf.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
    schließen

Sie gehen ehrenamtlich mit offenen Augen durch die Stadt, sie haben stets ein offenes Ohr für ihre Mitbürger, entlasten das Ordnungsamt und die Polizei und sorgen so für Sicherheit in der Stadt.

Waldkraiburg – Was haben die alte Frau, die sich in der Dämmerung vor Einbrechern fürchtet, der Mann in seinen besten Jahren, der sich über die Hecke seines Nachbarn aufregt, und der Fierant, der morgens um halb sieben einen Stand am Markt wegen eines Betrunkenen nicht aufbauen kann, gemeinsam? Sie alle freuen sich, wenn sie die Männer und Frauen in ihren dunkelblauen Jacken und Polo-Shirts erblicken.

Da ist jemand, der mit seiner Präsenz Diebe abschreckt; da ist jemand, der den Nachbarn über das Ortsrecht bei Hecken aufklärt; da ist jemand, der den Nachtschwärmer ruhig, aber bestimmt entfernt. Die Rede ist von den zwölf Waldkraibugern, die sich in der Sicherheitswacht (SiWa) engagieren. Sie sorgen für ein gutes Gefühl in der Stadt und haben stets ein offenes Ohr. „Mir gefallen die Gespräche mit den Menschen“, so SiWA-Mann Ingo Sczodruch, „egal ob es ein kurzer Small-Talk ist oder sie ihre Probleme loswerden wollen.“

Bindeglied für Bürger, Stadt und Polizei

„Wir sind froh, dass wir sie haben“, sagt Norbert Meindl vom Waldkraiburger Ordnungsamt. „Sie sind ein tolles Bindeglied zwischen der Bevölkerung, der Stadt und der Polizei.“

2016 stimmten Waldkraiburgs Stadträte einstimmig für eine SiWa. 2017 bildete die Polizei die ersten elf Bewerber aus: unter anderem im Sicherheitswachtgesetz, in Straf- und Ortsrecht und am Funkgerät sowie mit kleinen Rollenspielen. Seitdem waren die Ehrenamtlichen gut 6000 Stunden auf Waldkraiburgs Straßen und Plätzen unterwegs.

Auch wenn die Sicherheitswacht vom Freistaat bezahlt wird, in der Polizei ihren Stützpunkt hat, von ihr betreut wird und mit ihr zusammenarbeitet, sie ist eigenständig. Sie organisieren ihre Dienstpläne und Routen selbst. „Drei, vier Stunden sind sie jeweils in der Stadt unterwegs“, erklärt Polizeikommissar Matthias Mayer, der bei der Polizeiinspektion die SiWa betreut. „Und das bei Regen und Kälte“, ergänzt der stellvertretende Dienststellenleiter Dietmar Meißner, der die SiWa mit aufgebaut hat.

„Sie sind keine Reservepolizei und ersetzen uns nicht“, betont Meißner. „Sie sind Bürger für die Bürger, Ansprechpartner für kleinere Probleme.“ Während die Polizei im Streifenwagen sitzt, sind sie auf der Straße unterwegs, nehmen Personalien auf, sprechen mal Platzverweise aus oder weisen auf die Leinenpflicht für Hunde hin. Sie melden der Stadt, wenn sie Schmierereien oder Müll entdecken. „Sie gehen einfach mit offenen Augen durch die Stadt“, so Meindl. „Sie entlasten uns“, urteilen Meindl und Meißner übereinstimmend.

Zuverlässig, fit und redegewandt

Bewerber müssen zwischen 18 und 60 sowie fit, redegewandt und zuverlässig sein, eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen, ein Einstellungsgespräch sowie einen Abschlusstest bestehen. Und das neben dem normalen Brotjob.

Warum? Für Ingo Sczodruch, der 2010 nach Waldkraiburg kam, war es einfach „die ideale Gelegenheit, die Stadt und die Menschen kennenzulernen.“ Dominik Scholtes „wollte den Leuten in der Stadt helfen und gleichzeitig das Gefühl von Sicherheit verstärken. Am Schönsten ist es, wenn wir jemanden in Not helfen können.“

Für Meißner haben sich die Erwartungen an die SiWa in den fünf Jahren ihres Bestehens „mehr als erfüllt“. Auch die Beamten profitieren davon – nicht nur bei der Arbeit. SiWa-Betreuer Mayer: „Ich lerne, wie es draußen in der Wirtschaft so ist und welche Probleme es da gibt. Das erweitert meinen Horizont.“

Und ein klein wenig Neid könnte auch mitschwingen, wenn Meißner, mit Blick auf den Freiraum der SiWa, sagt: „Es wäre schon schön, wenn wir für Probleme auch diese Zeit hätten.“ Unterm Strich ist er äußerst zufrieden: „Die Sicherheitswacht ist ein Bereich, der zur Polizei Waldkraiburg dazugehört. Es ist eine gute Truppe. Da kann man stolz darauf sein.“

Mehr zum Thema

Kommentare