So fühlt sich Covid-19 an: Eine Waldkraiburgerin berichtet von ihrer Corona-Erkrankung

Auch die Waldkraiburger Familie musste zur Corona-Abstrichstelle auf dem Parkplatz des Landratsamtes. Eß
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Auch die Waldkraiburger Familie musste zur Corona-Abstrichstelle auf dem Parkplatz des Landratsamtes. Eß

Eine Familie aus Waldkraiburg hat sich mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. Während das 70-jährige Ehepaar unter grippeähnlichen Symptomen leidet, bleibt die 32-jährige Tochter gesund. Als der Mann Probleme mit der Atmung bekommt, muss er ins Krankenhaus. Die Geschichte einer Covid-19-Erkrankung.

Waldkraiburg – Grippesymptome, antriebslos und Husten: Eine Familie aus Waldkraiburg gehört mit zu den ersten Corona-Erkrankten im Landkreis. Nach 14 Tagen endet heute ihre Quarantäne.

Noch immer steigen die Zahlen der Corona-Erkrankten. Bislang sind im Landkreis Mühldorf 285 Fälle bekannt, bayernweit liegt die Zahl bei 25.355 (Stand: 6. April, Robert-Koch-Institut) bekannten Fällen. Doch auch immer mehr gelten als geheilt oder können das Krankenhaus wieder verlassen. Wie unterschiedlich die Krankheit verlaufen kann, zeigt das Beispiel einer Waldkraiburger Familie. Sie möchte anonym bleiben, aber dennoch von ihrem Fall erzählen.

Der Mann in der Klinik, die Tochter gesund

Vater, Mutter (beide 70 Jahre) und die 32-jährige Tochter sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Schlapp und antriebslos fühlte sich das 70-jährige Ehepaar etwa zu dem Zeitpunkt, als bayernweit alle Schulen geschlossen worden sind. Typische Symptome einer Grippe eben.

Doch drei Tage später aber bekommt der Mann Probleme mit der Atmung. „Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst haben wir einen Termin im Mühldorfer Krankenhaus bekommen, wo mein Mann auf Corona getestet worden ist“, erzählt sie.

Seit dem Corona-Test in häuslicher Quarantäne

Das Ehepaar sei dann wieder nach Hause geschickt worden, wo sie auf das Ergebnis warten sollten. Von diesem Zeitpunkt hat sich das Paar in häusliche Quarantäne begeben. Versorgt wurden sie von der Schwiegertochter und einer zweiten Tochter.

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Wenige Tage später dann die Gewissheit: „Das Ergebnis war positiv.“ Daraufhin wurden auch die Ehefrau und die 32-jährige Tochter am Landratsamt getestet. Das Ergebnis: Beide haben sich infiziert. Sie und ihr Mann zählen aufgrund ihres Alters und einer Vorerkrankung ihres Mannes zu den Risikogruppen. Während sie und ihr Mann grippeähnliche Symptome zeigen, bleibt die Tochter gesund.

Typisches Corona-Symptom: Geschmackssinn zeitweise weg

„Es fühlt sich an wie eine richtige Grippe. Ich hatte Husten, war schlapp und appetitlos und hatte keinen Geschmackssinn mehr.“ Probleme mit der Atmung hatte sie nicht. Ganz anders ihr Mann. Nur wenige Tage nach der Diagnose bekommt ihr Mann erneut Probleme mit der Atmung und kommt mit dem Rettungswagen in die Klinik.

„Wir hatten Glück, dass wir rechtzeitig ins Krankenhaus sind, sodass mein Mann das Coronavirus gut übersteht. Ihm geht es jetzt auch wieder besser“, erzählt sie. Er musste allerdings mit Sauerstoff versorgt werden, wurde isoliert, aber liege wenigstens nicht auf der Intensivstation. Nun hoffe ihr Mann, dass er bald keinen Sauerstoff mehr benötige, die Blutwerte stimmen, sodass er wieder nach Hause darf.

Zehn Tage mit Beschwerden

„Ich hab‘s jetzt ziemlich überstanden“, sagt die Frau kurz vor Ende der Quarantäne. Zehn Tage hatte sie Beschwerden, die erst vergangene Woche nachgelassen hätten. Noch fühle sie sich nicht wieder vollständig fit, aber sie sei zufrieden.

„Wir wissen nicht, wo wir uns angesteckt haben könnten. Wir waren in keinem Risikogebiet. Und von unseren Nachbarn und Bekannten, mit denen wir Kontakt hatten, ist niemand an Corona erkrankt“, erzählt sie. Es bleibt ihr Rätsel, zumal auch Nachbarn an Corona erkrankt seien, mit denen sie zuvor aber keinen Kontakt hatten.

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„Viele haben das Thema anfangs vielleicht zu locker gesehen, haben es zu leicht genommen. Wir ja auch.“ Viele Leute seien noch unterwegs gewesen, manche Starkbierfeste über die Bühne gegangen.

„Das alles war zunächst weit weg“, sagt die Waldkraiburgerin. In Regionen wie Südtirol oder Tirol, wo sie und ihre Familie gar nicht gewesen sind. Sie habe öfter überlegt, wo sie sich angesteckt haben könnte. „Aber eigentlich bin ich ganz froh darum, es nicht zu wissen.“

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