Frischer Wind im Rathaus - wie die neue Bürgermeisterin von Kraiburg ihre Aufgabe angeht

Mit Petra Jackl (CSU) weht ein neuer, frischer Wind durch das Kraiburger Rathaus. Historisch gesehen ganz sicher. Ist doch die 51-jährige Kommunalpolitikerin die erste Frau auf dem Bürgermeisterstuhl der Marktgemeinde.

– Der weibliche Touch?

Apropos Stuhl – einen solchen für ihren neuen Schreibtisch anzuschaffen und ihr Büro ein wenig umzugestalten, hat Petra Jackl als erstes gemacht. Da habe jeder eine eigene Art zu arbeiten, schmunzelt die Familienmutter und Geschäftsfrau. Wichtiger war ihr, alle Mitarbeiter vor Ort persönlich zu begrüßen und kennenzulernen. Basis für eine gute Kommunikation und ja – auch Atmosphäre.

Ob das der weibliche ‚Touch‘ ist? Vielleicht. Petra Jackl lacht. „Es geht doch darum, so gut wie möglich zusammenzuarbeiten. Für Mitarbeiter ist meine Tür immer geöffnet!“

Neue Formen der Kommunikation

Einen regen Austausch in der Gemeinde hat die langjährige Gemeinderätin, die unter anderem als Beauftragte für Familie und Senioren tätig war, ohnehin gepflegt. Petra Jackl ist ein „Vereinsmensch“ und als solcher sehr engagiert. Dass sie gerade in dieser Hinsicht nach Amtsantritt aufgrund der Corona-Krise nicht in die Vollen gehen kann, bedauert sie. Vereinsfeste oder -Versammlungen sind tabu. Ein Grund mehr für die engagierte Bürgermeisterin, neue Wege der Kommunikation mit den Bürgern zu suchen.

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Man sei gerade dabei, eine Facebook-Seite der Gemeinde zu erstellen. Auch ein Newsletter ist angedacht. Um die Gemeindepolitik transparenter zu machen, werden darüber hinaus künftig Protokolle des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzungen im Internet veröffentlicht.

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Möglichst alle mit ins Boot holen. Da geht der Blick von Petra Jackl nicht nur in Richtung Bürgerbeteiligung, sondern auch zu den Gemeinderäten. „Es ist doch im Sinne eines produktiven Miteinanders, Entscheidungen offen im Gremium zu diskutieren. Besser als sie vorab ‚im kleinen Kämmerlein‘ auszumachen“, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Daher hat sie nicht nur ein Treffen der Fraktionsvorsitzenden regelmäßig anberaumt; auch sollen Unterlagen wie etwa Baupläne, noch bevor sie im Rat diskutiert werden, allen Ratsmitgliedern zugänglich gemacht werden.

„Da das geplante Ratsinformationssystem noch geprüft wird, weichen wir derzeit mit der BayernBox auf die ‚kleinere‘ Cloud-Lösung aus. Es funktioniert.“ Und wenn mal Fragen offen sind – warum nicht zum Telefonhörer greifen und bei Petra Jackl anrufen?

Große Projekte stehen an

Informationspolitik, das ist das eine. Große Projekte stehen an, die der alte Gemeinderat noch angestoßen hatte und die nun angepackt werden wollen. Der Bau des Naturbads, zu dem jüngst der Spatenstich gesetzt wurde, und die Teilsanierung der Schule stehen ganz oben auf der Agenda. „Beide Vorhaben sind im Haushalt bereits eingeplant. Für das Naturbad konnten mit Leader und einem Bundesprogramm sogar zwei Fördertöpfe angezapft werden.“

Auf sicheren finanziellen Boden stehen allerdings nicht alle Projekte. Wie die Situation nach dem Lockdown aussehen wird, wisse derzeit noch niemand so genau. Ein Blick in die Glaskugel wäre das, so die Bürgermeisterin. Sicher ist: Manche Projekt müssten eben auf den Prüfstand gestellt werden, auch wenn wie im Fall des geplanten Freizeitgeländes ebenfalls Fördergelder zur Verfügung stehen.

Investitionen in Straßensanierungen

Investitionen hätten freilich die Straßen im Außenbereich nötig. Als passionierte Radfahrerin weiß Jackl genau, wo die Schlaglöcher zu finden sind. Zumindest für die Staatsstraße zwischen Gasteig in Richtung Maxloh sieht es gut aus. Die Sanierung der Straße, die durch die Bauarbeiten an der Gaspipeline ramponiert worden war, übernimmt zu einem guten Teil bayernets. An anderen Stellen müsse halt auf Sicht gefahren werden.

Keine Frage. Große Aufgaben stehen vor der Türe, die Jackl mit Freude annimmt. „Es ist ein großes Glück, gestalten zu dürfen, auch wenn es freilich die aktuelle Krise nicht einfacher macht!“ So manche Überlegungen beschäftigen sie noch nach Feierabend, wenn sie das Rathaus längst verlassen hat.

Eigentlich ein Fulltime-oib

Die Geschäftsfrau nimmt ihre neue Rolle sehr ernst. „Das Bürgermeisteramt in Kraiburg ist in mancherlei Hinsicht herausfordernd.“ Eigentlich sei es ein Fulltime-Job – nicht bloß ein Ehrenamt. Das wusste Petra Jackl schon, als sie sich entschlossen hatte zu kandidieren. Das würde nicht ohne die Unterstützung der Familie funktionieren. Im Familienbetrieb wird ihr der Rücken freigehalten; Aufgaben werden delegiert. Denn auch in wirtschaftlichen Abläufen sind Ordnung und Kommunikation (fast) alles.

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