Für Frieden in den Herzen und Köpfen gebetet

Auf Initiativevon Pfarrer Lars Schmidt haben Vertreter der Kirchen und der Kommunalpolitik mit den Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde, hier Dialogbeauftragte Nurseda Baskent und Imam Önder Eyvaz, für Frieden in den Herzen und Köpfen gebetet. Fischer
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Auf Initiativevon Pfarrer Lars Schmidt haben Vertreter der Kirchen und der Kommunalpolitik mit den Vertretern der türkisch-islamischen Gemeinde, hier Dialogbeauftragte Nurseda Baskent und Imam Önder Eyvaz, für Frieden in den Herzen und Köpfen gebetet. Fischer

Waldkraiburg – Es war wohl für alle ein wohltuendes Zeichen von Toleranz, Verständigung und friedlichem Miteinander – für die Besucher des Friedensgebets im Stadtpark wie auch für die vier Religionsgemeinschaften und die Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Pfarrer Lars Schmidt hatte zu diesem Treffen eingeladen, „um ein Bekenntnis für ein solidarisches Zusammenleben in unserer Stadt abzulegen“, wie er betonte.

Schutz vorTerror erfleht

Nurseda Baskent, Dialog-Beauftragte der türkisch-islamischen Gemeinde, rezitierte zusammen mit Imam Önder Eyvaz aus dem Koran und erflehte im Gebet Schutz vor Terror in vielen Teilen der Erde, „für uns, unsere Familien und unsere schöne Stadt Waldkraiburg, damit unsere Gesellschaft nicht gespalten und unser friedliches Miteinander nicht zerstört wird. Wir bitten aufrichtig auch um die richtige Leitung derer, die ihre Herzen und Seelen mit Hass erfüllt haben.“

Diesen Gedanken griff Pastor Benjamin Klammt von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde auf. Er zitierte aus einem Paulus-Brief: „Wir sagen Dank, wenn wir in Frieden und Sicherheit leben dürfen.“ Pater Bernhard Stiegler rief mit einem Gebet von Papst Franziskus alle auf, sich mutig für Gerechtigkeit einzusetzen und auf dem guten Weg weiterzugehen: „War der Erfolg der letzten Woche Zufall? Sehen wir ihn als Geschenk Gottes!“

Lars Schmidt zitierte aus dem 18. Psalm, dass Vorurteile und Verbitterung aus den Herzen genommen werden sollten und er endete mit dem jüdischen Friedensgruß Shalom.

Für Landrat Maximilian Heimerl war es genau das richtige Signal, das mit diesem Friedensgebet gesetzt wurde. Für ihn sei es unvorstellbar, dass jemand so viel Hass in sich tragen könne. „Wir blicken jedoch voller Zuversicht in die Zukunft für die Gesellschaft in Waldkraiburg.“ Der Landkreis stehe solidarisch hinter der türkischen Gemeinde. Bürgermeister Robert Pötzsch sieht zwar nach dieser Woche seit der Ergreifung des Täters für viele wieder eine gewisse Normalität gekommen. „Warum aber kam es zu dieser Tat? Gibt es Mitwisser? Wir werden uns in unserem jungen Waldkraiburg, wo so vielfältige Kulturen zusammenstehen, immer wieder daran erinnern: Wir halten zusammen, das ist unsere Stadt!“

Bevor Pfarrer Simon Stritar mit seinen Bitten um Frieden und Menschlichkeit die Gebetsstunde beendete, verwies der Vertreter von „Mühldorf ist bunt“, Hartmuth Lang, auf den gemeinsamen Ursprung von Muslimen, Juden und Christen, der im Alten Testament liegt. „Dieses Fundament ist trotz verschiedener Entwicklungen bis heute das gleiche geblieben. Auch unsere Stadt steht auf ihm: Lasst uns die Türen öffnen und unsere Nachbarn immer wieder herzlich empfangen.“ fis

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