Ärger um Plakat

Fridays for Future-Kreisgruppe Mühldorf wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Plakat sorgt für Diskussionen: Unter die Forderungen für mehr Klimaschutz mischen sich auch klassenkämpferische Parolen. Gegen die Kritik von Seiten der Grünen Jugend wehrt sich nun die Fridays for Future-Kreisgruppe.
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Das Plakat sorgt für Diskussionen: Unter die Forderungen für mehr Klimaschutz mischen sich auch klassenkämpferische Parolen. Gegen die Kritik von Seiten der Grünen Jugend wehrt sich nun die Fridays for Future-Kreisgruppe.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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„Wir wehren uns“ – mit diesen Worten reagiert die Fridays-for-Futur-Kreisgruppe (FFF) auf die Kritik der Grünen Jugend. Diese will die Demo am Freitag boykottieren, weil ihrer Ansicht nach die Bewegung für „parteipolitische Zwecke“ vereinnahmt wird..

Waldkraiburg – Es geht um die Forderungen „Netzsch vergesellschaften“ und „Weg mit dem Kapital“, mit denen für die Demo am Freitag geworben wird. In diesen Zielen kritisieren die Grünen eine „Vereinnahmung der Bewegung durch die Organisation der FFF Ortsgruppe Mühldorf für parteipolitische Zwecke“. Grünen-Kreissprecher Zacharias Spörl erwähnte auf Nachfrage, dass es der Grünen Jugend nicht leicht gemacht worden sei, sich im Vorfeld der Demo einzubringen.

Aufruf über WhatsApp gestartet

Ein Vorwurf, den die FFF-Kreisgruppe nicht stehen lassen will. Es hätte über WhatsApp einen Aufruf gegeben, sich bei der Organisation einzubringen, wie Dennis Uzon im Namen der FFF-Kreisgruppe Mühldorf schreibt. „Wer sich in einem Bündnis nicht einbringt, aber im Nachhinein Forderungen aufstellt, gar Vereinnahmung vorwirft, besitzt kein Recht, die Klimaschutzbewegung nach ihren Vorstellungen zu gestalten“, heißt es in der Mitteilung.

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In den Forderungen sieht Uzon auf Nachfrage keinen Widerspruch dazu, dass Fridays for Future als „überparteiliches Klimaschutzbündnis“ agiere. Auch andere FFF-Gruppen würden die Abschaffung des Kapitals fordern. Als Beispiel nannte er Köln, wo das Bündnis „AufBäumen“ mit der Bewegung Fridays for Future Ende vergangenen Jahres dazu aufgerufen hatte, den Energiekonzern RWE zu enteignen. Man fordere eine andere Wirtschaftspolitik, in der Firmen sich an ökologische und soziale Standards orientieren sollen, so Uzon.

Schulleiter äußert sich zum Vorgang

Werner Groß, Schulleiter der Realschule, schätzt es, wenn sich Schüler engagieren. In diesem Fall sei es für ihn nicht nachvollziehbar, wer hinter der Organisation der Demo stehe. Die Beteiligten müssten sich der Frage stellen, wie es zu diesem Plakat gekommen sei. Von der Firma Netzsch will bislang niemand Stellung nehmen.

Am Freitag, 14 Uhr, startet am Waldkraiburger Volksfestplatz die Fridays-for-Future-Demonstration. Gegen 14.30 Uhr ist die Abschlusskundgebung auf dem Volksfestplatz geplant.

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