Großer Traum von der Bundesliga

Fit mit der Pfeife: Waldkraiburger Schüler will als Schiedsrichter groß rauskommen

Auf dem Fußballplatz greift er zur Pfeife, zuhause spielt er Klavier: Marcel Buchhorn ist im Förderkader für Schiedsrichter.
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Auf dem Fußballplatz greift er zur Pfeife, zuhause spielt er Klavier: Marcel Buchhorn ist im Förderkader für Schiedsrichter.
  • vonUrsula Huckemeyer
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Schiedsrichter haben es nicht immer leicht. Dennoch hat sich Marcel Buchhorn für diesen Weg entschieden. Mit seinen 17 Jahren hat er es mittlerweile in den Förderkader geschafft.

Waldkraiburg – Freilich ist sein Traum noch meilenweit entfernt, eines Tages vielleicht die Partie Dortmund gegen Schalke vor 80.000 Zuschauern pfeifen zu können. Doch ohne Ehrgeiz und Visionen geht es nicht, das steht für Marcel Buchhorn fest. Sein Ziel: ein fähiger Schiedsrichter zu werden. Mit seinen 17 Jahren ist er aber in dieser „Sportart“ schon recht gut dabei.

Im Sommer 2019 stieg der Gymnasiast in die Herren A-Klasse auf. Im darauffolgenden Winter ging es mit der Kreisklasse weiter. „Aktuell arbeite ich am Kreisligaaufstieg“, erklärt der Waldkraiburger, der versucht, sich jedes Jahr neue Ziele zu setzen.

Aufgenommen in den Förderkader

Dem runden Leder ist Marcel schon sehr früh verfallen. Mit gerade mal sechs Jahren interessierten den Buben bereits Bundesliga-Spiele. Auf den Geschmack des grünen Rasens brachte Marcel eigentlich sein Cousin Ralf, der damals schon begeisterter Spieler gewesen ist. Vor fünf Jahren klinkte sich Marcel beim Vfl Waldkraiburg als Fußballer ein. Im Laufe der Zeit liebäugelte der Schüler jedoch immer mehr mit der Aufgabe eines Schiedsrichters.

Erste Spielleitungen brachten ihn ins Grübeln: „Ich musste mich zwischen spielen und pfeifen entscheiden, denn für Beides fehlte mir die Zeit.“ Die Entscheidung fiel zugunsten der Funktion eines Unparteiischen aus. Nach einem ersten Kurs im Februar 2018 durfte Marcel bereits im April bei der D-Jugend in Kirchweidach mit der Trillerpfeife aufs Fußballfeld.

Was Marcel besonders gut gefällt: „Ein Schiedsrichter pfeift nicht nur ein Spiel, er leitet es auch.“ Weil es mit dem Schiri-Dasein recht gut klappt, wurde der junge Mann mittlerweile in den Förderkader aufgenommen. Marcel findet hierbei für seinen Betreuer und Coach Erwin Vilsmeier lobende Worte. „Er schaut sich meine Fußballspiele an und wir analysieren sie anschließend gemeinsam.“

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Dass Schiedsrichter immer wieder als Buhmänner herhalten müssen, sieht der 17-Jährige relativ gelassen und meint, anstatt zu schimpfen sollten Spieler und Zuschauer besser die Fehler ihrer eigenen Mannschaft unter die Lupe nehmen. „Wenn ein Spieler eine hundertprozentige Torchance nicht zum Sieg nutzt, dann ist es unangebracht Einzelentscheidungen des Schiedsrichters als Grund für eine Niederlage ins Feld zu führen.“

Während auf dem Fußballplatz die Pfeife das richtige Instrument für den Gymnasiasten ist, ist es zu Hause das Klavier. Als Ausgleich zum Schulalltag greift Marcel nämlich gerne in die Tasten. Reicht das noch nicht aus zum „Gedankenloswerden“, dann schnürt er die Sportschuhe und läuft im Jahnstadion oder im Wald seine Runden. „Das Laufen kommt natürlich auch meinem Schiedsrichter-Job entgegen“, so der 17-Jährige.

Schiedsrichter-Treffen fallen aus

In nächster Zeit gibt es für ihn auf dem Fußballfeld allerdings nichts zu tun. Es ist Winterpause. Aufgrund von Corona fallen im Moment sogar die monatlichen Schiedsrichter-Treffen aus, die für Marcel im Hinblick auf Gemeinschaft und Fortbildung eigentlich sehr wichtig wären. Für den jungen Sportler steht jedoch fest: „Corona bedeutet Solidarität gerade auch mit den älteren Mitbürgern. Wir müssen als Gesellschaft alle an einem Strang ziehen.“

Marcel ist ein Familienmensch. Er hofft auf Besserung der Corona-Lage um das Weihnachtsfest nicht nur mit den Eltern und den zwei jüngeren Brüdern, sondern auch mit seinen Großeltern verbringen zu können.

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