Außer Konkurrenz

Waldkraiburger Mark Lohr bei bedeutendem Preis für Nachwuchsregisseure als Kameramann dabei

Mit Profis wie Tina Kaiser (links) und Gabriele Lechner durfte Mark Lohr im Dezember den Live-Stream der Camgaroo-Preisverleihung produzieren.
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Mit Profis wie Tina Kaiser (links) und Gabriele Lechner durfte Mark Lohr im Dezember den Live-Stream der Camgaroo-Preisverleihung produzieren.
  • vonPeter Becker
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Mit seinem Kinofilm hat der Waldkraiburger Filmemacher Mark Lohr in diesem Sommer Premiere gefeiert. Dem Film bleibt er zwar nach wie vor treu, ist aber kurz vor Weihnachten in eine andere Rolle geschlüpft. Für ihn bislang der größte Schritt, den er machen konnte.

Waldkraiburg – Der Camgaroo-Award ist einer der bedeutendsten Preise für Nachwuchsregisseure. 2002 wurde er ins Leben gerufen, um unabhängigen Filmemachern eine Bühne zu geben. Jedes Jahr gehen bei der Jury hunderte Bewerbungen ein, die in verschiedenen Kategorien prämiert werden. Für Mark Lohr gehört es dazu, sich ebenfalls um diese Auszeichnung zu bewerben. Er hatte 2016 mit seinem fünfminütigen Streifen „Voll der Glückstag“ selbst den Camgaroo Award in der Kategorie Ultrakurzfilm abgeräumt. Dieses Jahr war er Teil des Teams des Camgaroo Awards.

Ein neues Kapitel für den Filmemacher

Mark Lohr war hauptverantwortlich für Kamera und Schnitt bei der diesjährigen Verleihung, die als Internetstream zu sehen war. Der junge Waldkraiburger hat Erfahrung hinter der Kamera: Mit keinem beziehungsweise nur geringem Budget hat er zwei Filme ins Kino gebracht. Sein neuer Film „Morgen sind wir tot“ feierte im Sommer Premiere. „Gerade in diesem Jahr war das alles andere als einfach“, betont der 24-jährige sowohl über seinen zweiten Film, als auch über die Aufgabe beim Award.

„Wir haben wegen der Auflagen eine ganz ausgefeilte Timetable gebraucht“, erklärt der Nachwuchsregisseur. Denn anstatt live die Verleihung zu senden, musste aufgrund der Corona-Pandemie an zwei Tagen in der Bavaria Filmstadt in München gedreht werden. Doch das allein reichte nicht: Eine Agentur lieferte die Vorstellungen der für den Preis nominierten Filme, einige Videobotschaften von Jurymitgliedern, die wegen Corona nicht vor Ort waren, mussten noch passend eingefügt werden.

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Das alles war für Mark Lohr sein „bisher größter Schritt in höhere Spähren“. Er ist sich sicher, dass sich mit der Anfrage von Gabriele Lechner, ob er den Kamerapart in diesem Jahr übernehmen würde, nun „ein neues Kapitel geöffnet hat“.

Denn die Zusammenarbeit mit der österreichischen Opernsängerin, die 2002 den Nachwuchsförderpreis ins Leben rief, sei perfekt. Nicht nur, weil sie so viel Erfahrung mit Amateuren und dem Filmemachernachwuchs hat, sondern auch, weil sie rund um den Award ein richtig gutes Netzwerk etabliert habe.

Rückblickend über seinen Gewinn im Jahr 2016 sagt der Waldkraiburger, dass „man sich angesichts der konkurrierenden Beiträge, ebenso wie der aktuellen, wirklich geehrt fühlen kann, gewonnen zu haben“. Damit, dass er in diesem Jahr bei der Preisverleihung in München die Kamera führen durfte, sieht der junge Filmemacher ein rund zehnjähriges Kapitel semi-professioneller Produktionen als beendet.

Aktuell arbeitet er mit Gabriele Lechner an einer Produktion, über die er noch nicht viel verraten will, außer „dass es etwas Neues, Schönes und Belebendes ist, mit so vielen Profis zusammenzuarbeiten“. In Abhängigkeit, wann Kinos wieder öffnen dürfen, könnte der neue Film bereits im Frühsommer in Deutschland anlaufen. Dennoch sei es das Ziel, den Film auch wieder in die Kinos zu bringen, weil dort ein ganz anderes Filmerlebnis möglich sei, als beispielsweise im Heimkino. „Eine reine Streamingproduktion würde ich höchstens machen, wenn man mir eine Pistole an den Kopf setzt!“, sagt Lohr. Er ist davon überzeugt, dass das Kino eine Zukunft hat.

Die Arbeit vor Ort verbessern Produktion

Wie war es denn, mit Branchengrößen wie Harold Faltermeyer zusammenzuarbeiten? „Zunächst hatte ich natürlich großen Respekt.“ Um etwaige Berührungsängste zu verringern, hat er sich aber beispielsweise das autobiografische Buch des Komponisten und Produzenten besorgt. Besonders begeisterte ihn an dem breit aufgestellten Produzenten aus München, dass er „total menschlich war und ich mich sofort auf einer Ebene gefühlt habe“.

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Die Begegnungen rund um den Camgaroo Award 2020 bestärkten den jungen Waldkraiburger, der schon in seiner Jugend mit Vaters Videokamera erste Aufzeichnungen inszenierte, in seiner Vision von gutem Kino. „Meine Vorbilder sind Christopher Nolan und Quentin Tarantino“, gesteht Mark Lohr. Greenscreen und digitale Filmtechnik seien zwar heute nicht mehr wegzudenken, doch „es geht nichts darüber, am Set mit dem Flow zu gehen“. Man könne ein noch so perfektes Drehbuch schreiben, doch erst die Arbeit mit den Profis und ihren Ideen vor Ort lasse eine Produktion noch besser werden.

Die Jury beim Camgaroo Award

Der Jury gehörten der Internetpionier Sebastian von Bomhard, Filmproduzent Max Wiedemann, Fernsehmoderatorin Barbara Schepanek, die Schauspieler Nick Wilder, Marianne Sägebrecht und Christine Mayn,  Medienmanager Kai Blasberg, Journalistin Tina Kaiser, Redakteurin Birgitt Wolff sowie der Film- und Musikproduzent Harold Faltermeyer an. Nicht zuletzt aber auch Camgaroo Channelmanager Björn Kindler und die Initiatorin Gabriele Lechner.

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