WALDKRAIBURGER FERIENRÄTSEL (FOLGE 14)

Filiale des Todes

Was übrig blieb von einer menschenverachtenden und -vernichtenden Ideologie, die die eigene Nation über alles stellte: Reste des KZ-Außenlagers Mittergars, eine von vielen „Filialen des Todes“, Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau, in denen überwiegend jüdische Häftlinge durch Arbeit vernichtet werden sollten. hg
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Was übrig blieb von einer menschenverachtenden und -vernichtenden Ideologie, die die eigene Nation über alles stellte: Reste des KZ-Außenlagers Mittergars, eine von vielen „Filialen des Todes“, Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau, in denen überwiegend jüdische Häftlinge durch Arbeit vernichtet werden sollten. hg

Waldkraiburg – Es scheint ein Wald wie jeder andere zu sein, das Holz zwischen Grafengars und Mittergars, keine zehn Kilometer südwestlich von Waldkraiburg.

Doch wer auf die überwucherten Betonreste stößt, auf das Mahnmal am Waldrand trifft, erfährt: Hier befand sich eine „Filiale des Todes“, eines jener berüchtigten Außenlager des KZ Dachau, in dem im Dritten Reich Menschen durch Arbeit vernichtet werden sollten und oft durch direkte Gewalteinwendung ermordet wurden.

Ein dunkles Kapitel der Lokalgeschichte schlagen wir in der heutigen Folge des Waldkraiburger Sommerrätsels auf: Es geht um das ehemalige Lager Mittergars, das dem Außenkommando Mühldorf unterstellt war und dessen Häftlinge zum Bau der Rüstungsanlage im Mühldorfer Hart im Einsatz waren. Bis zu 350 überwiegend jüdische Häftlinge aus Ungarn, Polen und anderen Ländern Europas lebten hier in primitiven Baracken, bewacht von SS-Leuten, auf einem Gelände, das mit einem dopppelten Stacheldrahtzaun umschlossen war.

250 Gramm Brot und ein halber Liter Ersatzkaffee, mittags und abends je ein Teller Gemüsesuppe, der den Namen nicht verdiente – das war die Tagesration für diese Häftlinge, von denen viele aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse Krankheiten, vor allem Fleckfieber, zum Opfer fielen. Schon um 4 Uhr früh konnte man die Schreie der Häftlinge beim Morgenappell in der Umgebung hören, berichten Zeitzeugen.

42 Tote wurden in einem Massengrab in der Nähe des Lagers vergraben und nach dem Krieg auf Friedhöfe umgebettet.

Wann wurde dieses KZ-Außenlager errichtet? Im Oktober 1933? Dann tragen Sie als 4. Buchstaben ein „P“ in den gesuchten Lösungssatz ein. Im Oktober 1939? Dann sollten Sie ein „R“ notieren. Für den Oktober 1942 ein „V“ und für Oktober 1944 ein „W“.

Die richtige Antwort finden Sie zum Beispiel im Kreisheimatmuseum in Mühldorf und auf dem Gelände des ehemaligen Lagers, wo überwucherte Überreste im Wald daran erinnern, welches Leid rassistische Ideologie über Menschen gebracht hat und bringen kann. Die Beschilderung an der Kreisstraße von Jettenbach-Gars-Bahnhof führt auch zu einem Mahnmal, das seit 2007 der Opfer gedenkt. hg

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