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BRAND IN ADLERGEBIRGSSTRASSE

Feuerwehr musste das Dach öffnen

Über die Drehleiter verschaffte sich die Waldkraiburger Wehr Zutritt zur Dachgeschosswohnung – doch hier kam der Rauch nicht her.
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Über die Drehleiter verschaffte sich die Waldkraiburger Wehr Zutritt zur Dachgeschosswohnung – doch hier kam der Rauch nicht her.

150 Einsatzkräfte von elf Feuerwehren hatten gestern alle Hände voll zu tun: Das Dach eines Mehrfamilienhauses in der Adlergebirgsstraße brannte. Der Schaden beläuft sich mindestens auf eine Million Euro. Die 30 Bewohner blieben unverletzt und wurden im Haus der Kultur und in Hotels untergebracht. Zwei Feuerwehrmänner erlitten einen Stromschlag.

Waldkraiburg – Der Rauch am Giebel war erst noch kaum zu sehen, als die Feuerwehr Waldkraiburg gestern Vormittag zu einem Mehrfamilienhaus in der Adlergebirgsstraße gerufen wurde. Eine Stunde später stand das Dach in Flammen.

Ein Bewohner der Hausnummer 3 hatte das Piepsen eines Rauchmelders gehört und verständigte die Waldkraiburger Feuerwehr. Die Bewohner sowie das Praxisteam von und mit Dr. Christian Dorn wurden evakuiert.

Der Zugang zu den Wohnungen war erschwert, zum Teil konnte man die Schlüssel besorgen, zum Teil mussten Türen oder Fenster aufgebrochen werden. Doch aus den Wohnungen im vierten Stock kam der Rauch nicht, erklärt der Waldkraiburger Kommandant Bernhard Vietze. Vermutlich sei es ein Kabelbrand im Bereich des Speichers gewesen, über den abgehängten Decken, der sich durch die Isolierung fraß und dann aufs Dach übergriff.

Provisorische Unterkunft mit Feldbetten

Die starke Rauchentwicklung erschwerte es den Feuerwehrleuten, den Brand zu lokalisieren. Über die Drehleitern der Waldkraiburger und auch der Mühldorfer Wehr wurde von beiden Seiten her gelöscht. Mehrfach wurde nachalarmiert und am Ende waren 150 Einsatzkräfte von elf Feuerwehren – darunter auch Aschau, Ampfing, Heldenstein, Pürten, St. Erasmus, Ebing, Kraiburg, Lauterbach, Jettenbach sowie zusätzlich die Werksfeuerwehr der Nitrochemie – vor Ort und hatten stundenlang alle Hände voll zu tun.

Über die Drehleitern gelang es, das Dach zu öffnen, um mit dem Löschwasser gegen die Flammen etwas ausrichten zu können. Gegen Ende des Einsatzes konnte das Dach schließlich abgedeckt werden, damit auch kein Glutnest übersehen wird.

Brandermittler der Kripo waren vor Ort, um die genaue Ursache herauszufinden. Als Schadenshöhe gibt die Polizei mindestens eine Million Euro an. Zwei Feuerwehrleute erlitten einen Stromschlag, einer von ihnen musste zur Beobachtung über Nacht im Krankenhaus bleiben. Der angrenzende Netto-Markt und die angrenzenden Wohnungen des restlichen großen Dreispänners wurden vorsorglich evakuiert. „Durch die fehlenden Brandschutzwände war die Gefahr, dass das Feuer sich ausbreitet, zu groß“, so Vietze.

„Wann weiß ich, ob alles verbrannt ist und ob ich überhaupt noch etwas besitze“, wollte ein junger Mann wissen, als Siegfried Hanesch von der Stadt im Haus der Kultur einen Lagerbericht abgab. „Vermutlich ist das Gebäude eine Zeit lang nicht betretbar, Sie können auch im Moment keine Kleider von dort holen“, so Hanesch. Ein Polizist der PI Waldkraiburg erklärte, dass die paar Tausend Liter Löschwasser und die Brandeinwirkungen Schäden am Objekt verursacht haben. „Erst muss geklärt werden, ob die Statik in Mitleidenschaft gezogen wurde, außerdem besteht noch Gefahr durch herabstürzende Ziegel und das Gebäude muss erst vom Rauch befreit werden. Wir bitten um Geduld.“

Im kleinen Saal wurden die betroffenen Bewohner der Hausnummer 3 vom BRK betreut und verköstigt, die Anwohner aus den Hausnummern 5 und 7 waren auch da; sie konnten nach kurzer Zeit wieder in ihre Wohnungen. Die Menschen aus der Nummer 3 nicht. Sie übernachten auf Feldbetten im Haus der Kultur oder werden in Hotels untergebracht, sofern sie nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen. „Sie haben sich in sogenannten Begleitkarten registriert und werden von uns versorgt und verköstigt. Wenn Sie sich aus unserer Obhut entfernen, tragen Sie sich bitte aus den Listen aus“, bat Hanesch.

„Wer muss regelmäßig Medikamente einnehmen und hat nicht ausreichend dabei?“, fragte ein junger Sanitäter und kümmerte sich um die Personen, die sich melden.

Sollte es länger dauern, bis die Menschen wieder in ihre Wohnungen können, wird möglicherweise in einer Schulturnhalle eine provisorische Unterkunft eingerichtet, dort sind genügend Duschen vorhanden.

Zweiter Bürgermeister Richard Fischer warb für Verständnis, man müsse die Aufräumarbeiten der Feuerwehr abwarten. Über Facebook informiert die Sprecherin der Stadt, Stephanie Till, die Bürger über neue Entwicklungen; hier erfahren sie, wann sie ihre Wohnungen betreten können.

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