Federer gewinnt in Waldkraiburg, aber Rambold wird neuer Landrat

LandratErich Rambold(links) bei der 25-Jahr-Feier der Industriegemeinschaft Waldkraiburg im Juli 1971 mit Unternehmer Emil Lode, dem Rambold das Bundesverdienstkreuz überreichte. Stadtarchiv

Waldkraiburg und die Welt – Erich Rambold ist neuer Landrat im Landkreis Mühldorf.

In der Stichwahl setzt sich der Jurist aus Mühldorf gegen den SPD-Kandidaten Josef Federer, Bürgermeister von Mühldorf, durch. Das berichtete die Zeitung in dieser Woche vor 50 Jahren.

Einer der jüngsten Landräte Bayerns

Federer holt zwar die meisten Stimmen in den Städten Mühldorf und Waldkraiburg, in fast allen Gemeinden setzt sich aber CSU-Bewerber Rambold durch. Das reicht für einen klaren Sieg mit 58 Prozent. Mit 32 Jahren ist der neue Landrat einer der jüngsten in ganz Bayern. Vertreter der CSU schätzen die 45 Prozent, die Rambold im SPD-regierten Waldkraiburg holt, als großen Erfolg ein, Die Wahlbeteiligung liegt in Waldkraiburg bei 64,1 Prozent. (Zum Vergleich: Bei der jüngsten Kommunalwahl lag sie bei 42,7 Prozent; Anm. d. Red.)

Gasexplosion in Hotelzimmer

„Schläger machen Stadt unsicher“ titelt die Zeitung in der Woche vor 50 Jahren. Nach mehreren handgreiflichen Auseinandersetzungen an einem Wochenende. Bestürzung löst eine Straftat aus, die zwei unbekannte Burschen verüben. Diese hatten einen Renter (67), der auf dem Heimweg von einer Gastwirtschaft war, zusammen geschlagen. Der Mann wurde so schwer am Kopf verletzt, dass er in eine Münchner Klinik gebracht werden musste.

Zwei Hotelgäste werden bei einer Gasexplosion in einem Fremdenzimmer in der Berliner Straße verletzt. Ein kaputtes Gewinde hatte Gas austreten lassen. Ein Streichholz, mit dem sich ein Hotelgast eine Zigarette anzünden wollte, löste die Explosion aus.

Der zweite Unglücksfall dieser Art innerhalb von wenigen Monaten sorgt in der Stadt, in der ein wachsender Anteil von Gebäuden mit Erdgas beheizt wird, für Unruhe.

Der Waldkraiburger Zahnarzt Albin Teistler wird zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Egerländer Gmoi gewählt. In Waldkraiburg ist auch das große Landestreffen der Heimatgruppe geplant.

Eier für den ganzen Landkreis

Den Eierbedarf des gesamten Landkreises könnte eine Hühnerfarm in Aschau decken, über die die Zeitung eine Reportage zu den Osterfeiertagen veröffentlicht. Das Unternehmen mit 60 000 Legehennen zählt mit 50 000 Eiern täglich zu den größten Eierproduzenten im ganzen Bundesgebiet. An die Tiere wird jeden Tag 7,5 Tonnen Futter automatisch verfüttert.

Münchens beliebter Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD) will nicht mehr als Stadtoberhaupt kandidieren, sondern in die Landespolitik wechseln. hg

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