Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wie sieht der Wald von morgen aus?

Fachleute informieren auf Spaziergang bei Waldkraiburg zur Anpassung der Bäume

Revierleiterin Monika Löffelmann (vorne) erläutert die Pflanzversuche mit der Baumhasel im Staatswald, deren Vorkommen von Südosteuropa und Kleinasien bis in den Himalaja reicht.
+
Revierleiterin Monika Löffelmann (vorne) erläutert die Pflanzversuche mit der Baumhasel im Staatswald, deren Vorkommen von Südosteuropa und Kleinasien bis in den Himalaja reicht.

Monika Löffelmann spürte vergangenen Sonntag, Revierleiterin der Bayerischen Staatsforsten Waldkraiburg, und der ehemalige Umweltminister Dr. Marcel Huber, bei einem Waldspaziergang durch den Mühldorfer Hart der Frage nach, wie der Wald der Zukunft aussehen könnte.

Waldkraiburg – Die Tanne ist im Zuge des Klimawandels eine wichtige Baumart. Sie ersetzt zum Teil die Fichte, die bisher der „Brotbaum“ für Waldbesitzer und Staatsforsten war.

Die Fichte benötigt durch ihre Flachwurzeln mehr Feuchtigkeit, während die Tanne mit ihrer tiefwachsenden Pfahlwurzel für die Stabilität der Bestände sorgt. In Reinkultur ist die Fichte durch den Borkenkäfer gefährdet. Der Klimawandel schreitet schneller voran, als sich die Arten anpassen können. Daher wird sich der Fichtenanteil in unseren Lagen reduzieren.

„Warum baut man die noch bestehenden Nadelbaumschonungen nicht in artenreiche Bestände um?“, fragte eine Teilnehmerin. Löffelmann erläuterte, dass die Bestände noch zur Beschattung von Schatten ertragenden Arten, wie die Tanne und die Buche dienen. Ein sogenannter Unterbau ist wichtig, wenn Stürme Altbestände vernichten.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Waldkraiburg finden Sie hier.

Welche Baumarten den wärmer werdenden Temperaturen standhalten können, ist keine einfache Frage. Die Bäume müssen mit Trockenheit und Frost zurechtkommen.

Die Revierleiterin führte zu einer Versuchsfläche, auf der gut 200 Baumhaseln von den Staatsforsten gepflanzt wurden. Hier wird untersucht, ob die Baumhasel, die ursprünglich in der Türkei beheimatet ist, bei uns Fuß fassen kann.

Huber machte in seinem Wald gute Erfahrungen mit wärmeliebenden Baumarten, wie den Speierling und der Elsbeere. Auf Kahlflächen, die die Stürme verschulden, müsse meist erst die Brombeere gemäht werden, die sonst die Jungpflanzen überwuchert. Eine weitere Erschwernis bereitet das Rehwild, das die Triebe der Bäume frisst. Hier gilt es, den Wildbestand anzupassen.

Huber resümierte, dass Waldbesitzer, Jäger und Staatsforsten, nur gemeinsam den Wald in eine stabile Zukunft führen können.

Löffelmann sieht optimistisch in die Zukunft

„Klar ist, dass man ein breites Spektrum an Baumarten pflanzen muss, damit unsere Wälder stabil in die Zukunft wachsen. Der Wald bleibt erhalten. Er wird jedoch sein Gesicht verändern.“

Die Exkursion ist der Auftakt für den landkreisweiten Baumpflanztag am 13. November in Mühldorf. Die Schirmherrschaft übernehmen Huber, Landrat Max Heimerl und Bürgermeistersprecher Thomas Einwang. Das Projektmanagement der Öko-Modellregion organisiert die Gemeinschaftsaktion, die eine Beziehung zwischen Mensch und Natur sowie das Bewusstsein für die Leistung schafft, die ein Baum erbringt.

Vom Sommer bis in den Herbst gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm: von Waldbegehungen, über Lesungen bis hin zu künstlerischen Aktionen für Kinder im Wald. Die Gemeinden sind eingeladen, Vielfalt und Leben in ihre Bereiche zu bringen, in dem sie Bäume, Hecken, Streuobstwiesen an geeigneten Orten pflanzen. Vereine, Kindergärten, Schulen, andere Organisationen sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe dürfen ihre Idee verwirklichen und ihre Aktion melden unter www.wirpflanzeneinenbaum.de. (re)

Mehr zum Thema

Kommentare