Aus dem Polizeibericht

Es hagelte Anzeigen: Polizei löst Corona-Party in Waldkraiburg auf

Eine private Feier in einer Wohnung in der Porschestraße hat die Polizei in der Nacht vom Freitag auf Samstag aufgelöst.
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Eine private Feier in einer Wohnung in der Porschestraße hat die Polizei in der Nacht vom Freitag auf Samstag aufgelöst.

Zu einer verbotenen Corona-Party haben sich junge Leute am Freitagabend in einer Privatwohnung in der Porschestraße zusammengetan. Prompt gab es Ärger mit der Polizei. Und das nicht nur einmal in dieser Nacht.

Waldkraiburg–Weil die jungen Leuten partout nicht einsehen wollten, dass sie nicht zusammen feiern dürfen, hagelte es Anzeigen.

Teilnehmer aus zehn Haushalten

Wie die Polizei weiter mitteilt, war kurz vor Mitternacht ein Anruf bei der Inspektion eingegangen. Ein Anwohner machte die Polizei auf die Feier aufmerksam. Bei der Überprüfung vor Ort stellten die Beamten von außen eindeutige Geräusche fest, die auf ein größeres Treffen in der Wohnung eines 19-Jährigen hindeuteten. Noch im Treppenhaus trafen die Polizisten einen weiteren Gast an, der noch zur Party in die Wohnung wollte.

Die Streifenbesatzung stellte dort zehn Personen fest, die laut Polizei alle aus unterschiedlichen Haushalten stammten und der Einladung des Heranwachsenden gefolgt waren. Damit verstieß eindeutig die Privatfeier gegen die derzeit geltende Verordnung, die auch private Treffen auf höchstens zehn Personen aus maximal zwei Haushalten beschränkt.

Zwei Teilnehmer flüchteten übe den Balkon

Wie das Polizeipräsidium mitteilt, flüchteten zunächst zwei Personen über einen Balkon ins Freie. Das Treffen wurde von der Polizei beendet und alle Beteiligten im Alter von 19 und 29 Jahren angezeigt.

Kurze Zeit später wandte sich erneut ein Anwohner an die PI: In der gleichen Wohnung werde die Party nun von vier Leuten fortgesetzt. Die Ordnungshüter schritten erneut ein und setzten dem Treiben ein Ende.

Einige feierten einfach weiter

Beim Verlassen des Einsatzortes stießen die Beamten im Nahbereich schließlich noch mal auf vier Beteiligte des ersten Einsatzes, die sich wieder getroffen hatten. Hinzu kam eine eine 20-jährige Frau, die am Bein blutete. Diese Wunde hatte sie offensichtlich bei der vorangegangenen Flucht aus der Wohnung über den Balkon davongetragen. Aufgrund des wiederholten Treffens nahmen die Polizisten weitere Anzeigen auf.

Bei der Flucht vom Balkon waren die 20-Jährige und ein später ermittelter gleichaltriger Begleiter auf eine darunterliegende Balkonüberdachung gesprungen, die zu Bruch ging. Für den entstandenen Schaden werden die beiden Heranwachsenden nun zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen.

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Die Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz werden dem zuständigen Landratsamt Mühldorf am Inn zur Entscheidung über die Verhängung von Bußgeldern übersandt.

Ein Anlieger, der nicht namentlich erwähnt werden will, findet es richtig, dass die Polizei konsequent eingeschritten sei. „Alle müssen sich im Moment einschränken.“

Nachbar: Diese Feiern verantwortungslos

„Hier wohnen auch viele ältere Leute. Solche Partys seien deshalb in diesen Zeiten nicht in Ordnung, sondern „verantwortungslos“. Immer wieder hatte es nach seinen Worten in der Vergangenheit in der Nachbarschaft Konflikten wegen Ruhestörungen und falsch geparkten Autos mit den jungen Leuten gegeben.

Eine repräsentative Umfrage hatte vor Kurzem das Ergebnis erbracht, dass gut ein Drittel aller Bundesbürger es für richtig halten, Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen anonym zu melden.

Verstöße auch in weiteren Städten in Oberbayern-Süd

Die Feier in der Porschestraße war am Wochenende nicht die einzige Corona-Party im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd in Rosenheim. Im öffentlichen Bereich gab es drei weitere Zusammenkünfte von Jugendlichen, in Burghausen, Bad Reichenhall sowie Rosenheim.

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