Erzieherin in Kraiburger Kita positiv getestet - 18 Kinder und ein Drittel der Mitarbeiter in Quarantäne

In der Familienbrücke St. Severin, der katholischen Kindertagesstätte in Kraiburg, gibt es den ersten Corona-Fall. Eine Erzieherin wurde bei einer Reihenuntersuchung positiv getestet. Bachmaier/Huckemeyer
+
In der Familienbrücke St. Severin, der katholischen Kindertagesstätte in Kraiburg, gibt es den ersten Corona-Fall. Eine Erzieherin wurde bei einer Reihenuntersuchung positiv getestet. Bachmaier/Huckemeyer
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
    schließen

Das neue Kindergartenjahr hat kaum angefangen, da wird aus der katholischen Kindertagesstätte Familienbrücke St. Severin in Kraiburg der erste Corona-Fall gemeldet. Eine Erzieherin wurde positiv getestet.

Waldkraiburg/Kraiburg – Wolfgang Gschlößl, Verwaltungsleiter des katholischen Kindergartenverbunds Aschau-Kraiburg-Waldkraiburg, bestätigt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen, dass eine MItarbeiterin am Montag positibv getestet wurde. Das Gesundheitsamt hat fünf Kolleginnen, die in engerem Kontakt mit ihr waren, sowie 18 Kinder einer Kindergartengruppe in Quarantäne geschickt. „Die Eltern wurden am Mittwoch über die Situation informiert“, so der Verwaltungsleiter.

Das könnte Sie auch interessieren: Verzögerung bei Auswertung der Corona-Tests - Mühldorf meldet Probleme

Behörde: Keine weiteren Kita-Fälle

Wie das Gesundheitsamt mitteilte, waren bis Donnerstag keine weiteren Corona-Fälle in Kitas im Landkreis bekannt.

Ans Licht kam die Infektion nach einem Reihentest aller 18 Mitarbeiterinnen, der am Montag erfolgte. Auf Empfehlung der Staatsregierung habe man zum Auftakt des neuen Kita-Jahres sämtliche Mitarbeiter in allen katholischen Betreuungseinrichtungen in Waldkraiburg, Aschau und Kraiburg getestet, sagt Gschlößl. Die Reihentests durch einen zugelassenen Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung seien zum Teil noch im Gange.

Zum Thema Corona: Diese Christkindlmärkte im Landkreis Mühldorf fallen wohl aus

Am Mittwoch lag nach seinen Worten das Ergebnis vor: „Eine Mitarbeiterin, die keinerlei Symptome zeigte, war positiv.“ Die Erzieherin, auch das stellt Gschlößl klar, habe nicht im Ausland Urlaub gemacht, könne sich also nicht in einem Risikogebiet angesteckt haben.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Fall in Kraiburger Kita - Infizierte Person hatte keine Symptome

Die Gruppen wurden getrennt betreut

Und noch etwas ist ihm wichtig: „Wir hätten normal starten können. Aber wir haben uns vorsorglich von Anfang an für eine Trennung der Gruppen entschieden.“ So sei wie in der Zeit vor den Ferien vom ersten Tag an getrennt in den Gruppen gegessen worden, auch draußen beim Spielen habe man darauf geachtet.

Auch interessant: Corona-Reihentest an Waldkraiburger Kita: Entwarnung

Die Gruppen waren separiert, sagt Verwaltungsleiter Wolfgang Gschlößl.

So sind auch andere Kitas vorgegangen, etwa die beiden städtischen Einrichtungen in Waldkraiburg, wo „alle Gruppen separiert wurden“, wie Fred Schelp, zuständiger Abteilungsleiter im Rathaus, erklärt. „Wir wollen erst gar nicht in die Lage kommen, die Einrichtung ganz schließen zu müssen.“

Kinder werden am Freitag getestet

Die katholische Tagesstätte in Kraiburg mit 105 Kindergarten- und 24 Krippenplätzen war zum Auftakt noch nicht voll besetzt. Etwa 50 Kinder waren laut Gschlößl im Haus. 18 Kinder mussten nun für zwei Wochen in Quarantäne, eine Gruppe geschlossen werden.

Laut Angaben des Gesundheitsamtes werden die Kinder am heutigen Freitag getestet, da der Kontakt mit der Erzieherin erstmals am Dienstag erfolgte. „Ein früherer Test ist daher nicht sinnvoll.“ Die fünf Mitarbeiterinnen, die als Kontaktpersonen identifiziert wurden, werden laut Behörde mehrmals getestet.

Lesen Sie auch: Kitas und die Corona-Auflagen: Waldkraiburger Einrichtungen sehen Probleme in der Praxis kommen

Ein Drittel des Personals in Quarantäne

Der Kita-Betrieb geht weiter. Doch die neue Situation stellt Leiterin Barbara Mittermayer und ihr Team vor große Herausforderungen. Ein Drittel des Personals fehlt für zwei Wochen. Natürlich werde dadurch die Eingewöhnungszeit, die vor allem für die Krippenkinder so wichtig sei, beeinträchtigt, so Mittermayer.

Die Reaktionen der Eltern seien recht unterschiedlich ausgefallen. Einige seien sehr vorsichtig und hätten die Kinder zu Hause gelassen, für andere – berufstätige – Eltern stelle sich dagegen vor allem die Frage, wie sie eine Betreuung sicher stellen können. „Wir suchen nach Lösungen für diese Eltern.“

Kommentare