Enthusiasten gesucht

Der Sturm am Wochenende hat für Aufregung in der Region gesorgt.

Mit den Aufräumarbeiten wird man noch einige Zeit beschäftigt sein. Der Stromausfall hat nicht wenige Haushalte die halbe Nacht lahmgelegt. Und auch das Kino hat es erwischt. Zum zweiten Mal im August hat der Sturm den Cineasten einen Strich durch die Rechnung gemacht. So hatte Anfang August eine Regenfront die Besucher des Open Airs abgeduscht und die „Grießnockerlaffäre“ musste abgebrochen werden. Und dieses Mal saßen plötzlich die Zuschauer im Dunkeln in den Kinosälen. „Strom konnten wir nicht herzaubern“, postete Kinochef Thomas Rahnert auf Facebook. Aber alle, die ihre Filme nicht zu Ende gucken konnten, konnten dies am selben Wochenende nachholen.

Die Feuerwehren haben bei so einem Sturm auch stets alle Hände voll zu tun. Ihr wichtiges ehrenamtliches Engagement kann nicht hoch genug geschätzt werden. Das treibt auch den Förderverein „Historische Magirus-Feuerwehrtechnik“, der das Feuerwehrmuseum betreibt, an. „Wir vertreten hier eine wichtige ehrenamtliche Gruppe in der Gesellschaft“, sagt Alexander Süsse aus der Vorstandschaft. Man will diese Gruppe gut repräsentieren und zur Nachwuchsförderung beitragen. Im Museum, das sich als Aktivmuseum positionieren will, können Kinder vieles anfassen und ausprobieren. Dennoch: Es fehlt ein museumspädagogisches Konzept. Ohne das und weitere ehrenamtliche Helfer wird das Projekt weiter den Dornröschenschlaf schlafen. Hier werden Enthusiasten gesucht.

Enthusiasten auf ihrem Gebiet, das sind auch die Naturschützer Lucia Karrer und Dr. Andreas Zahn. Bei Wanderungen in Ebing am Inn zeigen sie den Teilnehmern ein Kleinod, ein Stück Urwald-Paradies mit spannender Vergangenheit. Hier fühlten sich einst Urviecher wie Deinotherium und Gomphotherium wohl. Die archäologischen Funde sorgten in den 70ern für Aufsehen und auch heute haben die Geschichten dazu nichts von ihrem Reiz verloren. Besonders interessant erzählen können Karrer und Zahn, von denen man eine Menge über den Inn, den Innkanalbau und später die Flussbegradigung und deren Folgen für die Umwelt erfährt.

Plätze wie diese sind Naherholungsgebiet für die Menschen und müssen – auch Flora und Fauna zuliebe – geschützt werden. Auch vor den Partyleuten, die den Frieden stören. Sie fahren ungeniert und unerlaubterweise mit ihren Autos bis zur Schranke und lassen am Strand ihren Müll samt Einweggrill zurück. Ist es wirklich so schwierig, sein Klump wieder mitzunehmen? Wer nicht mal so viel Anstand hat, sollte sich selbst fragen, ob er es toll fände, wenn man in seinen Garten oder sein Wohnzimmer eine Fuhre Unrat kippt. Sie kommen doch auch zum Feiern an den Inn, weil es dort so schön ist. Falls sie mal ein Bewusstsein für die Natur entwickeln, ist es vielleicht schon zu spät.

Umso mehr Bewusstsein zu ihrer Umwelt und zur Natur hat die Familie Hintereder, die einen Biohof betreibt und Fremdenzimmer vermietet. Hier machen „Stadtmenschen“, öfter auch Norddeutsche, Urlaub auf dem Bauernhof. Unsere Region ist einfach schön, das haben die Preissn scho lang gneißt! Hier urlaubt es sich vorzüglich fernab vom Massentourismus. Die Gäste von außerhalb erleben regionale Feste, die nicht eigens für den Tourismus gemacht sind, sondern für Einheimische und Freunde. So werden die Fremden auch zu Freunden. Hier geht es eben liebenswert, echt und authentisch zu.

Authentisch und echt, das sind Songs und Sound der Waldkraiburger Band „Sandek“ auch. Jung, emotional und auf Protest gebürstet, zwischen 18 und 20 Jahre. Ihr Blick aufs Leben ist frisch und unverstellt. Ihre Vorliebe für den guten alten Gitarrensound mit Drums und Bass und einer starken Stimme lässt hoffen, dass man noch einiges von ihnen hören wird. Andrea Klemm

Waldkraiburger Wochenschau

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