Endlich die Chance auf ein Eigenheim? In Waldkraiburg entsteht neues Bauland mit 104 Parzellen

Auf einer Fläche von rund acht Hektar sollen im Westen der Stadt 104 Bauparzellen entstehen. Auf Geschosswohnungsbau verzichtet die Stadt auf diesem Areal komplett, realisiert werden sollen nur Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser. Grundner

Die Stadt Waldkraiburg will im Westen ein acht Hektar großes Baugebiet für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser entwickeln. Doch wer kommt beim Kauf der 104 Parzellen zum Zug? Das Problem: Nur ein kleiner Teil des Areals ist in städtischer Hand. Und ein Einheimischenmodell gibt es nicht mehr.

Waldkraiburg – Die Nachfrage nach Baugrund in Waldkraiburg ist groß. 300 Interessenten hat die Stadt nach eigenen Angaben auf einer Warteliste, entsprechende Angebote gibt es aber nicht. Bislang. Denn die Stadt will eine acht Hektar große Fläche im Westen der Stadt zu einem Baugebiet entwickeln.

Der Traum vom Eigenheim – in Waldkraiburg fast schon aussichtslos. Doch jetzt tut sich was in Sachen Bauland in Waldkraiburg-West. „Die Diskussion gibt es seit zehn Jahren, aber man konnte sich nie einigen“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Das hat sich geändert: Alle vier privaten Grundstückseigentümer seien bereit, das Gebiet zu bebauen und Grundstücke anzubieten. Nur ein kleiner Teil des Areals ist in städtischer Hand.

Es bleiben mehr Grünflächen

Auf einer Fläche von acht Hektar sollen westlich der Von-der-Tann-Straße und nördlich der Staatsstraße 2352 insgesamt 104 Bauparzellen entstehen. Entgegen ersten Überlegungen soll es dort keinen Geschosswohnungsbau geben, sondern nur Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser. Damit reduziert sich auch die Zahl der Wohneinheiten, die ursprünglich bei 242 lag. Weniger Wohneinheiten bedeutet gleichzeitig auch mehr Grün. Planerin Renate Frank erklärte im Stadtentwicklungsausschuss, dass im Westen und entlang der Staatsstraße eine öffentliche Grünfläche ergänzt wurde. Im Westen dient diese mit einer Breite von 30 Metern als Schutz gegen Staub aus der Landwirtschaft. Etwa ein Viertel des Gebiets bleibt nach der Bebauung Grünflächen. Realisiert werden auch zwei Spielplätze, im Süden entsteht ein Regenrückhaltebecken. Ein schmaler Grünstreifen soll das alte und neue Baugebiet voneinander trennen. „Wir haben aufgelockert geplant“, sagte Frank.

+++

Tipp der Redaktion: Kennen Sie schon unseren kostenlosen Feierabend-Newsletter? Die Top-Themen der Region um 17 Uhr per E-Mail – sauber ausrecherchiert und aufgeschrieben von Ihrer OVB-Redaktion. Jetzt Newsletter ausprobieren!

+++

Nach Aussage von Carsten Schwunck, Leiter der Stadtentwicklungsabteilung, sind die Rahmenbedingungen geklärt, für den ökologisch sensiblen Waldbereich brauche es Kompensationen. Das Gebiet will die Stadt für Waldkraiburger entwickeln, letztlich habe sie es aber nicht in der Hand, wer die Grundstücke kauft. Die acht Hektar teilen sich auf fünf Eigentümer auf, der Stadt gehören rund elf Prozent.

Die Vermarktung war Anton Sterr (CSU) ein Anliegen. Gemeinsam oder jeder Eigentümer selbst? Knapp 50 Prozent der Fläche gehören einem Eigentümer. Eine Detailfrage, die als nächster Schritt geklärt werden soll. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, aber man wolle versuchen, sich auf einen gemeinsamen Preis zu einigen.

Wohnraum für Waldkraiburger

Wer soll in den Genuss der 104 Bauparzellen kommen? Darin war sich der Ausschuss einig: Vorrangig sollen die Waldkraiburger zum Zug kommen. Doch wie lässt es sich umsetzen? Über ein Bonussystem, wie UWG-Sprecher Dr. Frieder Vielsack nachhakte. „Es ist wichtig, dass die Waldkraiburger nicht auf der Strecke bleiben“, sagte Harald Jungbauer (CSU). Junge Familien würden sich in der Stadt gerne Eigentum schaffen.

Mehr zum Thema:

Stadt sucht neue Entwicklungsmöglichkeiten

Eine klare Antwort konnte Carsten Schwunck dazu nicht geben. Ein Einheimischenmodell gibt es nicht mehr, stattdessen gebe es Richtlinien, die nicht ortsgebunden sind. „Wir müssen rechtlich klären, was möglich ist.“ Am Ende habe es aber der Eigentümer selbst in der Hand, wem er sein Grundstück verkaufe. Entweder ziele er auf Gewinnmaximierung ab und verkaufe an Auswärtige oder er wolle Einheimischen die Chance auf ein Eigenheim geben.

Einstimmig segnete der Ausschuss das städtebauliche Konzept ab, auf dessen Grundlage nun weiter geplant werden soll.

Kommentare