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Mann mit vielen Talenten

Einst in der Glamour-Welt daheim: Waldkraiburger Mode-Designer berichtet aus einem bewegten Leben

Das war seine Welt: Designer Kay Rainer bei einer Modenschau mit den Supermodels Karolina Kurková (links) und Eva Padberg, die durch eine seiner Fashion-Shows führten.
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Das war seine Welt: Designer Kay Rainer bei einer Modenschau mit den Supermodels Karolina Kurková (links) und Eva Padberg, die durch eine seiner Fashion-Shows führten.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Einst war er in der Glamour-Welt der Mode daheim, traf Karl Lagerfeld und Supermodels wie Karolina Kurkova. Vor vier Jahren hat der Designer Kay Rainer aus Waldkraiburg das unstete Leben hinter sich gelassen. Heute arbeitet er als Pressesprecher und Veranstaltungsmanager in seiner Heimatgemeinde Vaterstetten.

Waldkraiburg/Vaterstetten – Wer neben Karl Lagerfeld und dem tschechischen Supermodel Karolina Kurkova glänzen darf, hat es in der schillernden Modewelt eigentlich geschafft. Und tatsächlich: Einer „von uns“ stand jahrelang auf den Bühnen, die Mode, Kunst und Lifestyle verkörpern. Die Rede ist von Modedesigner Kay Rainer, der tatsächlich die mondäne Welt der Schönen und Reichen eroberte. Rückblickend meint der 45-Jährige heute: „Als ich voll im Geschirr war, kam mir diese Zeit nicht außergewöhnlich vor. Doch wenn ich jetzt im Nachhinein Bilder aus jenen Jahren betrachte, enthalten sie direkt unrealistische Züge.“

Ein Mann mit vielen Talenten

Kay Rainer hat diese Welt hinter sich gelassen. Vor genau vier Jahren tauschte er Skizzen, Stoffe und Laufstege gegen einen völlig anderen Arbeitsplatz ein. Der Mann mit den vielen Talenten leitet heute in seiner Heimatgemeinde Vaterstetten die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus sowie das Veranstaltungsmanagement dere Kommune. Im Grunde seiner Seele sei er immer schon ein PR-Profi gewesen. Die Tätigkeit in der Modebranche habe ihm in Sachen Öffentlichkeitsarbeit in die Hände gespielt.

München, Paris, Los Angeles

Zurück zum ganz jungen Kay Rainer: Nach einem Studium Modelismus und Stylismus an der internationalen Kunsthochschule für Mode ESMOD in München und Paris zog es ihn nach Los Angeles. Dort absolvierte der Waldkraiburger ein Praktikum, bevor er in einer Modeagentur in München und China den Job eines Produktmanagers annahm.

Eigenes Modelabel

2011 machte er sich selbstständig. Gehobene Couture und luxuriöse Mode unter dem eigenen Label „Kay Rainer“ blieben in der Fashion-Welt nicht lange unbeachtet. Der heute 45-Jährige stieg schnell zum Lieblings-Designer prominenter Kundinnen und ins Jet-Set-Dasein auf. Ein Leben auf der Überholspur begann.

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„In den Medien mögen die vielen tollen Abendveranstaltungen wie ein exklusives Halli Galli wirken. In Wahrheit steckt aber ein knallharter Plan dahinter, dem alles unterzuordnen ist“, weiß Rainer aus langjähriger Erfahrung. Also Stress pur, wenngleich der Designer Momente erlebte, von denen der Normal-Sterbliche nur träumen kann.

Bei der Hochzeit von Boris Becker

Der Waldkraiburger war zur Hochzeit von Boris Becker in St. Moritz eingeladen sowie zur Eröffnung der Opernfestspiele in Bayreuth. „Bei einer Bambi-Verleihung stand ich neben Karl Lagerfeld. Und ein andermal fungierten die Top Models Karolina Kurkova und Eva Padberg als Moderatorinnen bei einer meiner Fashionshows. Das sind natürlich schon unvergessliche Erlebnisse.“

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Und diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Rainer richtete Modeschauen in Botschaften aus oder wurde ins Ausland eingeflogen, um Mafia-Bräute einzukleiden. Was er als großes Glück bezeichnet: Er musste nie von der Anfertigung der Couturekleider leben. Ein Designer bringt es nämlich nur mit einem Geldgeber zu einem gewissen Wohlstand.

Lifestyleberater bei Möbelunternehmen

Rainer verdankt seinen finanziellen Erfolg der Lifestyleberatung für Einrichtungen. „Über meinen Agenten wurde ich europaweit von großen Möbelunternehmen als Berater für deren exklusive Kunden gebucht. Zusätzlich arbeitete ich noch als Blogger und Kolumnist für ein Einrichtungsmagazin“, erzählt Rainer, der die Schattenseite dieses Lebens nicht beschönigt.

Immer auf Achse sein, rund 130 Nächte pro Jahr im Hotel. Das unstete und stressige Leben nagte am Gesundheitszustand des Designers. „Meine Haut machte nicht mehr mit. Ich litt unter Ekzemen und musste sogar für zwei Wochen in eine Hautklinik.“

Kay Rainer zog die Reißleine

Der Designer zog die Reißleine. Eine zufällig entdeckte Stellenanzeige veränderte sein Leben. Die Gemeinde Vaterstetten suchte einen Presse-Mann. Er bekam den Job. „Ich liebe meine Arbeit wie am ersten Tag“, freut sich der Tausendsassa.

Telefoninterview mit dem Gesangsduo Marianne und Michael Hartl, die ebenfalls in Vaterstetten wohnen.

Einen kreativen Kopf, wie Kay Rainer nun einmal ist, lässt die Kunst natürlich nie ganz los. Momentan hat er zwei Projekte am Start. Dabei geht es um Skulpturen in Verbindung mit Stoffen sowie um Bilder und Fotografien. „Die Projekte sind noch nicht ausgereift genug, um sie der Öffentlichkeit vorzustellen. Vielleicht kommt das aber noch“, sagt der 45-Jährige.

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Kay Rainer lädt zum Fashion Cup

Seit über 20 Jahren ist Vaterstetten seine neue Heimat. Er wohnt gerne dort und erzählt: „Im Herbst 2019 bin ich mit meinem Partner Raphael in eine Neubauwohnung gezogen. Da kam der erste Lockdown im Frühjahr 2020 direkt passend im Hinblick auf das Aussortieren der Umzugskartons.“

Corona zerrt an den Nerven

Mittlerweile zerrt die Corona-Lage aber auch an seine Nerven. „Wir halten uns streng an die Vorgaben und haben seit Dezember alle persönlichen Kontakte eingestellt, was mich als kommunikativen und gesellschaftlichen Menschen schon belastet.“

Kays Lieblingsport, das Golfen, klappt momentan natürlich auch nicht. Dafür setzt er sich jeden Tag ans Klavier. Ein bisschen träumt der PR-Mann bereits wieder von einem wunderbaren Sommerurlaub in Südfrankreich. „Dort zieht es mich und Raphael einfach immer wieder hin.“ Kays Lebensmotto: „Le savoir-vivre“, also die Kunst, das Leben zu genießen, lässt sich seiner Meinung nach in Südfrankreich besonders gut umsetzen.

Engagement in der Entwicklungshilfe

Der ehemalige Waldkraiburger engagiert sich seit vielen Jahren in der Entwicklungshilfe in Äthiopien. Mit Fördergeldern der bayerischen Staatsregierung konnte dort ein kleines Textilwerk aufgebaut werden. Ziel ist es, lokale Weber und Näher sowie Berufsschulabgänger auf ihren Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.

Kay Rainer hält in einer Textilwerkstatt in Äthiopien immer wieder Seminare ab. Rainer

Kay Rainer hält vor Ort Seminare ab, um Designs zu entwickeln, die dann der lokalen Vermarktung zur Verfügung stehen. „Wenn ich Äthiopien besuche, dann wohne ich im ehemaligen Haus von Amaz und Karlheinz Böhm“, erzählt er. Katharina, die Tochter von Karlheinz Böhm, gehörte einst zu Rainers Promi-Kundinnen.huc

Mit Waldkraiburg verbunden

Seit über 20 Jahren ist Kay Rainer jetzt Bürger von Vaterstetten. „Mit meiner früheren Heimatstadt Waldkraiburg fühle ich mich aber nach wie vor verbunden. Ich informiere mich regelmäßig über die Geschehnisse der Stadt und besuche meine Eltern, die nach wie vor dort leben.“ huc

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