Einsicht, Umsicht, Vorsicht

Corona, Corona, Corona. Wer kann das noch hören?

Dem Virus scheint es völlig egal zu sein, dass niemand mehr etwas damit zu tun haben möchte. Es ist einfach da. Und prägt und – vor allem – beeinträchtigt das Zusammenleben unverändert. Daheim und draußen. Ob wir das nun wollen oder nicht. Mit den Ereignissen und Nachrichten dieser Woche ist das einmal mehr auch in und um Waldkraiburg sehr deutlich geworden.

Die Volkshochschule geht mit Vorsicht ins neue Herbstsemester. Erste Online-Kurse sind geplant. Die Landjugend Pürten muss ihr Mega-Jubiläumsfest, auf das die jungen Leute seit so langer Zeit hinarbeiten, um ein ganzes Jahr verschieben. Und die quirligen Faschingsgesellschaften, die sich so gerne auf eine fröhliche, eine Corona-freie Saison ei genstimmt hätten, müssen sich mit Plan B, C oder XYZ herumschlagen. Weil auch im Fasching nicht etwa Angela I. und Markus II. regieren, sondern nur einer: Covid XIX.

Nein, der Erreger ist nicht verschwunden, nur vorübergehend verreist. Und weil die Ferien bald dem Ende zugehen, schleicht sich auch Corona wieder aus den Urlaubsregionen zurück in unsere Breiten. Es reichen schon ein paar Tage, zum Beispiel in der falschen Ecke von Kroatien, und ein anschließender Besuch auf einer feuchtfröhlichen Privatparty, schon steht das Gesundheitsamt auf der Matte, ermittelt Kontaktpersonen, testet, schickt in Quarantäne. Im aktuellen Fall des coronakranken DJs, der in einem Club in Waldkraiburg aufgelegt hat, noch immer mit Maß und Ziel. Nicht die ganze Festgesellschaft wurde abgeschottet, sondern nur jene, die engen Kontakt zum Discjockey hatten.

Ob das so bleibt, ob das so bleiben kann, oder ob bald wieder stärkere Einschränkungen verordnet werden müssen, um Barrieren gegen eine zweite Pandemie-Welle aufzubauen, darüber entscheidet jeder Einzelne mit seinem persönlichen Verhalten mit. Auch wenn es schwerfällt, weil Corona schon so lange aufs Gemüt drückt. Es hilft nix: Einsicht in das Notwendige, Umsicht, Vorsicht sind weiter erste Bürgerpflicht, bei der Wahl des Urlaubsziels genauso wie bei Partybesuchen. Maske und Abstand – alles andere wäre leichtfertig, unverantwortlich, würde neue Gefahren heraufbeschwören. Denn der Preis, der für einen dramatischen Anstieg der Infektionszahlen zu zahlen wäre, ist viel zu hoch. Und: Andere, die sich an die Regeln halten, müssten ihn mitzahlen.

Corona als Chance, ja, auch das gibt‘s. Und die Aktiven, die hinter dem Feuerwehrmuseum in der Duxer Straße stehen, haben diese Chance genutzt. Damit sie die 4000 Quadratmeter große Ausstellung zur Feuerwehrgeschichte überhaupt wieder aufmachen können, investierten sie 3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in den Umbau. Jetzt sind sie bereit für den Neustart mit Hygienekonzept. Nur das Virus und die Leute, die ihn verbreiten, dürfen halt nicht verrückt spielen.

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