Einsatz für Erinnerung und Geschichtsvermittlung: Bundesverdienstkreuz für Waldkraiburgerin

Sozialministerin Carolina Trautner (links) überreichte Eva Köhr am Freitag im Ministerium Verdienstkreuz und Urkunde.
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Sozialministerin Carolina Trautner (links) überreichte Eva Köhr am Freitag im Ministerium Verdienstkreuz und Urkunde.

Sie setzt sich seit vielen Jahren für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus und für die Vermittlung der Geschichte an die nachfolgenden Generationen ein. Dafür wurde Eva Köhr, ehemalige Stadträtin und Kreisrätin, jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Waldkraiburg/München– Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner, die die Auszeichnung am Freitag in München überreichte, würdigte das große Engagement, mit dem die Kommunalpolitikerin zu einer attraktiven und abwechslungsreichen Museums- und Kulturlandschaft im Landkreis Mühldorf beigetragen haben. „Dass die Menschen in Waldkraiburg und im Landkreis Mühldorf die wechselvolle Geschichte ihrer Heimat gut kennen, liegt insbesondere an Ihrem leidenschaftlichen Einsatz.“

Beitrag zu attraktiver Museumslandschaft

14 Jahre lang, bis 2019, stand Köhr an der Spitze des „Förderverein Geschichtszentrum Mühldorf e. V.“ Auf ihre Initiative hin wurden die „Geschichtstage“ eingeführt, bei denen zahlreiche Themengebiete, der Zeitgeschichte, die beiden Weltkriege sowie die Nachkriegszeit, behandelt wurden. Von 2010 bis 2019 leitete sie den Arbeitskreis „Für das Erinnern KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart e. V.“ Unter ihrer Federführung wurde 2012 die Machbarkeitsstudie für die Errichtung einer Gedenkstätte erstellt. Auch das Industriemuseum „Bunker 29“, ein deutschlandweit einzigartiges Museumsprojekt, das in Waldkraiburg die Wirtschaftsgeschichte der frühen Nachkriegszeit beleuchtet, geht maßgenlich auf ihre Initaitive zurück.

Drei Jahrzehnte im Stadtrat

18 Jahre lang gehörte sie als Mitglied der CSU-Fraktion dem Kreistag an, war von 2002 bis 2014 Stellvertreterin des Landrats. Sogar 30 Jahre lang war sie Stadträtin in Waldkraiburg.

2001 hat die 74-Jährige den „Förderkreis Mühldorf Donum Vitae in Bayern“ gegründet, dessen Vorsitzende sie bis 2006 war.

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Nach der Tsunami-Katastrophe im Jahr 2005 in Südostasien startete Köhr mit anderen ein Hilfsprojekt. Ihre Patenschaften bringen Schüler und Studierende in Sri Lanka in eine gute Ausbildung. hg

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