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Denkmalgeschütztes Gebäude aufwendig saniert

Ein Ort für alle Generationen: Pfarrhof Pürten erhält Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur

Mehr als 20 Jahre stand der historische Pfarrhof in Pürten leer, bis er aufwendig saniert worden ist. Gemeinsam mit der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bildet er ein denkmalgeschütztes Ensemble. Für die Sanierung gab es jetzt den Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur.
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Mehr als 20 Jahre stand der historische Pfarrhof in Pürten leer, bis er aufwendig saniert worden ist. Gemeinsam mit der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt bildet er ein denkmalgeschütztes Ensemble. Für die Sanierung gab es jetzt den Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Über Jahre hinweg wurde er aufwendig saniert, jetzt ist er zu einer neuen Begegnungsstätte für alle Generationen im Ort geworden: Der Pfarrhof Pürten ist für den Erhalt der Baukultur mit dem Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur ausgezeichnet worden.

Waldkraiburg/Pürten – Lange Zeit lag er da wie im Dornröschenschlaf, darauf wartend wieder wachgeküsst zu werden. Mehr als 20 Jahre stand der historische Pfarrhof leer, bis 2013 die Sanierung startete. Der Kern des Gebäudes geht auf das 16. Jahrhundert zurück und bildet auf dem Hochufer des Inns gelegen zusammen mit der Pfarrkirche ein wunderbares Ensemble. Ein identitätsstiftendes Gebäude mit Außenwirkung, wie es bei der Preisübergabe vergangene Woche in der Münchener Residenz hieß.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zeichnete sieben private und neun öffentliche Bauherrn für die „eindrucksvolle Sanierung und Wiederbelebung denkmalgeschützter und ortsbildprägender Gebäude“ mit dem Staatspreis für Dorferneuerung und Baukultur aus.

Pro Jahr rund 200 Belegungen

„Mit außerordentlichem Engagement und viel Mut haben Sie dafür gesorgt, dass für das Ortsbild charakteristische Gebäude erhalten und zeitgerecht genutzt werden. Es ist beeindruckend, wie sich die ländliche Baukultur durch moderne Architektur weiterentwickelt“, sagte die Ministerin bei dem Festakt. Das Dorf wurde wieder zu einem „attraktiven und dynamischen Lebensraum“ gemacht.

Wo jahrelang die Türen verschlossen waren, gehen sie heute im Pürtener Pfarrhof oft und weit auf. Nach Abschluss der Sanierung im Jahr 2016 hat das Gebäude eine neue Zukunft als Pfarrheim bekommen. Ein Baudenkmal mit Charme und nach vielen Jahren wieder mit einer echten Nutzung.

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„Das Gebäude lebt. Vor Corona hatten wir rund 200 Belegungen pro Jahr“, erzählt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Hintereder. Gemeinsam mit einem harten Kern um Done Brunnhuber, Franz Harrer und Erwin Spierer hat er das Projekt im erzbischöflichen Ordinariat angestoßen. Auch ein Besuch bei Weihbischof Bernhard Haßlberger gehörte dazu.

Nach dem Festakt in München: (von links) Pater Jacek, Regina Waltl, Wolfgang Hintereder, Bürgermeister Robert Pötzsch und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Der Staatspreis ist mit 3000 Euro dotiert.

„Die Sanierung war ein sehr großes Projekt für die Pfarrei“, sagt Hintereder. Knapp 2,9 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, inklusive Rampe für den barrierefreien Zugang zu Kirche und Pfarrhof und Außenanlagen. Obwohl die Pürtener angepackt haben, wo es nur ging und 83 Freiwillige rund 1500 Arbeitsstunden investiert haben, Done Brunnhuber einen dreitägigen Christkindlmarkt für die Sanierung des Pfarrhofs organisiert hatte, und viele Spenden eingingen, hat die Pfarrei am Ende nicht den Anteil leisten können, der ursprünglich gefordert war. „Euro für Euro haben wir unseren Teil geleistet, so weit es eben möglich war.“

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Für Wolfgang Hintereder erfüllt das Gebäude alles, was nötig sei. „Ob Jugend oder Erwachsene – jeder fühlt sich hier wohl. Es ist ein Pfarrhof für die ganze Gemeinde.“ Auch Bürgermeister Robert Pötzsch sieht, dass sich der Aufwand der vielen Beteiligten bezahlt gemacht hat. „Der Staatspreis für den Pfarrhof ist ein schönes Signal.“

Zum gelungenen Gesamtbild trägt auch die Dorferneuerung bei, die 2018 durchgeführt wurde. „Damit ist ein öffentlicher Mittelpunkt entstanden, wo man sich gerne trifft, wo Veranstaltungen stattfinden“, sagt Pötzsch. Das werte den Dorfcharakter auf.

Auf das Ergebnis ist auch Hintereder stolz – auch wenn der Weg dorthin mit „kleineren Reibungen“ verbunden war. Denn bei der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes gab es viele Diskussionen, brauchte es Absprachen mit dem Landesamt für Denkmalpflege, aber am Ende auch Kompromisse.

Adäquat mit Kulturgut umgehen

Welcher Aufwand betrieben worden ist, weiß Anton Michael nur zu gut. Der Architekt hat die Sanierung des Pfarrhofs geplant. „Ich freue mich über die Auszeichnung und darüber, dass der Pfarrhof wiedererweckt worden ist.“ Jetzt gehe es auch darum, die Baukultur weiterhin zu erhalten. „Ich habe Sorge, dass man mit dem Kulturgut nicht adäquat umgeht; erschreckend ist dabei die Haltung der politischen Gemeinde, die nach meinem Eindruck keine Handhabe sieht, im Sinne der Denkmalpflege zu vermitteln und das Erreichte zu bewahren.“

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