Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ballettcamp in Waldkraiburg

Wie 26 Kinder für ein Tanztheater vor großem Publikum üben

Üben fleißigfür das Tanztheater beim Ballettcamp: (von links) Cordula Schranner, Magdalena Wolf, Paula Spanner, Selma Kessner, Luca Rudolf und Tanztrainerin Andrea Schöttler-Glas.
+
Üben fleißig für das Tanztheater beim Ballettcamp: (von links) Cordula Schranner, Magdalena Wolf, Paula Spanner, Selma Kessner, Luca Rudolf und Tanztrainerin Andrea Schöttler-Glas.

Nur wenige Tage bleiben Zeit von den ersten Proben bis zum großen Auftritt. MIt großem Eifer sind 26 Kinder beim Ballettcamp in Waldkraiburg dabei, damit am Freitag bei der Aufführung alles klappt. Mitmachen kann hier jeder, egal ob mit oder ohne Erfahrung. Spaß, Bewegung und Kreativität stehen beim Training an erster Stelle.

Waldkraiburg – In nur fünf Tagen ein Bühnenstück auf die Beine stellen, das vor großem Publikum aufgeführt wird. Hört sich unglaublich an, ist aber möglich wie Tanztrainerin Dr. Andrea Schöttler-Glas (56), Ärztin aus Mettenheim und ihr Team aktuell mit ihrem Ballett-Camp zeigen.

Schöttler-Glas ist Gründerin von „All You Can Dance Mühldorf“, ein Netzwerk für Tanz im Landkreis Mühldorf. 2019 kam ihr und Tochter Julia Glas (23), Pädagogin und Doktorantin am Lehrstuhl Psychologie, beim Spazierengehen die Idee, ein Ballettcamp zu gründen. Dazu braucht es tatkräftige Unterstützung. Die kam prompt vom Ehepaar Hilarius und Claudia Häußler aus Gallenbach bei Taufkirchen. „Wir gingen zu Hili und Claudia und erzählten ihnen, dass wir bei ihnen ein Ballettcamp machen wollen“, erinnert sich Schöttler-Glas an die Anfänge.

Premiere im Sommer 2019

Für das Ehepaar Häußler kein Problem, denn ihr Gasthaus mit seiner idyllischen Umgebung eignete sich geradezu perfekt dafür. Hier konnte geprobt, geschlemmt, entspannt und gefeiert werden. „Wir haben Gallenbach damals buchstäblich in einen kleinen wunderschönen Opernsaal verwandelt“, setzt sie fort.

Lesen Sie auch: Die Musikschule Waldkraiburg hat eine neue Chefin: Am Ruder steht ein Energiebündel

Weitere Hilfe bekamen sie von Marion Allinger (50). Sie macht die Requisite, Kostüme, Bühnenbild. Einfach alles, wo kreatives Geschick gefragt ist. Im Sommer 2019 feierte ihr Ballettcamp mit dem Bühnenstück „Das magische Märchenbuch“ Premiere. „Es war ein voller Erfolg, und die Kinder fragten sofort, wann wir das wieder machen“, erzählt Julia Glas. Leider kam dann Corona. Für die Glas-Frauen und ihr Team war Frust und Trübsal keine Option, und so nutzten sie die Corona-Zwangspause, um Pläne für ein Bühnenstück zu schmieden.

Alles entstammt ihrer eigenen Idee: Handlung, Choreografie, die passende Musik, Gestaltung und was sonst noch zu einem Tanztheater gehört. Wegen Renovierungsarbeiten bei Häußlers in Gallenbach, konnte das Ballettcamp heuer dort nicht stattfinden. Deshalb machten sich Petra Werner und Geschäftsführer Alexander Rahm von der Volkshochschule Waldkraiburg für die Ballerinas stark.

Lesen Sie auch: Auf kurzem Weg ins Inntal: Waldkraiburger Innkanalbrücken wieder frei für den Verkehr

„Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, in den Räumlichkeiten der Vhs zu trainieren. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar. Auch auf Claudia Häußler können wir wieder zählen, sie versorgt uns während unserer Ballettwoche mit Essen“, sagt Schöttler-Glas. 26 Kinder trainieren fleißig m Trainingsraum der Vhs. Hochkonzentriert folgen die Kinder und Jugendlichen den Tanzbewegungen ihrer Trainerinnen. Eine aufrechte Körperhaltung, Beweglichkeit und Taktgefühl sind das A und O. Ballett ist eine komplexe Sportart, doch bei der Ballettwoche sind Spaß, Bewegung, Kreativität und das Gemeinschaftsgefühl viel wichtiger, als eine Primaballerina zu sein.

Ausnahmslos jedes Kind zwischen sechs und 14 Jahren ist hier richtig. Auch Paula Spanner (11) aus Erharting freut sich, hier zu sein. Sie sitzt im Rollstuhl, aber das Gefühl für Musik und Tanz hat das Mädchen im Blut. Paula ist schon seit dem Anfang beim Ballettcamp dabei. „Sie spielt in unserem Bühnenstück eine Kundin. Sie macht natürlich auch ihre Bewegungen wie alle anderen Kinder – nur vom Rollstuhl aus. Das macht sie richtig toll“, sagt die Tanztrainerin stolz.

Lesen Sie auch: Wohnraum für Familien schaffen: Waldkraiburger Ausschuss diskutiert über Bebauungsplanänderung

Diszipliniert drehen die Mädchen ihre Pirouetten und stehen auf Zehenspitzen. Noch beeindruckender ist, dass sie innerhalb kurzer Zeit ein 50-minütiges Bühnenstück auf die Beine gestellt haben. Hinter ihnen liegt eine erlebnisreiche Woche, in der sie Tanzstücke einstudierten, Kostüme und Bühnenbild gestalteten und zusammenwuchsen.

Gestalterin und Leiterin der Kreativ-Werkstatt Marion Allinger bespricht sich mit Valentina Merx, Magdalena Graf und Fanni Römer (von links).

Diszipliniert auf Zehenspitzen

„Bei unserem Ballettcamp dürfen alle mitmachen – auch Kinder, für die tanzen ganz neu ist. Wir haben hier nur Mädchen. Schön wäre, wenn sich auch Jungs dafür begeistern würden“, sagt Schöttler-Glas. Neun Leute umfasst das Team. Darunter unter anderem sechs Trainerinnen und auch den 15-jährigen Sohn der Organisatorin.

Am kommenden Freitag, 12. August, führen sie ihr Tanztheater in der Dieselschule in Waldkraiburg auf. Titel: „Frischer Wind im Spielzeugladen“. Und worum geht’s? Da sollen sich die Besucher überraschen lassen. Nur so viel ist verraten: Es wird spannend, bunt und einzigartig.

Mehr zum Thema

Kommentare