Einsatz für die Feuerwehr

Ein Geruch wie faule Eier: ABC-Zug rückt in Waldkraiburger Wohngebiet aus

Drei Feuerwehren und der ABC-Zug rückten an, um der Ursache für den extremen Gestank auf den Grund zu gehen. Fib/Ess
+
Drei Feuerwehren und der ABC-Zug rückten an, um der Ursache für den extremen Gestank auf den Grund zu gehen. Fib/Ess

Ein übler Gestank, der sich am Mittwochabend in einem Wohnviertel in Waldkraiburg-Süd ausbreitete, hat zu einem mehrstündigen Einsatz von Feuerwehren und BRK geführt. Auch der ABC-Zug des Landkreises rückte an.

Waldkraiburg – Der unklare Geruch sorgte für große Auregung unter den Bewohner der Franz-Schubert-Straße und angrenzender Bereiche. Trotz intensiver Nachforschungen der Feuerwehr ließ sich die Geruchsquelle in der Einsatznacht nicht eindeutig ermitteln. Die Feuerwehr geht davon aus, dass der Gestank von einer Verstopfung in einem Abwasserschacht auf einem Privatgrundstück herrührt.

Ein Geruch wie faule Eier

„Wie faule Eier“ habe es gestunken, erzählt am nächsten Morgen Aneta Grabowska, die in einem der Mehrfamilienhäuser in der Franz-Schubert-Straße wohnt. Sie habe zuerst an einen Erdgasaustritt gedacht und sich große Sorgen gemacht, sagt die 23-jährige Mutter. Wegen des unangenehmen, stechenden Geruchs hatte ein Anwohner kurz nach 18.30 Uhr einen Notruf abgesetzt.

Lesen Sie auch:

Wenn „Giftgas“ die Bürger bedroht

Großeinsatz in Mühldorf – Gefahrgutaustritt am Bahnhof

Die Feuerwehren aus Waldkraiburg, Neumarkt-St. Veit und Mühldorf, die wenig später mit dem notwendigen Equipment anrückten, machten sich auf die Suche nach der Herkunftsquelle. Der Gestank sei von einem Wohnhaus ausgegangen, in dem sich ein seit Jahren still gelegtes Schwimmbad befindet, so Kommandant Bernhard Vietze.

Hausbewohner evakuiert

In dem Gebäude stellten die Feuerwehrleute eine stark erhöhte Schwefelwasserstoff-Konzentration fest. Atemschutztrupps versuchten die Austrittsstelle zu lokalisieren und stießen dabei auf die Öffnung eines Abwasserschachtes.

„An dieser Stelle wurden 300 ppm gemessen. Die Konzentration war enorm“, so Vietze. 300 ppm ist ein Wert, dem Menschen nicht auf längere Zeit ausgesetzt werden dürfen, ohne gesundheitliche Schäden davon zu tragen. Sieben Personen, darunter zwei Kleinkinder, die sich in dem Haus aufhielten, wurden deshalb evakuiert. Zwei Erwachsende, die bereits Vergiftungssymptome wie Kopfschmerzen und Brechreiz aufwiesen, wurden vorsorglich ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht.

Spezialfirma sucht nach Geruchsquelle

Wie die Polizeiinspektion Waldkraiburg am nächsten Morgen mitteilte, konnten die Betroffenen aber nach kurzer Zeit die Klinik wieder verlassen. Die Nacht verbrachten die Bewohner in einer anderen Unterkunft.

Wo und wie sich der extreme Geruch bildete, blieb in der Nacht weiter unklar. Die Feuerwehr dichtete den Schacht ab, sodass kein weiteres Gas mehr austreten konnte. Danach wurde das Gebäude belüftet und die Einsatzstelle nach drei Stunden an die Haustechnik übergeben.

Eine Gefährdung der Anwohner schließen Polizei und Feuerwehr nach Messungen im Umfeld des Wohnhauses aus.

Am Donnerstagvormittag rückte eine Spezialfirma an, um den Schacht zu untersuchen und die Quelle des Schwefelgeruchs eindeutig zu ermitteln.

Kommentare