Bundestrainer Stefan Böger sah gute Ansätze bei seiner Mannschaft -Er sieht aber auch noch Luft nach oben

"Ein Gegentor kurz vor Spielende ärgert mich"

Bundestrainer Stefan Böger beobachtete das Spiel seiner U17 Junioren aufmerksam; und war nicht mit allem zufrieden, was er da zu sehen bekam. Foto hsc
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Bundestrainer Stefan Böger beobachtete das Spiel seiner U17 Junioren aufmerksam; und war nicht mit allem zufrieden, was er da zu sehen bekam. Foto hsc

Waldkraiburg - Der Bundestrainer der deutschen U17-Nationalmannschaft, Stefan Böger, brauchte nach Spielende erst einmal zehn Minuten, bis sein Ärger über den Gegentreffer kurz vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Johannes Huber verraucht war. Danach stellte er sich den Fragen der wartenden Journalisten.

n Mit dem Länderspiel gegen Österreich wollten ie der Mannschaft den Feinschliff geben, um für die Europameisterschaft in Slowenien gerüstet zu sein. Zudem sollten alle Spieler die Möglichkeit haben, sich für die Stammformation zu empfehlen. Sind Sie mit der Vorstellung ihrer Mannschaft zufrieden gewesen?

Es war aus meiner Sicht ein guter Test, bei dem ich beides gesehen habe. So hat die Mannschaft ordentlich nach vorne gespielt und Druck gemacht. Sie hat flüssige Kombinationen gezeigt und den Gegner kontrolliert.

n Ihrer Miene nach dem Spiel war zu entnehmen, dass sie nicht mit allem zufrieden waren, was sie gesehen haben?

Wenn man kurz vor Ende des Spieles ein Gegentor kassiert, dann ärgert mich das. Überhaupt müssen wir die Nachlässigkeiten im Defensivbereich noch einmal mit der Mannschaft besprechen.

n Bereits vor dem Spiel haben sie die Durchsetzungskraft und die Zielstrebigkeit in der Offensive moniert. Sie haben mehr erfolgreiche Torabschlüsse gefordert. Sind sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich denke, wir sollten das Thema "Zielstrebigkeit" jetzt nicht zu einem Problem machen. Wir haben heute ein 2:1 geholt und auch in der Eliterunde bis auf ein Unentschieden alle Spiele gewonnen.

n Doppelter Torschütze war Marc Stendera, der sein erstes Länderspiel bestritt. Wie kam es, dass sie heute auf ihn setzten?

Wir haben Marc schon lange beobachtet und er hat heute die Chance bekommen, sich zu beweisen. Damit wollte ich aber auch ein Zeichen setzen und den vermeintlich Etablierten zeigen, dass sich keiner auf seinen Lorbeeren ausruhen kann und keiner einen Stammplatz sicher hat. Zu Marc kann ich nur sagen, dass er seine Chancen, bei der EM dabei zu sein, heute sicher nicht verschlechtert hat.

n Die Spieler haben sich nach dem Erfolg gegen Österreich gar nicht richtig gefreut . Woran lag das?

Ich denke, dass Selbstkritik nach dieser Begegnung durchaus angebracht ist. Es war nicht eine unserer besten Vorstellungen heute. Aber das Verhalten der Spieler zeigt mir auch, dass sie den Ehrgeiz haben, sich weiter zu verbessern und an sich zu arbeiten. Natürlich ist nach der Halbzeitpause der Spielfluss etwas verloren gegangen. Das lag auch an den ständigen Wechseln, das muss ich auf meine Kappe nehmen.

n Noch ein Wort zu dem heutigen Spielort. Sie waren noch nie in Waldkraiburg, wie haben sie Rahmenbedingungen für dieses Länderspiel empfunden?

Von der Stadt habe ich leider nichts gesehen, da wir erst kurz vor dem Spiel mit dem Bus angereist sind. Doch das Stadion hier ist schon klasse. Die Organisatoren haben ja extra zusätzliche Tribünen aufgebaut. Das finde ich bemerkenswert und der Erfolg gibt allen recht: 4000 Zuschauer, eine prächtige Stimmung, was will man mehr? hsc

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