Referentinnen des Stadtrates stellten sich der Diskussion bei der Frauen-Union

Ehrenamt oder schon Vollzeitjob?

Waldkraiburg - Die drei Referentinnen des Stadtrates, Annemarie Deschler (Soziales), Inge Schnabl (Familie und Jugend) und Margit Roller (Kultur und Bildung, davor Verkehr), stellten sich kürzlich beim Ortsverband der Frauen-Union vor.

Die Gründung des Seniorenbeirats und die Bereitstellung einer Kommunalen Behindertenbeauftragten nannte Annemarie Deschler als Schwerpunkte ihrer Amtszeit als Sozialreferentin seit 1996. Mit dem Seniorenbeirat hat sie die Seniorenfibel herausgegeben und verschiedene Projekte auf den Weg gebracht. Der Seniorentag sei inzwischen ein fester Bestandteil in der Stadt. Der Kontakt zu den sozialen Einrichtungen der Stadt ist für die Sozialreferentin sehr wichtig. Zurzeit ist das Seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises ein weiterer Schwerpunkt.

Sozialreferentin und Familienreferentin sind im Ehrenrat und im Beirat des Kinderfonds der Stadt Waldkraiburg. Inge Schnabl, seit 2002 Referentin für Familie und Jugend, berichtete unter anderem über die gute Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend. Stolz ist sie auf die Kletterwand. Auch das Ferienprogramm und den Tag der kleinen Waldkraiburger sprach sie unter vielen weiteren Veranstaltungen an, ebenso die Spiel- und Bolzplätze. Als ein Ziel nannte sie einen Mehrgenerationen-Spielplatz. Das Jugendparlament Waldkraiburg ist für sie ein wichtiger Partner.

Zurzeit wird an dem Jugendportal Waldkraiburg (JuPoWa) gearbeitet, welches in Kürze im Internet bereit gestellt wird.

Margit Roller, die neue Referentin für Kultur und Bildung, berichtete auch aus ihrer Tätigkeit als Verkehrsreferentin und sprach unter anderem die Verkehrsschau und den Schulwegplan an, der für die Schulanfänger zusammen mit dem Gymnasium ausgearbeitet wurde.

In ihrem neuen Aufgabenbereich hat sie bereits erste Gespräche geführt. Sie will offen für Anregungen aus der Bevölkerung sein.

Die Referentinnen arbeiten, so wie ihre drei männlichen Stadtratskollegen Dietmar Heller (Sport), Gerd Ruchlinski (Umwelt) und Rainer Zwislsperger (Verkehr) mit Bürgermeister und Stadtverwaltung zusammen.

In der Diskussion beschwerte sich Bruni Sattler über die Straßenschwellen und die Verkehrssituation im Schulzentrum. Vor allem die Senioren haben mit dem Fahrrad große Probleme im Innenstadtbereich mit dem Pflaster und den Überquerungen.

Ein Anliegen Sattlers an die neue Kulturreferentin ist das Thema Zeitzeugen, mit deren Hilfe die Stadtgeschichte dokumentiert werden soll. Die verschiedenen Dialekte der Aussiedler und Heimatvertriebenen sollten aufgezeichnet werden.

Helga Rittersporn wollte wissen, wie die Referentinnen für ihre Arbeit geschult wurden. Die Antwort von allen war etwa gleich: spezielle Fortbildungen, Tagungen, Erfahrungen in der ersten Amtszeit als Stadträtin.

Gabi Röpke stellte fest, dass man nicht mehr von einem Ehrenamt, sondern von einem Vollzeitjob sprechen müsse. Viele Bürger sehen das auch so und fragen sehr oft nach den Sprechzeiten im Rathaus und nach dem Büro der Referentinnen.

Die Vorsitzende der Frauen-Union Charlotte Konrad stellte abschließend fest, dass es in vielen Städten und Gemeinden nicht selbstverständlich ist, Referentinnenposten mit Frauen zu besetzen, im Waldkraiburger Stadtrat sind die Frauen noch dazu quer über alle Parteien gut vertreten. re

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