Ebing feiert seinen Doppel-Weltmeister: Alexander Anzinger ist der beste Eisstockschütze

Der erfolgreiche JungschützeAlex Anzinger holte sich im Weitschießen die Weltmeistermedaillen im Einzelschießen wie auch mit der Mannschaft, am Wochenende drehte er mit dem Bulldog eine Ehrenrunde durch das Dorf. Bachmaier

Ganz Ebing ist aus dem Häuschen: Denn Alexander Anzinger hat bei den Eisstock-Weltmeisterschaften in Regen zwei Goldmedaillen im Weitschießen gewonnen. Am Wochenende gab es für ihn eine Ehrenrunde durch das Dorf.

Waldkraiburg/Ebing– „Herzlichen Glückwunsch unserem Weltmeister Alex“ – mit diesem Transparent wurde der erfolgreiche Weitschütze Alexander Anzinger von den Ebingern empfangen. Schon das Ortsschild „Weltmeisterdorf Ebing Alex 2020“ und weitere Tafeln wiesen auf das große Ereignis hin. So schaffte der 21-Jährige in der vergangenen Woche in Regen im Bayerischen Wald den Weltmeistertitel der Juniorenklasse U23 mit der Mannschaft und mit seiner Weite von 107,33 Metern auch den Einzelsieg.

Der beste Wettkampf seines Lebens

So tat er also gut daran, dass er sich – als amtierender deutscher Meister – nur wenige Tage vorher bei der Waldkraiburger Stadtmeisterschaft nicht zu stark ins Zeug gelegt hat und sich mit seinem Feuerwehrteam mit dem letzten Platz begnügen musste. Er hat somit seine Kräfte gesammelt für die WM in Regen, „wo er den besten Wettkampf seines Lebens geschossen hat“, wie seine Eltern Max und Evelyn bestätigten.

Dies war bislang sein siebter internationaler Wettbewerb in den Europa- und Weltmeisterschaftsklassen. Vor zwei Jahren wurde er als Mannschafts-Weltmeister gefeiert, jetzt setzte er noch eins drauf und schaffte auch den Titel im Einzel. Er freute sich, dass ihn die mitgereiste Familie und der Ebinger Fanclub lautstark anfeuerten und dass ihn nun auch einige Sponsoren unterstützen.

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Mit zwei Weltmeister-Medaillen und dem Einzel-Glaspokal kam er nach Ebing zurück und wurde von rund 70 Dorfbewohnern gebührend empfangen. Mit einem geschmückten Bulldog, Feuerwehrauto und Lautsprechermusik ging es in einer Ehrenrunde am Wochenende durch das Dorf, bevor anschließend im Vereinsheim gefeiert wurde.

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Alexander Anzinger holt Gold

Deutschland startet mit zwei Gold- und einer Silbermedaille

Alexander Anzinger hat 2009 mit dem Stockschützensport angefangen und war 2012 im Zielschießen beim D-Kader dabei. Ab 2013 spezialisierte er sich auf das Weitschießen, wobei er im gleichen Jahr seinen ersten internationalen Wettkampf bestritt.

Seitdem hat er als Weitenjäger schon viele Erfolge erzielt: Drei deutsche Meisterschaften (U16, U19, U23), einen Vize-EM-Titel (U19), zudem mit der Mannschaft einen EM- und WM-Titel (beide U19) gewonnen.

Interview mit dem Weltmeister Alexander Anzinger

Alexander Anzinger hat bei der Eisstock-WM in Regen zwei Goldmedaillen gewonnen. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen spricht er über das Turnier und seine nächsten Ziele.


Wie haben Sie sich auf die WM vorbereitet?

Anzinger: So drei bis vier Monate vorher habe ich im Fitnessstudio angefangen und hierzu ein spezielles Training absolviert, so dass ich körperlich top vorbereitet war. Zudem lief parallel zwei bis dreimal wöchentlich das Technik-Training mit meinem Weitschießtrainer Sepp Unterforsthuber, dem ehemaligen Bundestrainer. Ihm, wie auch meinen Eltern, verdanke ich für die Unterstützung sehr viel.

Mit welchen Zielen sind Sie zur WM gefahren?

Anzinger: Ich hatte sehr gehofft, als Weltmeister nach Hause zu kommen. Ganz so sicher war ich mir natürlich auch wieder nicht, denn mein Mannschaftskollege Michael Späth zählte als Favorit und ist schon verdammt stark.

Wer war beim Mannschafts-Wettbewerb dabei?

Anzinger: „23 Starter aus fünf Nationen zielten auf den Siegertitel. Meine deutschen Teamkollegen – alle aus Bayern – waren Michael Späth, Max Vaitl und Bastian Simon, die mit mir den Mannschafts-Weltmeistertitel holten. Platz zwei belegten die Österreicher und für den dritten Stockerlplatz waren die Schützen aus Australien angereist. Nach diesem Sieg haben sich die sechs besten Schützen der Weltelite für den Einzelwettbewerb qualifiziert. So ging es für mich zwei Tage später ans Einzelduell.

Wie erging es Ihnen dabei mit den Nerven?

Anzinger: Beim Mittagessen war ich noch total aufgeregt und hatte ein komisches Gefühl. Habe dann noch ein bisschen trainiert, was nicht ganz gut gelaufen ist. Und dann ging ich noch mit einem Handicap an den Start: Denn beim Probeschießen hatte ich mir eine Blutblase zugezogen. Aufstechen, Haut wegreißen, Magnesium und Desinfektionsmittel in die Wunde – dann musste es passen. Im extra aufgestellten Zelt herrschte dann eine Super-Stimmung, tolle Kulisse – und die Nervosität war wie weggeblasen.

Wie ist das Einzelfinale abgelaufen?

Anzinger: Fünf Schüsse hatten wir jeweils abzugeben. Die Durchgänge gingen Schlag auf Schlag – zwischendrin gab es keinen Probeschuss. Da wuchs ich sozusagen über mich hinaus und war bei allen Durchgängen Erster: Start-Ziel-Sieg! Schon beim dritten Schuss erzielte ich mit 106,2 Metern den Weltmeistertitel, habe mich jedoch beim fünften und letzten Schuss mit 107,33 Metern noch selbst übertroffen. Da konnte ich nur noch jubeln!

Sie haben eigentlich alles erreicht. Welche Ziele haben Sie noch?

Anzinger: Jetzt erst recht habe ich nach diesen Erfolgen großen Spaß am Stockschießen. Nach wie vor unterstütze ich den EC Ebing bei den Turnieren in der Bezirks- und Bezirksoberliga. Im Weitschießen bin ich nun Doppel-Weltmeister. Jedoch fehlt mir noch der Europameistertitel im Einzel – vor drei Jahren wurde ich dabei Zweiter. In der U23 habe ich 2021 noch die Möglichkeit, diesen Sieg zu erzielen. Dann geht es altersmäßig bei den Herren weiter. Ich hoffe, dass ich auch dann in der Europa- oder Weltklasse mitmischen kann.

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