PROJEKT IN DER ERZGEBIRGSSTRAßE

Dynamische Bauentwicklung in Waldkraiburg: Nachfrage nach Eigentumswohnungen ungebrochen

Auf dem 3900 Quadratmeter großen Grundstück an der Einmündung der Erzgebirgsstraße in die Aussiger Straße sollen 68 weitere Wohneinheiten entstehen. Der Bauausschuss hat grünes Licht gegeben.
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Auf dem 3900 Quadratmeter großen Grundstück an der Einmündung der Erzgebirgsstraße in die Aussiger Straße sollen 68 weitere Wohneinheiten entstehen. Der Bauausschuss hat grünes Licht gegeben.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Grünes Licht für weitere 68 Wohneinheiten in der Waldkraiburger Erzgebirgsstraße. Das Viertel steht stellvertretend für die dynamische Bauentwicklung in der Stadt. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist ungebrochen. Und das liegt nicht nur an der Autobahn.

Waldkraiburg– Anfragen und Planungen für mehrere Geschosswohnungsbauten mit insgesamt rund 150 Wohneinheiten hat der Stadtentwicklungsausschuss in der jüngsten Sitzung positiv beschieden, unter anderem im Grünen Weg und an der Bayernbrücke. Das größte Einzelprojekt soll an der Einmündung der Erzgebirgsstraße in die Aussiger Straße, auf dem Gelände der ehemals legendären Gaststätte Zappe, entstehen.

68 Wohneinheiten will die Baubetreuungsgesellschaft Duschl auf dem rund 3900 Quadratmeter großen Grundstück in einem fünfgeschossigen Gebäude mit Tiefgarage und acht Garagen errichten. Das Dachgeschoss ist zurückgesetzt, die Dachform ein Flachdach, die Wand an der höchsten Stelle 15 Meter hoch. Die überbaubare Fläche soll maximal ausgenutzt werden.

CSU-Sprecher fordert genaue Zahlen

In diesem Gebiet gibt es keinen Bebauungsplan. Das Vorhaben fügt sich aber in die Umgebungsbebauung hinsichtlich der Höhe und Massivität ein. Einstimmig hat der Ausschuss die Anfrage befürwortet. Das ging auch deshalb problemlos, weil das Bauvorhaben mit einem Projekt vergleichbar ist, für das bereits ein Vorbescheid erteilt worden war.

Bedenken wegen Verkehr und Parkraum

Die Bedenken, die geäußert wurden, spielten für die baurechtliche Beurteilung dieser formlosen Anfrage keine Rolle. Sie betrafen den Verkehr und das Parken. Ernst Schäffer (AfD) fürchtet, dass es in der Erzgebirgsstraße eng für den Verkehr werden könnte. Dagegen findet Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), die Straßen seien ausreichend groß. „Kein Problem“ sieht Stadtrat Christoph Vetter (UWG), schließlich befanden sich hier Jahrzehnte lang eine Großgaststätte und ein Fitnessstudio. „Da fahren ja nicht alle Bewohner gleichzeitig los“, ergänzte Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Der Parkraum werde knapp, meinte Verkehrsreferent Harald Jungbauer (CSU), der darauf verwies, dass in unmittelbarer Nähe in der Erzgebirgsstraße ein ähnlich großes Bauvorhaben in Planung sei. CSU-Sprecher Anton Sterr assistierte: Parkplätze seien Mangelware in diesem Gebiet. „Ich hoffe, dass so viele Parkplätze entstehen, dass sich das entzerrt.“

Bauträger: Sämtliche Wohnungen vergeben

Wenn das Vorhaben auf dem Zappe-Grundstück realisiert wird, kommen mehr als 350 Eigentumswohnungen allein in der Erzgebirgsstraße und einem anschließenden Teilstück der Reichenberger Straße zusammen, über 270 sind bereits verwirklicht.

Auch in der Reichenberger Straße baut Duschl, zieht grade das letzte von fünf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 93 Wohnungen hoch. Im Sommer wird es fertig. Schon seit etwa einem Jahr seien alle Wohnungen verkauft, sagt Juniorchef Christian Duschl auf Anfrage.

Auch im Stifter-Park alles verkauft

Gleich nebenan, beim „Wohnen im Adalbert Stifter-Park“, dem größten Wohnungsbau-Projekt der letzten Jahre in der Stadt, ist es ähnlich. Vor kurzem wurde dort die letzte der gut 160 familienfreundlichen und seniorengeeigneten Wohnungen vergeben. Wohl im Frühjahr 2022 wird das letzte der acht Mehrfamilienhäuser fertig, die sich um ein Seniorenzentrum gruppieren, dessen Bau im nächsten Jahr starten soll. Und Hans Pieke, Vorsitzender des Heimwerk e. V., dem Trägerverein des Seniorenzentrums, deutete kürzlich an, dass nach dem Umzug der bestehenden Senioreneinrichtung auch das frei werdende Gelände einer Wohnbebauung zugeführt werden solle.

Ist der Markt bald gesättigt?

Dass der Markt für Wohnungen in Waldkraiburg bereits gesättigt sei, das glaubt Bauamtsleiter Schwunck nicht. Derzeit gebe es dafür keine Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Die Nachfrage sei ungebrochen, sagt Christian Duschl. Diese Erfahrungen mache das Unternehmen mit kleineren Anlagen in Kraiburg und Mühldorf, aber eben auch in Waldkraiburg. „Mittlerweile ziehen auch Leute aus Mühldorf und Ampfing zu.“ Etwa zur Hälfte seien die Käufer aus München und der nächsten Umgebung.

Attraktiv durch Anbindung und Preise

Mehrere Gründe spielen dafür laut Duschl eine Rolle. Im Vergleich zu den Preisen in und um München seien die Wohnungen in Waldkraiburg sehr günstig. Die Verkehrsanbindung mit der Autobahn und dem zweigleisigen Ausbau der Bahnlinie mache Standorte wie Waldkraiburg konkurrenzfähig.

Und es gebe einen Corona-Faktor: Einen Trend zum Land. „Die Leute sagen in Zeiten des Homeworkings: Lieber eine große Wohnung mit Arbeitszimmer.“ Die können sich viele kaufkräftige Interessenten in Waldkraiburg leisten.

An die 1000 Wohnungen gebaut oder genehmigt

CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr forderte von der Bauverwaltung eine Auflistung der zahlreichen Wohneinheiten, die in den vergangenen Jahren genehmigt, zum Teil schon gebaut oder in Planung seien. Die brauche es schon deshalb, um Entscheidungsgrundlagen im Hinblick auf den Bedarf bei Kitas und Schulen zu haben.

Wie Bauamtsleiter Carsten Schwunck auf Anfrage mitteilt, wird derzeit für eine Klausur des Stadtrates eine Statistik erstellt. Demnach geht die Zahl der gebauten und genehmigten Wohnungen nach seinen Worten mittlerweile auf die 1000er-Marke zu, wobei in der Statistik nicht zwischen Miet- und Eigentumswohnungen unterschieden wird.

Noch nicht enthalten seien in diesem Wert Wohneinheiten, die noch im Stadium des Vorbescheids oder der Bauanfrage sind, also zum Beispiel auch die 68 Wohneinheiten auf dem Zappe-Grundstück.

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