Drive In-Briefkasten in Waldkraiburg: Neuer Vorschlag der Post

  • Hans Grundner
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Der Drive In-Briefkasten in Waldkraiburg bleibt ein Wunsch vieler Bürger. Post und Stadt haben bislang keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Bringt jetzt ein neuer Vorschlag des Unternehmens die Wende?

Waldkraiburg – Eigentlich hatte Bürgermeister Robert Pötzsch das Thema Drive In-Briefkasten am ehemaligen Postcenter schon zu den Akten gelegt. Post und Stadt waren in dieser Sache nicht zusammen gekommen, wie er im Stadtrat sagte. Doch jetzt macht die Post einen neuen Vorschlag: Der Briefkasten am Stadtplatz könnte abgebaut werden und wieder als Autobriefkasten am Parkplatz am alten Postcenter aufgestellt werden. Das sei das letzte Angebot, „ein Kompromissvorschlag“, so Pressesprecher Ernst Nier auf Anfrage der Zeitung, der gleichzeitig klarstellt: Die Kosten – es geht um eine Summe von 1000 bis 1500 Euro – müsse die Stadt übernehmen.

Diskussionen laufen seit drei Jahren

Die Diskussion um den Autobriefkasten läuft seit drei Jahren, seit dem das Postcenter am Berliner Platz geschlossen ist. Damals übernahm die neue, nur wenige hundert Meter entfernte Postfiliale bei Elektro Zeiller einen Großteil der Dienstleistungen. Dort wurden auch zwei Briefkästen errichtet.

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Damit die Zahl der Briefkasten-Standorte und die Kosten für die Post nicht steigen, wurde der Autobriefkasten, der über den Parkplatz vor dem Center bequem angefahren werden konnte, ersatzlos gestrichen. Denn die örtlichen Gegebenheiten vor der neuen Filiale eignen sich nicht für einen Drive In-Briefkasten.

Die Post lehnt Kostenübernahme ab

Immer wieder gab es Vorstöße, doch noch eine senioren- und behindertenfreundliche Regelung zu finden. Am allerwenigsten mochte sich Herbert Lenhart damit abfinden. Auf die Initiative des Waldkriaburgers geht der erste Drive In-Kasten zurück.

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Seine neue Initiative vor wenigen Monaten schien doch wieder Bewegung in die Angelegenheit zu bringen. Die Post, die keine Notwendigkeit für einen solchen Briefkasten sieht, sperrte sich nicht mehr gegen eine solche Lösung. Unter zwei Bedingungen: Es dürfe über die bestehenden 18 Briefkasten-Standorte im Stadtgebiet hinaus kein weiterer hinzukommen. Und: Die Kosten für eine Versetzung müsse die Stadt tragen.

Post und Stadt, die den Kontakt zum Unternehmen aufnahm, kamen aber auf keinen gemeinsamen Nenner. Die Stadt hätte gerne Informationen über die Auslastung von Briefkästen. Die Post gibt keine Zahlen preis.

Pressesprecher Erwin Nier begründet dies mit dem Betriebsgeheimnis. „Wir können diese Zahlen nicht offenlegen“, sagt Nier und verweist darauf, dass Mitbewerber dies nutzen könnten. Die beiden Briefkästen vor der Filiale seien „hoch frequentiert“. Die Post sei nicht bereit, einen der beiden abzuziehen, weil damit ein zusätzlicher Standort entstehe, der angefahren werden muss.

Post: Vorschlag ist alternativlos

Die einzige Alternative: eine Versetzung des Briefkastens vom Stadtplatz zum ehemaligen Postcenter. Wie sich herausgestellt habe, ist dies laut Nier auch der einzige Standort im Stadtgebiet, den die Post aufgeben kann, ohne gegen die sogenannte PUDLV zu verstoßen. Das ist die Post-Universaldienstleistungsverordnung, die unter anderem vorgibt, dass niemand weiter als tausend Meter zum nächsten Briefkasten laufen muss.

Soll ausgerechnet der Briefkasten im Zentrum wegfallen? Die Antwort der Stadt steht noch aus. Herbert Lenhart ist für den Vorschlag der Post. Der Mehrwert, der für Behinderte oder ältere Menschen durch einen Autobriefkasten entstehe, rechtfertige dies. Der Standort am ehemaligen Postcenter sei im Übrigen nur 400 Meter vom Stadtplatz entfernt, also für alle, die gut zu Fuß sind, leicht zu bewältigen.

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