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1250-JAHR-FEIER IN GARS

Ein Dorf feierte mit Freunden

Die große Zeltdiscoparty stieg am Freitag. Gefeiert wurde im Zelt und im Außenbereich an der Freiluftbar bei angenehmen Abendtemperaturen bis in die Nacht. Stuffer
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Die große Zeltdiscoparty stieg am Freitag. Gefeiert wurde im Zelt und im Außenbereich an der Freiluftbar bei angenehmen Abendtemperaturen bis in die Nacht. Stuffer

Höhepunkt der Festlichkeiten zur 1250-Jahr-Feier des Marktes Gars war am Wochenende. Da durften die Freunde aus den Partnergemeinden Gars am Kamp und Azay le Feron nicht fehlen. Nur der Sommer, der nahm kurzfristig eine Auszeit. Was die gute Laune nicht trübte.

Gars – Der Samstag galt den Familien: Der TSV Gars und das Kasterl Kunterbunt organisierten eine „Zeitreise“ mit diversen Spielestationen. Auch die Feuerwehr Gars, die Bücherei und der Gartenbauverein nahmen an der Veranstaltung teil. Und so galt es unter anderem, Bücher vor der Säkularisierung zu retten, eine Brücke über den Inn zu bauen, eine Feuersbrunst zu löschen, Pfefferminzsorten am Geruch zu identifizieren, Gebäude zu errichten oder am Marktstand gestohlenes Obst und Gemüse zu bemerken. Zusätzlich zu den diversen Spielmöglichkeiten haben Groß und Klein an jedem Stand Wissenswertes über die Geschichte der Gemeinde Gars erfahren. 13 Stationen wurden kurzfristig vom Sportplatz in die Turnhalle des Garser Gymnasiums verlegt.

Parallel zur Zeitreise am Gymnasium stellten sich neben dem Festzelt an der alten Schule der Familienstützpunkt und das Kinderhaus Sankt Antonius vor. Hier gab es Wurfspiele, eine Lotterie und Schminken für die kleinen Gäste. Ebenfalls fand am Samstag im Festzelt der Seniorennachmittag statt. Begleitet von Musik lokaler Musikgruppen und mittelalterlichen Tänzen war das Treffen zu Kaffee und Kuchen gut besucht.

Den Abend im Festzelt leiteten die Musikkapellen Gars am Inn und Gars am Kamp ein. Diese spielten gemeinsam auf der Bühne. Schließlich stand der Abend unter dem Motto „Partnerschaft“. Bürgermeisterin Beatrice Georges aus der 1200 Kilometer entfernten französischen Partnergemeinde Azay le Ferron brachte eine Stele für die Vervollständigung des bereits im Mai eingeführten Stelenwegs mit.

„Oben zeigt sie das Schloss von Azay und das Garser Kloster. Darunter folgen Hände als Symbol für die Freundschaft. Die Trachten stehen für das Teilen unserer Kulturen“, erklärt Georges das Kunstwerk. Schließlich befindet sich im unteren Bereich eine Taube, die Frieden symbolisieren soll. „Die Taube für den Frieden muss immer Priorität haben. Ihr seid immer in unseren Herzen“, schloss Georges ihre Grußworte mit der Übergabe der Stele.

Auch Martin Falk, Bürgermeister aus dem österreichischen Gars am Kamp, betonte die Gemeinsamkeiten der Gemeinden: Kloster und Fluss. „Wir fühlen uns alle am Wasser sehr wohl“, sagte Falk. „Wir haben eine Stele mitgebracht. Sie ist rund 150 Kilogramm schwer und steht bereits vor dem Rathaus.“ Die Stele aus einer Waldviertler Lärche stand am Feuer des vergangenen Christkindlmarkts der Partnergemeinde. „Möge unsere Freundschaft noch viele Jahre weiter brennen.“

Der Sonntag begann mit einem Weißwurstfrühstück, gefolgt von einem Gottesdienst in der Kloster- und Pfarrkirche. Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger rechnete aus, dass in dieser Zeit rund 40 Generationen gelebt haben. Vom 30-jährigen Krieg sei die Gemeinde zum Glück verschont geblieben, jedoch nicht von Pest, Hungersnöten, anderen Kriegen und Hochwasser.

Nach dem Gottesdienst sprach Dr. Marcel Huber, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz. „Wir leben in einer Gegenwart der Geborgenheit, über 70 Jahre mit sozialer Sicherheit und hoher Lebenserwartung. Wir müssen den richtigen Umgang damit gestalten und eine eigene Identität stiften. Wir müssen uns fragen, wer bin ich und was sind meine Werte“, sagte Minister Huber.

Auch Landrat Georg Huber sprach im Anschluss an den Gottesdienst in der Garser Kirche. Die Globalisierung scheine aktuell alles zu überrennen. In diesen Zeiten brauchen Menschen Wurzeln und Heimat. Wie das funktioniere, zeigten die Festlichkeiten zur 1250-Jahr-Feier. Unter anderem die Wirtschaft, die Vereine und das Kloster trügen dazu bei.

Huber dankte den ehrenamtlichen Helfern für das Mitwirken bei der Festwoche: „Großartig, das Engagement, eine Chronik zu erstellen und die Festwoche mitzugestalten. Jede Gruppierung trägt zu einem würdigen Rahmen bei.“

Der anschließende Festzug durch die Gemeinde wurde aufgrund des regnerischen Wetters stark verkürzt: Er verlief lediglich von der Kirche zum Festzelt an der alten Grundschule. Ganz anders als vor 50 Jahren: Zur 1200-Jahr-Feier, im Jahr 1968, sei ein Umzug mit 40 Motivwagen durch Gars gezogen, erinnerte sich Bürgermeister Norbert Strahllechner.

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