Diskussion um neue Wohnanlage in Kraiburg

Kraiburg – Am Ende hat der Gemeinderat den Abweichungen vom Bebauungsplan zugestimmt, doch in der letzten Sitzung der Amtsperiode wurde der Bauantrag für eine Wohnanlage im Baugebiet „An der Kumpfmühle“ noch einmal intensiv diskutiert.

Aufgeworfen wurde unter anderen die Frage, ob die Zahl der Stellplätze ausreicht.

Eine Wohnanlage mit 24 Wohnungen, 26 Garagen und 13 Stellplätzen will ein Bauträger in dem neuen Baugebiet errichten. „Wir brauchen auch in Kraiburg Geschosswohnungsbau“, so Noch-Bürgermeister Herbert Heiml, der keine Probleme sah, auf Antrag vier Befreiungen von Vorgaben des Bebauungsplans zu erteilen.

Einige Gemeinderäte sahen das kritischer, insbesondere den Antrag auf eine graue Metalldeckung statt Dachziegeln. Heiml sieht darin kein Problem, weil es sich um ein „relativ eigenständiges Areal“ handle, das am Rand stehe und außerdem das Dach nach Osten geneigt sei. „Das sieht man nicht vom Schlossberg aus.“

Gerhard Preintner (UWG) bemängelte allerdings, dass man andere Anfragen, anders einzudecken, abgelehnt habe. Und Adrian Hilge (SPD) sieht es ähnlich: „Wir müssen überlegen, ob wir nicht mehr zulassen.“ Für Ernst Kirmeier (UWG) kommt es allein auf den sachlichen Grund an. Der sei bei einer fünfprozentigen Dachneigung gegeben. „Hier geht es nicht um eine Geschmackssache.“

Weitere Abweichungen, die geringfügige Überlappung von Abstandsflächen sowie das Heranrücken der Garagen an die Grundstücksgrenze, um über Rampen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, wurden akzeptiert. Gleiches gilt für die Überschreitung der Traufhöhe von 9,60 auf 9,81 Meter. Sie ist Folge von Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes.

Kritisch sieht Gerhard Preintner die Zahl der Stellplätze. „Ich bin kein Freund der Zuteilung: eine Wohneinheit, eine Garage.“ Er erinnerte an den Bebauungsplan Ensdorfer Wiesen. „Der hat uns eingeholt.“ Für zusätzliche öffentliche Stellplätze habe der Markt im Nachhinein viel Steuergeld in die Hand nehmen müssen.

Herbert Heiml sieht diese Gefahr nicht. 24 Wohneinheiten stehen 26 Garagen und 13 Stellplätze gegenüber. Im Baugebiet gebe es darüber hinaus zusätzliche Stellplätze. „Und wir haben auch kleinere Wohnungen dabei, nicht alle mit zwei Autos.“

Mit einer Gegenstimme von Angelika Hefer (Grüne), die die Vorgaben für einen Keller ablehnt, hat der Gemeinderat den Bauantrag mit Abweichungen befür- wortet. hg

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