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Durchschnittsalter 25

Die jüngste Fraktion aller Zeiten im Waldkraiburger Stadtrat – ein Erfahrungsbericht

Sitzen seit einem Jahr im Stadtrat: Valentin Clemente (FDP), Monika Rudolf und Christoph Arz (beide Grüne, von links). Alle drei sind Mitte 20 und stellen mit Abstand die jüngste Fraktion in Stadt und Landkreis.
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Sitzen seit einem Jahr im Stadtrat: Valentin Clemente (FDP), Monika Rudolf und Christoph Arz (beide Grüne, von links). Alle drei sind Mitte 20 und stellen mit Abstand die jüngste Fraktion in Stadt und Landkreis.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Junge Leute für die Kommunalpolitik zu gewinnen, ist heute schwerer denn je. Im Waldkraiburger Stadtrat hat sich vor einem Jahr die jüngste Fraktion der Stadtgeschichte zusammengefunden: Durchschnittsalter 25. Wie lief das erste Jahr? Ein Erfahrungsbericht.

Waldkraiburg – Keiner von ihnen ist älter als 26, alle sind sie in und um Waldkraiburg aufgewachsen und jetzt machen sie im Stadtrat gemeinsame Sache: Monika Rudolf und Christoph Arz für die Grünen und Valentin Clemente für die FDP. Gemeinsam stellen sie die jüngste Fraktion im Landkreis. In Waldkraiburg gab es jedenfalls nie eine jüngere.

Zusammenarbeit Grüne und FDP: Auf lokaler Ebene funktioniert das

Eine Zusammenarbeit von Grünen und FDP auf Bundesebene? Dass das auf kommunaler Ebene funktionieren kann, zeigen Monika Rudolf, Christoph Arz und Valentin Clemente. Mit Mitte 20 waren alle drei Newcomer auf der politischen Bühne, als sie im Vorjahr in den Stadtrat gewählt wurden. Alle drei haben das gleiche Ziel: „Wir sind hier aufgewachsen, haben die gleichen Probleme gesehen und wollen eine lebenswerte Stadt“, sagt Christoph Arz (24), Fraktionssprecher, Jugendreferent und Werkausschussmitglied. Man passe also sehr gut zusammen.

Gleiche Ziele, nur ein anderer Weg

Bürgermeister Robert Pötzsch habe sie auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Fraktion hingewiesen. Bei den vielen Themen, die sich jeder gesetzt habe, sei man sich nach der Kommunalwahl überraschend einig gewesen. Eine gute Grundlage für eine Fraktion. Auch bundespolitisch sieht Valentin Clemente (26) zwischen Grünen und FDP Überschneidungspunkte. „Die Ziele liegen nicht weit auseinander, der Weg ist nur ein anderer.“

Als Fraktion zusammengewachsen

Erste Gespräche seien gut gelaufen und eine Zusammenarbeit habe sich fast schon „aufgedrängt“, meint Clemente. Ein Jahr später sei man als Fraktion gut zusammengewachsen.

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Auch deshalb, weil sie ihre Ellbogen ausgefahren hätten. „Wir Jungen sind zwar im Stadtrat gut aufgenommen worden und man hat sich auch gefreut, dass frischer Wind kommt. Aber wir mussten uns auch gegen die Älteren behaupten“, sagt Monika Rudolf (26), die als Assistentin für Ernährung und Versorgung arbeitet.

Ökologische Themen stehen ganz oben

Verstecken wollen sie sich jedenfalls nicht im Gremium. „Wir wollen konstruktiv mitarbeiten“, sagt Arz. Unbelastet wollen sie an Themen herangehen, die Politik der Vergangenheit hinterfragen und neue Anstöße geben. Wichtig sind allen drei ökologische Themen. „Das ist unsere Zukunftsherausforderung.“ Für Clemente könnte dies in der Stadt eine noch größere Herausforderung durch den steigenden Zuzug werden: „Dazu werden Flächen benötigt, und es wird nicht einfach sein, Kompromisse zu finden.“

Probleme mit der Nachverdichtung

Auf der einen Seite Platz für die Natur, auf der anderen Seite Platz für neuen Wohnraum – ein Konflikt, der nicht nur in Waldkraiburg aufbricht. Nachverdichtung könnte dabei helfen, aber: „Nachverdichtung ist ein massives Problem, die will kaum einer haben“, sagt Monika Rudolf. Man habe sie noch nicht wirklich in Angriff genommen, aber man müsse die „gefressene Fläche“ in der Höhe ausnutzen. „Es braucht Wohnraum, aber Grundstücke sollten weniger ausgenutzt werden als möglich“, sagt Rudolf, die für die Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss sitzt und dem Aufsichtsrat der Stadtbau GmbH angehört.

Neuer Wohnraum oder Wald – eine Gratwanderung

Wo neuer Wohnraum entscheidet, verschwindet in Waldkraiburg oft auch Wald. „Eine Gratwanderung“, findet Clemente, der als Rettungssanitäter arbeitet. Umso wichtiger ist es für Arz, dieses Thema gesamtgesellschaftlich zu betrachten und ökologische Anreize zu schaffen.

Bürgermeister: Sie bringen neue Ideen ein

Eine Hierarchie in der Fraktion gibt es nicht. Genauso wenig einen Fraktionszwang. Jeder entscheidet für sich. Dazu sind sie auf die nötigen Infos von Verwaltung und Bürgermeister angewiesen, die aus ihrer Sicht die Themen transparent aufarbeiten. Aber auch Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) lobt die Zusammenarbeit mit den Jüngsten im Stadtrat. „Sie tun der Arbeit im Gremium gut. Sie haben neue Ideen und bringen sich fachlich gut ein.“ Auch dass sie nach außen einen anderen Draht zu Gleichaltrigen hätten, tue den Entscheidungen gut.

In einem Jahr viel gelernt

Bis zum Ende der Amtsperiode wollen sich alle drei noch mehr mit ihren Ideen einbringen und ökologische Impulse setzen.

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„Es gibt so vieles, auf das man reagieren muss, dass wir die eigenen Visionen noch gar nicht so einbringen konnten“, sagt Clemente, der sich als Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss, im Kutlr- und Sportausschuss sowie als Aufsichtsrat der Stadtwerke einarbeiten musste. Nach einem Jahr im Stadtrat ziehen alle drei ein positives Fazit. Eine Zeit, in der sie viel gelernt haben, in der mit ihnen auf Augenhöhe diskutiert worden ist und in der sie Entscheidungen mit beeinflussen konnten.

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