Die Feuerwehren im Landkreis Mühldorf trauern um Hans Rahnsch

Hans Rahnsch
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Hans Rahnsch

Die Feuerwehren in der Stadt Waldkraiburg und im Landkreis Mühldorf trauern um einen der Ihren, der sich als Waldkraiburger Kommandant, als Kreisbrandmeister und in vielen anderen Funktionen große Verdienste erworben hat. Bis zuletzt war Hans Rahnsch aktiv: ob als Ausbilder im Atemschutz oder als kundiger Führer durch das Feuerwehrmuseum.

Waldkraiburg – Viel zu früh – mit nur 66 Jahren – ist Johannes Rahnsch am vergangenen Mittwoch einer schweren Krankheit erlegen. Erst im Sommer war sie diagnostiziert worden.

Bei einigen tausend Einsätzen leistete er als aktiver Feuerwehrmann ehrenamtlich Dienst für den Nächsten. Zahlreiche Einsätze hat er selbst geleitet. Und zuletzt war er für viele Menschen das Gesicht des Feuerwehrmuseums in der Duxer Straße, durch das er Besuchergruppen führte.

Durch eine List zur Feuerwehr gebracht

Dabei wollte Hans Rahnsch, der am 9. Oktober 1953 geboren wurde, eigentlich gar kein Feuerwehrmann werden. Mit einer List, so wird erzählt, habe ihn sein Vater Horst, der ihm auf dem Kommandantenposten vorausging, aber doch dazu gebracht.

Seit dem 17. Lebensjahr durchlief er in seiner Geburts- und Heimatstadt Waldkraiburg die Ausbildung für den aktiven Feuerwehrdienst und übernahm bald Verantwortung in verschiedenen Funktionen. 1984 wählten ihn die Kameraden zum stellvertretenden Kommandanten, drei Jahre später zu ihrem Kommandanten.

Zwölf Jahre lang Waldkraiburger Kommandant

In seine zwölfjährige Amtszeit fallen wichtige Wegmarken der Waldkraiburger Feuerwehrgeschichte, allen voran der Bau des Feuerwehrzentrums in der Prießnitzstraße. Damit wurden Einrichtungen, die für den ganzen Landkreis von Bedeutung waren, im Waldkraiburger Feuerwehrhaus geschaffen. Darunter die Atemschutzausbildungsstätte, an der Hans Rahnsch noch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst vor drei Jahren als Ausbilder der Atemschutzträger tätig war.

Hohe staatliche Auszeichnung

Der Verstorbene war außerdem mitverantwortlich für den ABC-Zug und für die Beschaffung des Gerätewagens Gefahrgut. Auch den Truppmannlehrgang und die modulare Truppausbildung führte Rahnsch, der 29 Jahre lang Kreisbrandmeister war, auf Landkreisebene ein. Und als Kontingentführer für den Landkreis Mühldorf war er 2005 beim Hochwassereinsatz in Dessau an der Elbe dabei.

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Das Erlebnis Feuerwehr vermitteln

Sein engagierter Einsatz wurde 2017 mit der höchsten staatlichen Auszeichnung für Feuerwehrleute gewürdigt: Die Regierungspräsidentin übergab ihm in einer Feierstunde auf Herrenchiemsee das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichnes.

Der Vater zweier Söhne, der als technischer Bauzeichner arbeitete und Brandschutzpläne anfertigte, setzte sich auch außerhalb der Waldkraiburger Wehr dafür ein, den Feuerwehrdienst bekannt und interessant zu machen.

Im Trägerverein des Feuerwehrmuseums Bayern, das sich in der Duxer Straße in Waldkraiburg befindet, zählte er zu den Mitgliedern der ersten Stunde. „Eine echte Institution im Museum“, nennt ihn der Vorsitzende Alexander Süsse.

Das Gesicht des Feuerwehrmuseums

Rahnsch habe das Museum von Beginn an geprägt und sei eine zuverlässige Hilfe gewesen, wenn es um die Arbeiten und Führungen im Museum ging. Nicht nur die Kinder schätzten seine ruhige und unaufgeregte Art bei den Führungen. Die vielen kleinen Anekdoten und Geschichten aus einem langen und erlebnisreichen Feuerwehrleben machten seine Führungen auch für Erwachsene zu einem Erlebnis.

Sechs Jahren, von 1996 bis 2002, gehörte er zudem als Mitglieder der CSU-Fraktion dem Stadtrat an.

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