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Fahrten verschoben

Der nächste Winter ohne Skilager: So gehen Waldkraiburgs Schulen mit dem Corona-Wahnsinn um

Kurz vor Beginn der Corona-Pandemie im Januar 2020 konnten Schüler vom Gymnasium Waldkraiburg zum vorerst letzten Mal ins Skilager fahren. Dieses Jahr hatte sich die Schule schon früh entschieden, stattdessen eine Sommersportwoche durchzuführen.
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Kurz vor Beginn der Corona-Pandemie im Januar 2020 konnten Schüler vom Gymnasium Waldkraiburg zum vorerst letzten Mal ins Skilager fahren. Dieses Jahr hatte sich die Schule schon früh entschieden, stattdessen eine Sommersportwoche durchzuführen.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Kinder sollen nach den entbehrlichen Corona-Monaten endlich wieder Gemeinschaft im Schulalltag erleben. Wo klappt das besser als bei Schulfahrten? Doch genau von denen rät das bayerische Kultusministerium aktuell aufgrund der Corona-Lage ab. Wie gehen Waldkraiburgs Schulen damit um?

Waldkraiburg – Eine klare Ansage, an der es nicht viel zu deuten gibt: Bis Ostern sollen die Schulen alle mehrtägigen Klassenfahrten absagen. Mögliche Stornokosten wolle das Ministerium nicht übernehmen. Mit dieser Hiobsbotschaft waren Bayerns Schulen nach den Ferien gestartet, die Freude damit nicht nur bei Schülern getrübt. „Wir hatten unser Skilager ohnehin schon auf die Zeit nach den Faschingsferien verschoben, jetzt haben wir es ganz abgesagt“, sagt Birgit Huber-Heinrich, Rektorin der Diesel-Mittelschule.

Gewinnbringend für den Alltag

Sie bedauert die Entscheidung, weil die Fahrten gewinnbringend seien für den Schulalltag. „Schüler wie Lehrer lernen sich anders kennen, was positiv zum Lernklima beiträgt. Das fällt jetzt flach.“

Statt Pistenabfahrten bleibt es beim Schulalltag. „Es ist viel Druck da, weil wir den Stoff weiterbringen müssen“, sagt Huber-Heinrich. Statt Skilager überlege man, mit kurzfristigen Aktionen für etwas Abwechslung im Schulalltag zu sorgen. So handhabt es auch die Realschule. „Wir versuchen, Ausweichveranstaltungen zu organisieren“, sagt Schulleiter Werner Groß. Doch es fehlen die klassenbildenden Maßnahmen. Statt Skilager im Winter war ohnehin eine Sportwoche im März geplant. Aber auch diese Fahrt ist bereits abgesagt. „Wir werden nicht fahren, wenn die Inzidenz so hoch ist“, sagt Groß. Eine Ausnahme von der Maskenpflicht bei schulischen Veranstaltungen gebe es auch bei mehrtägigen Fahrten nicht. „Dann müssten die Schüler ja mit Maske im Mehrbettzimmer übernachten. Das geht nicht“, sagt Groß.

Für ihn ging das Schreiben vom Kultusministerium aber nicht weit genug. Schulfahren seien lediglich „nicht empfohlen“ worden, den Schulen fehle damit aber ein expliziter Stornogrund. Die Schule befinde sich aber auch hier Schülern wie Lehrer gegenüber in der Verantwortung, dass eben keine Stornokosten anfallen. „Es ist bedauerlich, dass nicht gefahren werden kann. Das Signal an die Schüler, dass wir gerne gefahren wären, war aber wichtig.“

Hinter den Abschlussfahrten steht noch ein Fragezeichen. „Geplant sind sie nach den Osterferien, aber wir überlegen, ob wir sie auf Schuljahresende verlegen. Es ist schade, wenn Fahrten abgesagt werden. Das ist ein Erlebnis für alle, und das geht ab“, sagt Groß.

Auch am Gymnasium Waldkraiburg hat man sich bereits früh im Schuljahr für eine Alternative zum Skilager gesucht. Eine Sommersportwoche soll es werden, wenn das Corona-Virus tendenziell schwächer um sich greift. Vergangenes Jahr fiel das Skilager ersatzlos aus, auch für die Kennenlerntage der fünften Klasse gebe es keine Nachholmöglichkeiten. Stattdessen sollen Veranstaltungen mit Experten von außerhalb ein kleines Trostpflaster sein. „Schüler und Eltern haben dafür Verständnis, aber die Enttäuschung ist trotzdem da. Man nimmt dadurch den Schülern wieder etwas“, sagt Schulleiter Helmut Wittmann.

Auch die Corona-Regeln tragen ihren Teil zu den Entscheidungen bei. „An der Schule gilt die 3G-Regel, das gilt auch bei Schulfahrten.“ Sollte aber bei einem Angebot die 2G-Regel greifen, werde es problematisch. „Die Schüler sollen Gemeinschaft erleben und keine Konflikte oder Druck erleben wegen der 2G-Regel.“

Fahrten mit Puffer geplant

Auch die mehrtägigen Fahrten der Oberstufe habe man in diesem Jahr mit einem Puffer terminiert. Die aktuelle elfte Jahrgangsstufe soll im Sommer nach Berlin fahren, die zehnten Klassen erst im Oktober. „Eventuell ist es zwar im Oktober nicht möglich, aber die Fahrt ließe sich auf das nächste Jahr verschieben“, erklärt Wittmann. Eine Verschiebung für den nächsten Abiturjahrgang hingegen ließe sich nur schwerer im Kalender unterbringen.

„So hat jede Abschlussklasse zumindest eine Fahrt. Vielleicht ist nächstes Jahr auch wieder eine Auslandsfahrt möglich.“ Auf diese Unwägbarkeiten verzichtet man in diesem Jahr ganz, weshalb auch die Schüleraustauschprogramme vorerst noch immer auf Eis liegen. „Da geht leider einiges verloren. Aber wir bleiben in Kontakt mit den Partnerschulen und schauen, wann frühestmöglich wieder ein Austausch möglich ist“, sagt Wittmann.

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