Im Rahmen des Wertebündnisses Bayern findet im Haus Sudetenland eine Projektwoche zum Thema "MehrWert Demokratie" statt

Demokratie heißt, gemeinsam kann man mehr erreichen

Ohne zu sprechen und ohne die Fäden zu berühren, müssen alle Mitglieder der Schülergruppe das "Spinnennetz" überwinden. Das ist Teil einer Gruppenarbeit zum Thema "Demokratie erfordert die Zusammenarbeit aller". Foto hsc
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Ohne zu sprechen und ohne die Fäden zu berühren, müssen alle Mitglieder der Schülergruppe das "Spinnennetz" überwinden. Das ist Teil einer Gruppenarbeit zum Thema "Demokratie erfordert die Zusammenarbeit aller". Foto hsc

Waldkraiburg - Demokratie erfordert die Zusammenarbeit aller. So hieß ein Seminnar, das am Montag Nachmittag im Haus Sudetenland stattfand. Es ist Teil eines Projektes, das unter dem Motto steht "MehrWert Demokratie". Beinahe 20 Schüler des Garser Gymnasiums erarbeiten sich in dieser Woche Werte und Überzeugungen, die für den Erhalt der Demokartie unerlässlich sind. Dabei lautet speziell in Waldkraiburg der Arbeitstitel "Vom Krieg zum Frieden - Demokratie entwickeln". Die Schüler beschäftigen sich dabei mit den Schwerpunkten "Nationalsozialismus", "Flucht und Vertreibung" und "Demokratie entwickelt am Beispiel Waldkraiburg".

Das Wort "Demokratie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich "Herrschaft des Volkes". Vielen Menschen erscheint die Demokratie heute als selbstverständlich. Doch das ist sie nicht; noch vor 70 Jahren gab es in Deutschland beispielsweise die Diktatur der Nationalsozialisten. Die Verhaltensweisen, auf denen Demokratie beruht, müssen von jeder Generation neu erlernt und verinnerlicht werden. Nur so können junge Menschen ein Gefühl dafür entwickeln, wie eine demokratische Kultur das Zusammenleben auf der Basis der Grundrechte organisiert.

So machten die Schüler am Montag durch Gruppenspiele und -arbeit die Erfahrung, dass die gestellten Aufgaben nur durch Teamwork, Vertrauen, genaue Vorbereitung, Geduld und das Verzeihen von Fehlern bewältigen konnten.

"Was hat das aber mit der Demokratie zu tun?", wollte Jürgen Stammberger, der Geschäftsführer des Bayerischen Schullandheimwerkes wissen. "Wir müssen zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen", lautete die Antwort der Schüler. Markus Rinderspacher, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, der Waldkraiburg an diesem Nachmittag einen Besuch abstattete, meinte, dass diese Werte auch für die Politik von großer Bedeutung seien. Nur gemeinsam sei man stark, man brauche Geduld, um seine Ziele zu erreichen und der Stärkere müsse den Schwächeren unterstützen nannte er als Schlagworte. Richard Fischer, der Kreisvorsitzende der SPD, regte an, so ein Seminar sollte eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle Kommunalpolitiker sein.

Im Laufe der Woche werden die Jugendlichen noch Besuch von Claudia Stamm und Anne Franke von den Grünen bekommen.

Die Schüler werden sich mit der NS-Ideologie auseinandersetzen. Zudem machen sie sich am Mittwoch mit Fragebogen auf den Weg und interviewen Passanten auf dem Waldkraiburger Wochenmarkt zu ihrer Herkunft. Zudem diskutieren sie mit Vertriebenen und Schülern mit Migrationshintergrund, besuchen das Rathaus und stellen am Freitag ihre Erkenntnisse aus dieser Projektwoche vor.

Markus Rinderspacher nützte die Gelegenheit, sich auch noch bei einem Abstecher zur Arbeiterwohlfahrt mit Jugendlichen aus der Jugendarbeitsgemeinschaft für Umwelt und Soziales (Jagus) zu unterhalten und sich natürlich mit den SPD-Kommunalpolitikern vor Ort auszutauschen. hsc

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