Das Sklavenleben der Zwangsarbeiter: Fernsehdoku beleuchtet auch den Fall von Taufkirchen

Am Gedenkstein für den ermordeten Zwangsarbeiter Stefan Duda. Auch Schulklassen besuchen den Ort, an dem Hilarius Häusler (rechts) über dieses schreckliche Kapitel der Zeitgeschichte erinnert.
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Am Gedenkstein für den ermordeten Zwangsarbeiter Stefan Duda. Auch Schulklassen besuchen den Ort, an dem Hilarius Häusler (rechts) über dieses schreckliche Kapitel der Zeitgeschichte erinnert.

Das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Stefan Duda in Taufkirchen ist Thema in einer Fernsehdoku unter dem Titel „Hitlers Sklaven“. Am Samstag wird sie gesendet.

Taufkirchen – Das schreckliche Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Stefan Duda, der wegen der Liebe zu einer deutschen Frau von den Nazis in Taufkirchen hingerichtet wurde, steht stellvertretend für das große Unrecht, dass 13 Millionen Zwangsarbeitern im Dritten Reich angetan wurde. Immer wieder haben die Waldkraiburger Nachrichten über dieses Kapitel der lokalen Zeitgeschichte berichtet, auch über das Versöhnungsprojekt, das die Wirtsleute in Gallenbach mit einer Gedenkstätte Realität werden ließen.

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An diesem Ort und durch dieses Zeichen wurden Brücken nach Polen geschlagen, zu den Nachkommen der Brüder Duda, die bereits mehrfach Taufkirchen besuchten. An diesem Ort war im Frühjahr ein Fernsehteam des ZDF, das eine große dreiteilige Dokumentation zum Thema Zwangsarbeit vorbereitete und dabei Hilarius Häusler, den Initiator der Gedenkstätte, und Slawomir Parkita, einen Großneffen Dudas interviewte. Sie kommen ebenso in der Reportage zu Wort wie Zeitzeugen und Historiker.

Nicht nur Kriegsgefangene, sondern meist Zivilisten wurden während der NS-Diktatur nach Nazi-Deutschland verschleppt, um dort als Zwangsarbeiter zu schuften. Etwa jeder Fünfte überlebte die Sklavenarbeit für die Deutschen nicht. Zwangsarbeit war ein Massenphänomen – vom Regime organisiert, von der Gesellschaft getragen: Der Einsatz von Zwangsarbeitern geschah im „Dritten Reich“ vor aller Augen.

Dreiteiler läuft am Samstag in ZDFinfo

Darum geht es in dem dreiteiligen Film, der am Samstag, 19. Dezember, von 20.15 bis 22.30 Uhr unter dem Titel „Hitlers Sklaven“ in ZDFinfo läuft. Am Sendetag steht die Dokumentation bereits ab 10 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung. Die drei Folgen schildern „Ausbeutung“, „Vernichtung“ und „Sühne“. Am Samstag, 23. Januar 2021, wird die Sendung in der Zeit von 10.30 bis 12.45 Uhr in ZDFinfo wiederholt. hg

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