Bewohner hört verdächtiges Geräusch

Brand in Waldkraiburg hält Einsatzkräfte in Atem – Verdacht der Brandstiftung steht im Raum

Als die Feuerwehr eintraf, hatten die Flammen bereits auf den Dachstuhl des Wohnhauses übergegriffen.
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Als die Feuerwehr eintraf, hatten die Flammen bereits auf den Dachstuhl des Wohnhauses übergegriffen.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Ein Brand hat gestern in den frühen Morgenstunden Teile eines Einfamilienhauses in der Enzianstraße in Waldkraiburg zerstört. Der Eigentümer des Hauses glaubt nicht an einen technischen Defekt. Denn innerhalb von nur vier Monaten ist es der zweite Brand an einer seiner Immobilien.

Waldkraiburg – Verletzt wurde bei dem verheerenden Wohnhausbrand in Waldkraiburg niemand, der Schaden liegt nach Angaben der Polizei im niedrigen sechsstelligen Bereich. Die Kripo Mühldorf hat die Ermittlungen übernommen.

Mehrere Notrufe erreichten am Donnerstag gegen 4 Uhr die Integrierte Leitstelle. Nachbarn hatten den Brand eines Einfamilienhauses bemerkt und einen Notruf abgesetzt. „Ein Anbau brennt und das Feuer droht, auf den Dachstuhl überzugreifen“, so lautete für die Waldkraiburger Feuerwehr die Alarmierung, wie Kommandant Bernhard Vietze erklärt. Als aber die Einsatzkräfte in der Enzianstraße ankamen, war das bereits passiert: Der Dachstuhl stand in Flammen. „Ein Erhalten des Dachstuhls war nicht mehr möglich.“ Der Dachstuhl stand bereits in Vollbrand. Dennoch hatten die 30 Einsatzkräfte die Flammen schnell unter Kontrolle. Gegen 6 Uhr war das Feuer gelöscht.

Mehrere Notrufe um 4 Uhr morgens

Der Bewohner des Hauses, Johann Schödl, konnte sich ins Freie retten. Wie sein Sohn Andreas am Nachmittag berichtet, war der Vater wegen eines Geräuschs wach geworden. Dem war er aber nicht nachgegangen. Etwa eine halbe Stunde später hätte ihn das Lodern der Flammen erneut geweckt. Er konnte rechtzeitig das Haus verlassen, verletzt wurde der 79-Jährige nicht. „Meine Wohnung und mein Büro sind von dem Brand besonders betroffen.

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Zum Glück war ich an diesem Abend nicht daheim“, sagt Andreas Schödl. Das Haus ist vorübergehend unbewohnbar, bei Bekannten kommen Vater und Sohn vorerst unter. Bis die beiden wieder in die eigenen vier Wände zurückkehren können, wird es wohl mindestens ein halbes Jahr dauern, glaubt Andreas Schödl. Sein Vater sei zwar stabil auf den Beinen, dennoch habe ihn der Brand sehr mitgenommen.

Kriminaldauerdienst nimmt Ermittlungen auf

Noch in der Nacht hat der Kriminaldauerdienst der Kripo Traunstein die Ermittlungen aufgenommen. Diese führt das zuständige Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeistation Mühldorf fort. Der Schaden wird im unteren sechsstelligen Bereich vermutet. Über die Brandursache kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen.

Brand in der Traunreuter Straße vor wenigen Monaten

An einen technischen Defekt glaubt Andreas Schödl jedenfalls nicht. Und an Zufälle auch nicht. Denn erst vor rund vier Monaten hat es im Wohn- und Geschäftshaus der beiden in der Traunreuter Straße einen Großbrand gegeben. Die genaue Brandursache ließ sich nicht feststellen.

Das Feuer hatten die Einsatzkräfte schnell unter Kontrolle, das Haus ist aber aktuell nicht bewohnbar. Fib/eß

Der zweite Brand innerhalb weniger Monate – nervlich belastend für Vater und Sohn. Noch am Tag des Brandes am 7. Januar machten sie bei der Kripo in Mühldorf ihre Aussage. Über die Brandursache kann Andreas Schödl nur Vermutungen anstellen: „Ein technischer Defekt zweimal hintereinander? Das ist merkwürdig.“ Bei beiden Bränden war er selbst nicht vor Ort, weshalb er glaubt, dass jemand einen Groll gegenüber seinem Vater hegt.

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Kripo Mühldorf sucht nach Zeugen

Mögliche Zeugen, die in den frühen Morgenstunden verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Brandorts in der Enzianstraße von Waldkraiburg festgestellt haben, sollen sich bei der Kripo Mühldorf unter Telefon 0 86 31/3 67 30 melden.

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