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Im heimischen Paradies

Der CSU-Altbürgermeister mag’s grün: Gartenliebhaber Siegfried Klika aus Waldkraiburg wird 75

Draußen sind sie in ihrem Element: Altbürgermeister Siegfried Klika mit seiner Frau Helga, von der er nach 54 Ehejahren noch immer schwärmt wie am ersten Tag.
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Draußen sind sie in ihrem Element: Altbürgermeister Siegfried Klika mit seiner Frau Helga, von der er nach 54 Ehejahren noch immer schwärmt wie am ersten Tag.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Er genießt seinen Ruhestand, daheim im Garten mit seiner geliebten Helga: Siegfried Klika, Waldkraiburgs Altbürgermeister, der am 19. August 75 Jahre alt wird. Zur Kommunalpolitik wollte er sich eigentlich nicht mehr äußern – beim Geburtstagsbesuch ausnahmsweise doch.

Waldkraiburg – „Meinen 70. Geburtstag habe ich groß gefeiert und mein 80. soll auch wieder ein riesiges Fest werden. Ich gehe nämlich fest davon aus, den 19. August 2026 noch zu erleben“, sagt Siegfried Klika. Am Donnerstag feiert Waldkraiburgs Altbürgermeister Klika erst einmal seinen 75.

Im Gartenparadies

Der „verwunschene“ Garten von Siegfried Klika eignet sich aufgrund seiner Größe und der kuscheligen Ecken hervorragend zum Versteck-Spielen. Doch der Altbürgermeister will sich gar nicht verstecken, wenngleich ihn Gattin Helga oft im heimischen Gartenparadies suchen muss. „Siegfrieds Ideen für unseren Garten sind grenzenlos. Er kann sich stundenlang draußen aufhalten und neue Flächen anlegen. Zum Unkrautzupfen bin aber meistens ich eingeteilt“, plaudert Helga Klika schmunzelnd aus dem Nähkästchen.

Er genießt den Ruhestand

Seit nunmehr sieben Jahren genießt der ehemalige Bürgermeister seinen Ruhestand. Am 19. August feiert er 75. Geburtstag. Auf eine Party warten Verwandte, Freunde und Bekannte dieses Mal allerdings vergebens. Erst beim 80. will er’s wieder krachen lassen.

Der erste Kontakt mit Waldkraiburg: Ernüchternd

Weil Geburtstage häufig mit Erinnerungen einhergehen, blättert der gebürtige Altenmarkter auch ein bisschen in seinem Lebenslauf und erzählt: „Mein erster Kontakt mit Waldkraiburg liegt fast 60 Jahre zurück. Ich kam mit meiner Mutter vom Starnberger See hierher. Meine Begeisterung hielt sich vorerst in Grenzen. Die Landschaft um den Starnberger See lässt sich halt nicht mit Waldkraiburg vergleichen.“

Lesen Sie auch: Durchbruch geschafft: Vor zehn Jahren stößt die Stadt Waldkraiburg auf heißes Wasser (Plus-Artikel OVB-Online)

Anfänglich sei er in seiner neuen Heimat nicht besonders glücklich gewesen. Doch Ausbildung, Grundwehrdienst und Studium forderten den jungen Mann.

Liebeserklärung nach 54 Ehejahren

Und dann kam Helga. „Als ich sie kennenlernte, änderte sich meine Stimmung schlagartig ins Positive“, bekennt Siegfried Klika auch noch nach 54 Ehejahren. Er schwärmt: „Helga schaut gut aus, sie ist ein Kumpel und meine beste Beraterin.“

Der verstorbene Altbürgermeister Jochen Fischer war es, der Klika zur CSU und in den Stadtrat brachte. Dass er eines Tages ganz oben auf der stadtpolitischen Karriereleiter stehen würde, sei nicht beabsichtigt gewesen. „Ich habe mich nie aufgedrängt“, betont Klika, der von 2002 bis 2014 als Bürgermeister die Geschicke Waldkraiburgs lenkte.

Wie die Waldkraiburger ticken

Den Blick auf die Kommunalpolitik verliere man ja nie ganz, aber das Geburtstagskind unterstreicht: „Ich habe Bürgermeister Pötzsch bei meinem Abschied versprochen, mich nicht in sein Aufgabengebiet einzumischen. Ich sehe natürlich die vielfältigen neuen Herausforderungen.“

Die Regenwasser-Zisterne in seinem Garten führt der Altbürgermeister besonders gerne vor.

Klika nimmt jedoch für sich in Anspruch zu wissen, wie Waldkraiburgs Bevölkerung tickt. Und deshalb betont er, es müssten alle wichtigen gesellschaftlichen Gruppen eingebunden werden, sodass Interessenausgleich entstehen könne. Seiner Ansicht nach fehle manchmal die Diskussionskultur auf Augenhöhe.

Der Altbürgermeister verweist auf das Motto Waldkraiburgs, das auch auf einem großen Keramikrelief das Rathaus schmückt: „Suchet der Stadt Bestes“. Dies erfordere stets einen behutsamen Dialog zwischen der Industrie, der Bürgerschaft, der Stadtentwicklungsplanung mit den Einrichtungen der Daseinsfürsorge.

Den Bauboom und geplante Großprojekte sieht er skeptisch

Den derzeitigen Bauboom und den Zuzug aus Ballungsräumen sieht der CSU-Mann ebenso skeptisch wie einige geplante Großprojekte.

Klika, der von sich sagt, ausgeglichen und zufrieden zu sein, hat im Ruhestand sein Eldorado gefunden. Er liebt die Natur in seinem Garten und lässt ihr viel freien Lauf. „Unser Haus soll natürlich kein Dornröschenschloss werden. Aber ich greife erst dann zur Heckenschere, wenn es wirklich nötig ist.“

Igel und Eidechsen fühlen sich pudelwohl

Im Garten fühlen sich nicht nur die Klikas, sondern auch Igel, Eidechsen, Ringelnattern und Schmetterlinge pudelwohl. Sehr zur Freude des Gartenbesitzers schlug hinter einer kleinen Solarplatte sogar eine Blindschleiche ihr Quartier auf. Die lauschigen Plätzchen im Garten nützt das Ehepaar gerne für ein gemütliches Stelldichein mit lieben Freunden.

Manchmal serviert Helga Klika ihrem Mann draußen das Mittagessen. „Mein Sigi mag gerne Süßspeisen wie Pfannkuchen oder Reiberdatschi“, verrät die Bürgermeistersgattin und drückt ihrem Liebsten einen dicken Schmatz auf die Wange.

Stationen

  • Siegfried Klika studierte nach einer kaufmännischen Lehre Betriebswirtschaft. Er war neun Jahre lang in leitender Position in der Industrie tätig.
  • Von 1977 an war er für alle katholischen Kinderbetreuungseinrichtungen der Kirchenstiftung in der Stadt und als Geschäftsführer der Sozialstation in Waldkraiburg verantwortlich.
  • 1990 zog er erstmals als Mitglied der CSU-Fraktion in den Waldraiburger Stadtrat ein.
  • Vom Mai 1990 bis April 1996 war er Sozialreferent des Stadtrates, ab 1. Mai 1996 bis 30. April 2002 Zweiter Bürgermeister.
  • Am 1. Mai 2002 trat er das Bürgermeisteramt an. Bei den Kommunalwahlen 2008 wurde er in diesem Amt bestätigt, das er insgesamt zwölf Jahre bekleidete.

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