Auch Schulen betroffen

Corona-Fälle in drei Asylunterkünften im Kreis Mühldorf: Reihentestung für rund 320 Bewohner

Die Asylunterkunft in Mühldorf. Auch hier wurden Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet.
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Die Asylunterkunft in Mühldorf. Auch hier wurden Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Josef Enzinger
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  • Raphaela Lohmann
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In drei weiteren Asylunterkünften im Landkreis Mühldorf sind einzelne Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Folge: Reihentestungen und Quarantäne.

Mühldorf/Waldkraiburg – Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass sich in der Gemeinschaftsunterkunft Mettenheim nach drei Erstfällen weitere 37 Personen mit dem Corona-Virus infiziert hatten. Nun sind weitere Gemeinschaftsunterkünfte (GU) betroffen: In Neumarkt-St. Veit stehen zwei Familien wegen eines Infektionsfalls unter Quarantäne, in Mühldorf ist ein Teil der GU betroffen. Das Gesundheitsamt hat deshalb Tests bei den Bewohnern angeordnet. Eine Reihentestung für die 227 Bewohner und Mitarbeiter wurde gestern auch für die Ankerdependance in Waldkraiburg durchgeführt. Dort hatte sich ein Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert.

Bewohner der Unterkünfte in Quarantäne

Der Bewohner wurde mit seinen Eltern für die Dauer der Quarantäne in eine geschützte Unterkunft verlegt. „Sechs weitere enge Kontaktpersonen befinden sich abgesondert von den übrigen Bewohnern in häuslicher Quarantäne in der Unterkunft, wie die Regierung von Oberbayern auf Nachfrage mitteilt. Bis die Ergebnisse der Reihentestung vorliegen, sind alle schulpflichtigen Kinder aus der Schule genommen. „Eine Quarantäneanordnung für die gesamte Unterkunft gibt es bislang nicht“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Rupp. Eine Entscheidung, die das Gesundheitsamt trifft.

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Jeweils elf Menschen stehen bis auf Weiteres in den GUs in Neumarkt-St.Veit und Mühldorf unter Quarantäne. In beiden Unterkünften ist jeweils eine Person positiv auf Corona getestet worden. Während der Neumarkter Bewohner für die Dauer der Quarantäne in einer geschützten Unterkunft befindet, wurde in Mühldorf bislang niemand verlegt. Die positiv getestete Person war nämlich aus einem anderem Grund im Krankenhaus, als sie auf das Coronavirus getestet worden ist. 50 Menschen sind in der GU Neumarkt-St. Veit untergebracht, in Mühldorf sind es 40.

Negativ getestete Bewohner kurzfristig verlegt

Erst Ende vergangene Woche waren in der GU Mettenheim drei Corona-Fälle bekannt geworden. Bei einer Reihentestung stellte sich heraus, dass weitere 37 Menschen sich angesteckt hatten. Die Unterkunft wurde bereits vergangene Woche unter Quarantäne gestellt, die negativ getesteten Bewohner wurden kurzfristig in eine andere Unterkunft in Waldkraiburg verlegt. Für die aktuell betroffenen Unterkünfte wurden ebenfalls Reihentests durchgeführt.

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Nicht die erste Reihentestung in den vergangenen Tagen: Aufgrund der Positiv-Fälle an einigen Schulen im Landkreis wurden Schüler zum Rachenabstrich an die Schulschwimmhalle in Waldkraiburg beordert. Das sorgte auch für Kritik. Nur wenig Verständnis zeigte ein Vater dafür, dass die Kinder der Mettenheimer Schule am Dienstag alle zur gleichen Zeit und dann auch noch parallel zum Schulschluss ins Testcenter bestellt worden sind. „Gerade in der jetzigen Zeit, wenn man Abstand halten soll, solle alle gleichzeitig zum Testen gehen“, regte sich der Vater am Telefon gegenüber den OVB-Heimatzeitungen auf. Manche Mütter hätten auch noch Geschwisterkinder mit dabei gehabt, weil es nicht anders ging. „Das Testcenter war ziemlich überlaufen!“

Schulkinder müssen blockweise zur Reihentestung

Das Landratsamt Mühldorf erklärt dazu, dass grundsätzlich alle Schüler aus einer Klasse, in der ein positiver Fall aufgetreten ist, als enge Kontaktpersonen unter Quarantäne gesetzt und zeitnah getestet würden. „Aufgrund der Vielzahl der in Quarantäne gesetzten Klassen in den letzten Tagen hatten wir am Dienstag ein hohes Testaufkommen“, heißt es aus der Pressestelle weiter. Es seien neben den drei Klassen der Grundschule Mettenheim auch jeweils Klassen der Realschule Waldkraiburg, der Berufsschule I, der Fachakademie Starkheim, des Ruperti-Gymnasiums, der Mittelschule Mühldorf und des Beruflichen Schulzentrums einbestellt worden.

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Zum zeitlichen Ablauf erklärt die Pressestelle, dass die Testzeit nach Klassen gestaffelt worden sei. Aufgrund der Vielzahl der zu testenden Personen seien die Testungen für die Grundschule Mettenheim ab 12.30 Uhr erfolgt. „Die Kinder wurden blockweise einbestellt – immer 30 je halbe Stunde.“

Keine Pausen möglich: Testzentrum Mühldorf muss ausgelastet werden

Das Gesundheitsamt gibt die Termine vor und muss sich dabei darauf verlassen, dass die Eltern die vorgegebenen Zeiten einhalten und auch die Aufsichtsplicht wahrnehmen. „Aufgrund der derzeitigen Lage müssen wir das Testzentrum auslasten und haben keine Möglichkeit, bei Schulschluss, der ja zu unterschiedlichen Zeiten stattfindet, immer längere Pausen einzuplanen“, erklärt das Landratsamt dazu abschließend.

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