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Inzidenz 600: Waldkraiburg wird Corona-Zentrum im Landkreis Mühldorf

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Die Null steht nur noch in drei Gemeinden: Zangberg, Kirchdorf und Oberneukirchen sind coronafrei. In Waldkraiburg geht es dagegen stetig nach oben. Konkrete Gründe dafür kann das Landratsamt nicht nennen.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Waldkraiburg ist zum Corona-Zentrum im Landkreis Mühldorf geworden. Deshalb soll es dort in den nächsten Tagen zusätzliche Maßnahmen geben. Dazu gehören auch strengere Kontrollen.

Mühldorf – Erneut sind 72 Menschen im Landkreis neu an Corona erkrankt. Nach Angaben des Landratsamts liegt der Schwerpunkt derzeit in Waldkraiburg, auf die Stadt entfällt knapp die Hälfte der gestrigen Neuinfektionen.

„Dabei handelt es sich um mehrere Infektionen in verschiedenen Betrieben, in einer Kindertagesstätte, bei Reiserückkehrern oder Ansteckungen in Familien und im privaten Umfeld“, teilt das Landratsamt mit. Der Inzidenzwertwert liegt über 600. Dabei trifft es alle zwischen 18 und 60 Jahren gleichmäßig, Ältere und Jüngere sind weniger stark betroffen.

Impfangebote am Wochenende

Die rückläufigen Zahlen im nördlichen Landkreis wertet der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Benedikt Steingruber, als Erfolg der erweiterten Schnellteststrategie mit zusätzlichen Testmöglichkeiten in Neumarkt-St. Veit und in Schönberg.

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„Ziel war es, sehr schnell Infizierte zu entdecken und die exponentielle Verbreitung der hochansteckenden britischen Virus-Variante zu stoppen“, erklärte Steingruber.

Über 21.000 Menschen im Landkreis sind einmal geimpft, knapp 9.000 haben schon zwei Spritzen.

Schnellteststation arbeitet auch Samstag und Sonntag

Auch in Waldkraiburg werden die bestehenden Schnelltestmöglichkeiten am Eisstadion ab der kommenden Woche nochmals ausgeweitet.

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Heute und morgen gibt es Testangebote zwischen 9 und 16 Uhr.

Landrat Max Heimerl appelliert an die Bürger, die Testangebote zu nutzen: „Die umfassenden Testungen ermöglichen es uns, Infektionen frühzeitig aufzudecken, um weitere Ansteckungen und damit eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus zu verhindern.“

Sicherheitswacht im Einsatz

Heimerl kündigte an, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen in Abstimmung mit Stadt und Polizei stärker kontrolliert würden: „Zusätzlich zur Polizeipräsenz legt auch die Sicherheitswacht der Stadt Waldkraiburg ihr Augenmerk auf nostalgische Treffpunkte, um Ansammlungen von Menschen zu unterbinden und auf die geltenden Regeln hinzuweisen.“ Ein weiterer Baustein sei die Kontrolle und Beratung von Lebensmitteln- und Supermärkten zur Einhaltung der Regeln.

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Dazu verstärkt der Landkreis seine Impfangebote. Am Wochenende kann sich jeder mit Astrazeneca impfen lassen. 2880 Dosen stehen ohne Terminvereinbarung zur Verfügung. „Sollten nicht alle Dosen verimpft werden können, werden wir zeitnah entscheiden, ob gegebenenfalls ein weiterer offener Impftag angeboten wird oder die Dosen an die Hausarztpraxen gegeben werden“, teilte eine Sprecherin des Landratsamts mit.

Das Landratsamt beurteilt den Fortgang der Impfungen im Landkreis positiv. „Wir sind mit den Impfungen zügig vorangekommen. Bereits die jüngste Impfsonderaktion war ein voller Erfolg.“ Gut ein Viertel der Landkreisbürger ist zumindest einmal geimpft.

Arztpraxen arbeiten unabhängig

Zur Impfstrategie gehört die Einbeziehung der Arztpraxen. Zu Vorwürfen, dass die gesetzlich festgelegte Impfreihenfolge dort nicht eingehalten werde, kann das Landratsamt nichts sagen: „Die Impfungen in den Hausarztpraxen erfolgen im Rahmen der Regelversorgung unabhängig vom Impfzentrum. Uns ist nicht bekannt, wie die Arztpraxen bei Restdosen verfahren.“

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