„Wir bedauern diesen Schritt“

Vorerst außer Betrieb: Stadtwerke Waldkraiburg fahren Sportstätten herunter

Eine Eisrevue wie zu Beginn des Jahres wird es im Januar nicht geben können. Die Eiskunstläufer des Vfl Waldkraiburg hoffen, dass zumindest ab Februar wieder trainiert werden kann.
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Eine Eisrevue wie zu Beginn des Jahres wird es im Januar nicht geben können. Die Eiskunstläufer des Vfl Waldkraiburg hoffen, dass zumindest ab Februar wieder trainiert werden kann.
  • Raphaela Lohmann
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Lange haben die Stadtwerke Waldkraiburg trotz des „Lockdown Light“ am Betrieb der Sportstätten festgehalten. Jetzt hat der Aufsichtsrat eine Entscheidung getroffen: Der Betrieb der Eishalle und der Schulschwimmhalle wird vorerst eingestellt.

Waldkraiburg – Kein Schwimmen, kein Eislauf: Seit 2. November sind in der Schulschwimmhalle und in der Raiffeisen-Arena die Lichter aus. Im Hintergrund lief aber der Betrieb weiter, sodass innerhalb weniger Tage die Sportstätten wieder einsatzbereit gewesen wären. Weil aber bis mindestens 10. Januar die Maßnahmen verschärft als gelockert werden, ist nun eine Entscheidung gefallen. „Der technische Betrieb wird heruntergefahren“, sagt auf Nachfrage Robert Kratzenberg, der bei den Stadtwerken zuständig für die Sportanlagen ist. Das Schwimmbecken wird abgelassen, das Eis lässt man auftauen.

Drei Wochen Vorlauf für den Betrieb

„Der Aufsichtsrat hat alles bewertet und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Kratzenberg. Ein Entschluss, den auch schon andere Eishallen- und Schwimmbadbetreiber gefasst haben. Denn aktuell sei nicht damit zu rechnen, dass ab 10. Januar ein Betrieb der Sportstätten wieder möglich sein wird. „Wir bedauern diesen Schritt“, sagt Kratzenberg. Aber das bedeutet nicht zwangsweise das Saisonende für die Sportstätten. Denn sobald es auch nur vage Absichten vonseiten der Politik gebe, soll der Betrieb der Sportstätten neu diskutiert werden. Einzig der Faktor Zeit spiele dabei eine entscheidende Rolle. „Wir brauchen drei Wochen Vorlaufzeit, um die Sportanlagen wieder in Betrieb zu nehmen“, erklärt Kratzenberg. Sollte die Entscheidung der Politik sehr kurzfristig und sehr spät in der Saison kommen, müsse bewertet werden, ob sich ein Betrieb dann aber noch lohne.

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Schon seit sechs Wochen darf nicht mehr auf dem Eis trainiert werden, bis Januar ändert sich daran nichts. Ein großer Trainingsrückstand für die Eiskunstläufer des VfL Waldkraiburg. Dieser lässt sich nur dann aufholen, wenn ab einem möglichen Trainingsbeginn ab Februar bis Ende März den Eiskunstläufern täglich sieben Stunden Eiszeit zur Verfügung stehen, wie Spartenleiter Wolfgang Veigl vorrechnet. „Das Training wäre zwar sehr intensiv und in kleinen Gruppen, aber man könnte wieder viel reinholen.“ Dazu brauche es vorher ein entsprechendes Signal.

Der März sei wichtig für die Eiskunstläufer, denn dann beginnen die Kürklassenprüfungen. „Ohne Eis kein Training und ohne Training kann man sich bei den Klassenprüfungen nicht qualifizieren.“ Die seien aber bislang ebenso wenig abgesagt wie die Deutschen Meisterschaften. Ohne Training auf dem Eis würden die Sportler ein Jahr zurückfallen, im schlimmsten Fall sogar aus ihrer Altersklasse fallen. Daher wäre es wünschenswert, wenn die Wettbewerbe für die Eiskunstläufer in dieser Saison ausgesetzt werden. Doch dazu habe der Bayerische Eissport-Verband bislang keine Entscheidung getroffen.

Nicht den Anschluss verlieren

Veigl ärgert sich darüber, dass trotz des funktionierenden Hygienekonzepts und ohne Kontakt das Training auf dem Eis seit November nicht mehr möglich ist. Damit die Eiskunstläufer nicht den Anschluss verlieren, wäre es wünschenswert, dass der Betrieb der Eishalle bis April oder Mai verlängert wird.

Auch die Eishockeyspieler müssen auf ein Training auf dem Eis verzichten. „Es ist schade, aber ich habe damit gerechnet, dass es so kommen wird“, bedauert EHC-Präsident Wolfgang Klose. Damit hakt er die Saison ab und hofft auf einen vernünftigen Neustart in der nächsten Saison. Am meisten bedauert er es für den Eishockey-Nachwuchs. „Für die Kinder wird‘s brutal. Es wird wohl schwierig, sie in der neuen Saison wieder aufs Eis zu bekommen.“ Klose rechnet mit Kündigungen, wenn nicht trainiert werden kann. Aber er müsse die Entscheidung akzeptieren.

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Wie es für die Bayern-Liga-Mannschaft weitergehen soll, wisse er nicht. Ursprünglich hatte der Bayerische Eissport-Verband geplant, dass im Januar wieder der Spielbetrieb aufgenommen werden soll. „Das ist jetzt nur schwer vorstellbar. Man muss schauen, was dabei rauskommt“, sagt Klose. Spiele ohne Zuschauer wären für den Verein ohnehin finanziell kaum machbar. Sollten jetzt noch Sponsoren abspringen, wäre dies für den Verein eine Katastrophe.

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