Masken im Herbstwind

Corona: Kultstätte der Zweifler, Kritiker, Querdenker, Widerständler bei St. Erasmus

Etwa 50 Mund-Nase-Masken baumeln angekokelt im Herbstwind.
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Etwa 50 Mund-Nase-Masken baumeln angekokelt im Herbstwind.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Auch wenn mancher Autofahrer, der durch St. Erasmus bei Waldkraiburg fährt, es dafür halten könnte: Nein, das was da auf einer Wiese neben der Tierkörperverwertungsanlage steht, ist kein modernes Kunstwerk.

Schon eher eine Kultstätte der Zweifler, Kritiker, Querdenker, Widerständler und sonstiger Verschwörungstheoretiker, die hier zur Maskenverbrennung aufgefordert werden. Etwa 50 Stück baumeln angekokelt im Herbstwind. Leute, die weniger quer, dafür praktisch denken, mögen es bedauern, dass andere auf diese Weise Geld rauswerfen. Zumal die Begleitbotschaft nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit zu sein scheint: Die „schwache Pandemiewelle“ in Deutschland sei schon vorm Shutdown im Frühjahr vorbei gewesen, „ohne Maulkorb“, heißt es da.

Was dran ist an der Behauptung, das führen den Bürgern – auch im Landkreis – seit Wochen hohe Infektionsraten, eine steigende Zahl von Patienten und neue Todesopfer vor. Wenn diese Entwicklung zuletzt doch wieder gebremst werden konnte, dann hat das nach Meinung der Gegenseite eine Menge mit den staatlichen Maßnahmen zu tun – und mit den Masken natürlich.

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