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Produktion gedrosselt

14 neue Fälle bei Corona-Ausbruch im Schlachthof Waldkraiburg: Was die Ursachen sind

Die Schlachthof-Mitarbeiter wurden nach den jüngsten Fällen erneut zum Reihentest gebeten. Seit Anfang April sind in dem Unternehmen 23 Corona-Fälle bekannt geworden.
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Die Schlachthof-Mitarbeiter wurden nach den jüngsten Fällen erneut zum Reihentest gebeten. Seit Anfang April sind in dem Unternehmen 23 Corona-Fälle bekannt geworden.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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  • Raphaela Lohmann
    Raphaela Lohmann
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Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wird der Betrieb am Waldkraiburger Schlachthof ausgebremst. Das Landratsamt meldete am Wochenende 14 neue Corona-Fälle. Die Ursache ist wohl nicht an den Bedingungen am Arbeitsplatz auszumachen, sondern außerhalb des Betriebs zu suchen.

Waldkraiburg – Abermals hat der Schlachthof Waldkraiburg mit Corona-Fällen im Betrieb zu tun. Die jüngsten Fällen wurden bereits im April bekannt, wie das Landratsamt Mühldorf auf Nachfrage mitteilt. Bei einer Reihentestung wurden nun weitere 14 Fälle entdeckt. „Einschließlich aller einzelnen Fälle seit Anfang April haben sich insgesamt 23 Personen infiziert“ sagt Simone Kopf, Pressesprecherin am Landratsamt. Drei davon seien bereits wieder aus der Quarantäne entlassen.

Ansteckungen wohl im privaten Umfeld

Bereits Anfang Januar war der Schlachthof in Waldkraiburg Infektionsbrennpunkt. 48 Menschen hatten sich dort infiziert, ein Teil der Produktion musste gedrosselt, die Zahl der Schlachtungen reduziert werden. Nach den jüngsten Fällen ist der Betrieb erneut nur eingeschränkt möglich. Die Bedingungen am Arbeitsplatz als Infektionsherd sind für das Landratsamt eher unwahrscheinlich. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Ansteckungen im privaten Umfeld erfolgt sind.“

Auch das Unternehmen Vion selbst schließt diese Möglichkeit nicht aus. „Ein Großteil unserer Produktionsmitarbeiter lebt in Wohngemeinschaften. Das bedeutet, dass sie auch im privaten Umfeld miteinander in Kontakt stehen“, erklärt Vion-Pressesprecher Thomas van Zütphen und verweist zugleich auf den hohen Inzidenzwert im Landkreis. Der liegt aktuell bei 213,2 und damit seit 25 Tagen über dem Wert von 165.

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Das Risiko einer Infektion hat Vion bereits zu Beginn der Corona-Pandemie mit einem konzernweiten Schutzkonzept versucht zu minimieren. Neben unterschiedlichen Arbeitsschutzregeln gehören auch regelmäßige Tests dazu. Ein- bis zweimal pro Woche würden die Mitarbeiter mittels PCR-Verfahren getestet werden, wie van Zütphen erklärt. Außerdem stimmen sich Gesundheitsamt und der Schlachthof eng miteinander ab.

Verbesserungen außerhalb des direkten Arbeitsplatzes

„Es fanden auch in der Vergangenheit Hygienebegehungen statt“, erklärt Simone Kopf. Mit dem Ergebnis, dass auch außerhalb des direkten Arbeitsplatzes eine Reihe von Verbesserungen wie größere Abstände in Umkleiden und in der Kantine umgesetzt wurden. Maßnahmen, die aber schon länger in den Betrieb implementiert sind. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es dennoch zu einem erneut Corona-Ausbruch im Betrieb gekommen.

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Um die Infektionsgefahr künftig besser eindämmen zu können, setzt Vion auch auf Impfungen. Die 400 Mitarbeiter am Standort Waldkraiburg, davon kommen etwa 65 Prozent aus dem EU-Ausland, hatte das Unternehmen über die Sonderimpfaktion im Landkreis in den jeweiligen Landessprachen informiert und auch entsprechende Empfehlungen ausgesprochen. Das bestätigt auch das Landratsamt.

Große Impfbereitschaft bei den Mitarbeitern

So weit im Gesundheitsamt bekannt ist, soll die Impfbereitschaft bei zahlreichen Mitarbeitern gegeben sein. Wie viele Mitarbeiter ein Impfangebot bereits wahrgenommen haben, darüber ist dem Gesundheitsamt nichts bekannt.

Des Weiteren ist geplant, dass im Unternehmen geimpft werden soll, sobald auch die Betriebsärzte in die regulären Impfungen einbezogen sind. Das soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium ab 7. Juni der Fall sein.

Ob sich noch weitere Schlachthof-Mitarbeiter infiziert haben, soll eine weitere Reihentestung zeigen. Die war für gestern geplant. Um die Mitarbeiter im Umgang mit den Corona-Regeln nochmals zu schärfen, sollte ein Dolmetscher sie nochmals ausdrücklich sensibilisieren.

Auch im Ampfinger Putenschlachthof gab es Ende vergangenen Jahres einen Corona-Ausbruch. Aktuell sind dort keine Fälle bekannt.

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