Bürgerversammlung: Gewerbegebiet Thann in Aschau weiter umstritten

Was passiert mit dem Pichlmeier-Areal? Diese Frage konnte auch bei der Bürgerversammlung nicht geklärt werden. Erst der neue Gemeinderat wird sich wieder mit dem Thema auseinandersetzen. Klemm
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Was passiert mit dem Pichlmeier-Areal? Diese Frage konnte auch bei der Bürgerversammlung nicht geklärt werden. Erst der neue Gemeinderat wird sich wieder mit dem Thema auseinandersetzen. Klemm

Es war die letzte Bürgerversammlung, die Alois Salzeder als Bürgermeister leitete. Das Prozedere war allerdings wie immer. Er hielt einen Jahresrückblick, schilderte zahlreiche Maßnahmen, die die Gemeinde 2019 durchgeführt hatte und nannte Zahlen.

Aschau – Zum Beispiel, dass Aschaus Einwohnerzahl im Vergleich zum vergangenen Jahr von 3210 auf 3166 Bürger zurückgegangen ist. Kristin Wolf war Maria Hansmeier als Rektorin der Grundschule Papst Benedikt XVI. gefolgt. Diese war im abgelaufenen Schuljahr von 129 Schülern in sechs Klassen besucht worden (Durchschnitt: 21,5).

Einen Schwerpunkt legte der Bürgermeister auf aktuelle und künftige Baumaßnahmen. Der Anbau des Gerätehauses bei der Feuerwehr ist fertiggestellt, bei den Kosten von 500  000 Euro trug die Gemeinde einen Eigenanteil von 100 000 Euro. Die Kinderkrippe wurde erweitert, im oberen Geschoss des Kindergartens entstehen zwei neue Räume. Salzeder erklärte, dass Betreuungsplätze sehr begehrt sind, der Bedarf werde weiter wachsen, weil schon viele Kinder mit einem Jahr das Angebot in Anspruch nehmen und es auch immer wieder Kinder gebe, die vom Schulbesuch zurückgestellt wurden.

Bahnunterführung Klugham verzögert sich

Die Erweiterung des Kindergartens soll bis Mai 2020 abgeschlossen sein. Der Gehweg an der Hauptstraße wurde verbreitert, es wurde auch ein Holzzaun angebracht. Die Wasserversorgung am Wirts- beziehungsweise Bräuberg ist in der Sanierungsphase, bisher wurden bereits 160 Absperrschieber ausgetauscht, die restlichen 35 werden im Bereich Ahorn-, Kirchen- und Lärchenstraße 2020 folgen.

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Die Bahnunterführung Klugham wird erneuert, aus diversen Gründen verzögert sich jedoch der Baubeginn, Die Planungsarbeiten insbesondere bezüglich des Umweltgutachtens sind sehr aufwendig, Baurecht muss geschaffen werden und es gibt eine Überschneidung mit dem Ausbau des Innkraftwerks, das zuerst fertiggestellt werden muss. Die Regierung von Oberbayern schreibt auch vor, dass die Brücke über die Unterführung 7,5 Meter breit sein muss und nicht nur 6,50 Meter.

Mit der Sanierung von Schmiedweg und Kirchenstraße soll im nächsten Frühjahr begonnen werden. Besonderes Augenmerk müsse auf die Friedhofsmauer gerichtet werden, die es ebenfalls zu renovieren gilt.

Planungen zum Pichlmeier vorerst gestoppt

Die Gemeinde hat vor längerem das ehemalige Gasthaus Pichlmeier gekauft. Bei einer Informationsveranstaltung über das weitere Vorgeehen sei das Bürgerinteresse nur sehr gering gewesen. Ein Gutachten, so der Bürgermeister, ob das Gebäude erhaltungswürdig ist, würde rund 50 000 Euro kosten. Die weiteren Planungen sind vorerst bis Mai 2020 gestoppt. Der neue Bürgermeister und Gemeinderat sollten dieses Thema als eines der dringlichsten auf ihrer Agenda haben.

Im Baugebiet Wiesengrund II sind 13 von 21 Grundstücken verkauft, 12 Käufer begannen mit dem Bau unverzüglich, einer folgt 2020. In nächster Zeit sollen vier weitere Grundstücke vergeben werden. Die übrigen vier Grundstücke sind dann Angelegenheit des neuen Gemeinderates. An der Jettenbacher Straße ist ein neues Baugebiet entstanden. Dieses beinhaltet ein allgemeines Wohngebiet (7100 Quadratmeter) mit zehn Wohnbaugrundstücken und ein Mischgebiet mit 5400 Quadratmetern. Vorerst erfolge keine Vergabe dieser Grundstücke, sagte Salzeder.

Weiter Diskussionen um Gewerbegebiet Thann

Das Gewerbegebiet Thann ist weiterhin in der Diskussion. Der Bürgermeister erläuterte, dass es zum einen ein „Vorranggebiet Kies“ beinhalte. Dort darf nicht gebaut werden, Kiesabbau geht vor Wohnbau. Zum anderen bestehen sogenannte „Schutzkreise“ für die Firmen ZF, Nitrochemie und Bayernchemie. Diese Firmen haben hier Vorrechte bezüglich der Bebauung.

Im Frühjahr 2020 soll das Wehr in Jettenbach erneuert werden, das alte Wehr wird abgerissen. Im Zuge der Maßnahme wird der Damm um 70 Zentimeter erhöht, um den Hochwasserschutz im Raum Jettenbach zu verbessern.

Wichtig für die Zukunft im Hinblick auf die Elektromobilität war der Neubau des Waldkraiburger Umspannwerkes. Deshalb könne für Waldkraiburg und Aschau die doppelte Strommenge erzeugt werden. Diese Maßnahme, so der Bürgermeister, hatte die bayerische Staatsregierung im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens verfügt.

Standorte für Mobilfunkmasten gesucht

Die Autobahn A 94 wurde Anfang Oktober eröffnet, wie sich diese neue Schnellstraße auf die Gemeinde Aschau auswirkt, werde sich, laut Bürgermeister, erst zeigen.

Ein letzter Tagesordnungspunkt betraf die Suche nach Standorten für Mobilfunkmasten, was immer ein Problem darstellt: Jeder will mobil telefonieren, keiner will die dazu nötigen Masten vor der Haustür haben. In Aschau will das Berufsbildungswerk Don Bosco in Waldwinkel einen sechs Meter hohen Mast bei der Cafeteria bauen. Ein zweiter Mast soll laut Salzeder im Industriegebiet entstehen, weil dort die Versorgung schlecht sei.

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Die Fragen der Bürger:

Erich Gottwald senior wollte wissen, wo die neun Millionen Euro seien, die die Gemeinde besitze, wie er gehört habe. Des Weiteren erkundigte er sich nach Qualität und Quantität des Aschauer Trinkwassers. In punkto Trinkwasser konnte der Bürgermeister den Fragesteller beruhigen, dieses entspräche der EU-Norm und sei trotz fortschreitender Phasen der Trockenheit in ausreichender Menge vorhanden. Die 9 Millionen Euro dienten zum Begleichen anfallender Rechnungen, zum Bezahlen von Zinsen und sonstiger Gemeindeaufgaben.

Lisa Sieber hakte zum Gewerbegebiet Thann nach. Ihr Bürgerantrag sei knapp abgelehnt worden, nun hielt sie ein Bürgerbegehren für sinnvoll. Dazu finde am 26. November in Dana’s Cafe eine Informationsveranstaltung statt. Ihr entgegnete Salzeder, der Gemeinderat sei gewählt und hätte darum über das Gewerbegebiet zu entscheiden.

Thomas Duxner zählte zwei Alternativen zum Gewerbegebiet auf, das für ihn auch unverzichtbar ist: Nördlich des Bauernhofes Stadelhuber in Richtung Haselbach oder neben dem neuen Umspannwerk. Zum ersten Vorschlag erwiderte der Bürgermeister, dass in diesem Fall die alte Kreisstraße Mü 25 wieder in Betrieb genommen werden müsste, was das Landratsamt nicht will. Im zweiten Fall sei das Grundstück von der Gemeinde nicht vorgesehen, letzten Endes habe die Gemeinde das Recht zu entscheiden, wo sie ein Gewerbegebiet ausweisen will.

Dem anderen Anliegen Duxners stand der Bürgermeister offener gegenüber, nämlich die drei Aschauer Bürgermeisterkandidaten in einer Podiumsdiskussion der Aschauer Bevölkerung näher zu bringen. Dies sei zwar nicht Angelegenheit von Bürgermeister und Gemeinderat, aber die Gemeindehalle stehe für eine solche Veranstaltung sicher zur Verfügung.

Thomas Duxner.

Lisa Sieber.

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